9/II Que le spectacle commence

Inzwischen hatten sich neben Luis, Emba, Hilde und Bambina auch Resse, Dana, Ben, Sära, Koko und Batida an der Bühne versammelt. Ruthie hatte alles genauestens vorbereitet und wartete nur noch auf den geeigneten Augenblick. "Passt auf, sie hat Bomben!" rief Carrie plötzlich durch die Klappe des Briefkastens, nachdem sie sich von ihrem Lasso befreit hatte. Alle schauten geschockt in ihre Richtung. "Aber, aber, es nicht so wie es aussieht...," kam Ruthie atemlos angelaufen, strich sich verlegen die Haare aus dem Gesicht und brachte dann einen kleinen Mini-Sender zum Vorschein, auf dem ein rotes Licht blinkte. "Es ist viel dümmer...!" "Ruthie, nein, nicht!!" schrie Luis und hielt abwehrend die Hände vor sein Gesicht und alle anderen schauten sie mit weit aufgerissenen Augen an. "Doch, doch!" lachte Ruthie und hielt die Fernbedienung deutlich vor sich in die Luft. Schließlich streckte sie den Zeigefinger graziös aus und drückte auf den Knopf. Für den Bruchteil einer Sekunde herrschte ein bedrohliches Schweigen, doch kurz darauf erlebten die Bewohner von Melody Ville ihr blaues Wunder. Es knallte an allen Ecken und Enden und plötzlich flogen aus allen Himmelsrichtungen gewaltige Wasserbomben durch die Gegend, die von vielen Katapulten in die Luft geschleudert wurden. Wie aufgeschreckte Hühner liefen alle Besucher des Stadtfestes durch die Straßen, die von den zigtausenden Wasserbomben unter Wasser gesetzt wurden. "Hilfe, ich kann nicht schwimmen!" kreischte Bambina um ihr Leben, als sie von der gewaltigen Wasserwelle vom Marktplatz in eine Seitenstraße abgetrieben wurde. Carrie drohte in ihrem Gefängnis, dem Briefkasten für Pakete, zu ertrinken, da sie es nicht schaffte, rechtzeitig aus der Klappe zu entkommen, und nun gurgelte sie hilflos in dem Kasten umher. Für andere Bewohner der Stadt ging es dagegen noch viel schlimmer aus: Resse Lomax wollte aus der Gefahrenzone weglaufen, doch er schaffte es nicht mehr rechtzeitig. Eine Wasserbombe traf ihn genau an die Schläfe, sie zerplatzte und er ertrank erbärmlich vor den Augen von Emba und Sära. Ruthie Mackenzie dagegen hatte sich rechtzeitig ihre knallroten Schwimmflügelchen angeschnürt und war zur Statue von St. Alamain geschwommen, wo sie sich gemütlich hingesetzt und ihr Frühstück aus einer pinkfarbenen Brotdose genommen hatte. Fröhlich beobachtete sie nun das Treiben in der Innenstadt von Melody Ville...







Starring

Morgan Brittany as Hillery Carpenter

Lisa Rinna as Carrie Carpenter

Melissa McCarthy as Dana Beseburgh

Steven Culp as Ben Delany

James Hyde as Hank Bennett (credit only)

Juliett Mills as Tabatha Lopez

Juliett Mills as Tabitha Bennett

Nicholle Tom as Graaz Lopez (credit only)

David Gallagher as Harry Crane

Halle Berry as Eschke Doughter

Jesse Metcalfe as Luis Figaro

Keshia Knight-Pulliam as Bambina Knirsh

Jan Hoag as Murgy Muschka (credit only)

Danica Stewart as Aziza Barbere (credit only)

Jacob Young as Chuck de Buck (credit only)

Landry Allbright as Ruthie Mackenzie

Guest Starring

Jessica Biel as Emba van de Driesche

Alexis Bledel as Sära van de Driesche

Tyne Daly as Hilde Schermutzki

Thad Luckinbill as Resse Lomax

Martha Plimpton as Coralie Fleurie

William Sadler as Sheriff Parkinson



"Nun macht doch endlich was! Rettet mein Baby!" kreischte Tabitha und beugte sich über den leblosen Körper ihrer Tochter Valery. Sie gab ihr links und rechts eine Ohrfeige, damit sie aufwachen sollte, doch es tat sich nichts. Offensichtlich war Valery durch den Sturz in die Hochzeitstorte so schwer verletzt worden, dass sie auf der Stelle verstorben war. "Kindchen, wach doch auf! Verdammt, mach jetzt endlich hinne, wir haben nicht ewig Zeit!" schrie Tabitha und zerrte Valery an den Armen nach oben, doch sie sackte immer wieder in sich zusammen. "Sie sieht so bleich aus," rief Harry, Valerys Ehemann, bestürzt aus und eilte zu ihr. "Ach was, bleich hin oder her, das ist doch bloß die Sahne von der Torte! Sie soll sich nicht so anstellen, wir sind hier doch nicht im Kindergarten!" motzte Tabitha. "Tabitha, mäßige dich, noch ist nicht aller Tage Abend!" mischte sich Tabatha ein und holte ihr Handy aus der Tasche. "Ich rufe jetzt Dr. Delany, er soll sofort herkommen." "Das wird nicht mehr nötig sein," sagte plötzlich eine weibliche Stimme hinter ihnen, "wie ich an der Form der Pupillen der Patientin sehen kann, ist sie bereits tot." "Hallo, geht es Ihnen noch gut? Valerys Augen sind doch geschlossen – und überhaupt, wer sind sie eigentlich? Was fällt Ihnen ein, hier so unverblümt aufzutauchen und so einen Kinderscheiß zu erzählen?" schrie Tabitha die Frau an. "Tabitha, denk an deinen Blutdruck," ermahnte ihre Schwester sie. "Mein Name ist Dr. Coralie Fleurie, ich arbeite ab 2006 im Krankenhaus von Melody Ville," erklärte die Frau. "Sie sehen, ich habe mich rechtzeitig um eine Stelle bemüht und bin dafür fürstlich belohnt worden!" "Ich geb dir gleich eine fürstliche Belohnung – und zwar eine Freiflugkarte in die nächste Mülltonne!" Tabitha gab Coralie einen festen Tritt in den Arsch und schnappte sich dann Valerys Körper, um sie zu ihrem Wagen zu schleifen. Nachdem sie dies mit einiger Anstrengung geschafft hatte, fuhr sie gemeinsam mit Harry und Tabatha mit quietschenden Reifen ins Krankenhaus.



"Meine verehrten Zuschauer, guten Abend, mein Name ist Eschke Doughter, ich berichte heute live vom Ort des Grauens für den geschätzten Sender MD-TV! Sie können sich ja gar nicht vorstellen, was hier los ist in diesem kleinen langweiligen Dorf namens Melody Ville, wo noch nie ein Hahn nach gekräht hat! Es ist eine regelrechte Katastrophe, ja, eine Trägodie sondergleichen, auf der Richterskala hätte es eine 8.5, wenn nicht sogar eine glatte 9 verdient!" Die Fernsehreporterin Eschke Doughter stand mit einem aufgeregten Gesichtsausdruck vor der Kamera und berichtete für das ansässige Fernsehen von dem Vorfall in Melody Ville. Im Hintergrund konnte man gerade sehen, wie Carrie von einem Feuerwehrmann mit der Kettensäge aus ihrem Briefkasten befreit wurde. "Wie Sie sehen können, hat hier offenbar jemand ein Lager mit Wasserbomben geplündert, um damit die Stadt unter Wasser zu setzen. Allerdings ist bisher noch nicht geklärt, wer die Tat begangen hat und ob es Absicht oder Zufall war. Wir bleiben am Ball, liebe Zuschauer, schalten Sie bloß nicht um, wir haben die Stars, die anderen nicht!" Eschke setzte ein billiges Lächeln auf und warf ihr Haar galant in den Nacken, um sexy auszusehen. Sie drehte sich um und sah dann, dass jemand an ihr in den Fluten vorbeigetrieben wurde. "Draufhalten, Max, immer draufhalten!" befahl Eschke Doughter ihrem Kameramann und hielt der Person ein Mikrophon unter die Nase. "Wie fühlen Sie sich, Miss? Können Sie uns Details nennen? Wie ist die Wassertemperatur? Ist es zu kalt oder angenehm? Bitte sagen Sie doch etwas! Hallo, Sie Schlampe, das ist ihre Chance ins Fernsehen zu kommen und Sie liegen nur da und tun so, als würde es Ihnen dreckig gehen! Da können wir ja direkt einen Schauspieler engagieren, wenn wir einen Film drehen würden! Aber das hier ist echt, Schätzchen, real, wirkliches Leben!" "Mama, bist du das?" krächzte das Mädchen – es war niemand Geringeres als Bambina. "Abschalten, Max, abschalten!" zischte Eschke, doch der Kameramann verstand sie durch das laute Rauschen des Wassers nicht und ließ die Kamera weiterlaufen. "Leider, leider ist diese Person hier schon tot!" lächelte Eschke und versuchte die Linse der Kamera zu verdecken. Nebenbei versuchte sie Bambinas Kopf unter Wasser zu drücken, damit diese peinliche Begegnung nicht publik werden würde. Doch es war schon zu spät, denn diese Szenen wurden gerade live auf MD-TV gesendet.



"Schneller, schneller, macht schon!" kreischte Tabitha mit Tränen in den Augen, als sie gemeinsam mit Harry und Tabatha in die Notaufnahme des Krankenhaus stürmte. Tabitha hatte ihre Hände unter Valerys Kopf gelegt, während Harry und Tabatha jeweils ein Bein von ihr trugen. Mit ihrem Rücken schliff Valery über den Krankenhausflur und sie ihre Gelenke waren total verrenkt. Coralie Fleurie folgte den anderen in einem Sicherheitsabstand, denn sie wollte es nicht riskieren, noch einmal einen Tritt von Tabitha zu kassieren. "Ben, Sie müssen meiner Kleinen unbedingt helfen! Und wenn nicht, dann gibt’s Haue, boah, das glauben Sie gar nicht!" schrie Tabitha und ließ Valerys Kopf zu Boden fallen. "Tut mir leid, Tabitha, aber ihre Tochter ist bereits tot," verkündetet Ben, nachdem er Valery kurz untersucht hatte. "Wäre sie mit einem Krankenwagen hergefahren worden, so wie diese Lena Lacroix, hätten wir Sie ganz bestimmt noch retten können. Dummerweise konnten wir auch für Lena nichts mehr tun, sie ist an der Möhrensuppe erstickt." "Tja, ich hab’s ja direkt gesagt, aber mir glaubt ja niemand," sagte Coralie triumphierend und tänzelte auf einem Bein über den Flur. "Ich kratz dir die Augen aus, du dumme Putenschlampe!" kreischte Tabitha in ihrer Wut und holte ihren Regenschirm aus ihrer Handtasche. Mit dem langen Stock angelte sie nach Coralies Bein und zog dann mit einem Ruck daran, so dass Coralie der Länge nach auf die Fresse knallte. "Sie, Sie alleine sind es Schuld, dass meine Tochter sterben musste! Dafür werden Sie ewig büßen müssen! Ich verklage Sie auf Schadensersatz, da werden Sie noch in dreißig Jahren zahlen müssen, Sie dumme Puffnudel!"



Ohnmächtig lag Hillery Carpenter im Stroh in ihrer Zelle im Gefängnis von Melody Ville, als ein Polizeibeamter kam und laut mit seinem Schlüsselbund klimperte. Durch das Geräusch kam Hillery langsam wieder zu sich und öffnete verstört die Augen. "Was... was... ist passiert?" stöhnte sie und richtete sich langsam auf. "Und wo ist meine Zellengenossin?" "Welche Zellengenossin? Sie hatten doch gar keine," wunderte sich der Beamte. "Sie hat wohl wieder gesoffen, ich habe ihr doch schon so oft gesagt, dass sie die Finger vom Alkohol lassen soll, aber nein, sie muss es ja immer besser wissen, die olle Schlampe." Carrie tauchte plötzlich auf und grinste ihre Schwester hämisch an. "Du lebst!" schrie Hillery entsetzt und sprang mit einem Satz auf. "Ja, du wohl auch – sehr bedauerlich, und ich dachte schon, ich wäre dich endlich los. Ich habe mir vollkommen umsonst Sorgen gemacht, dass mich die Polizei wegen Mordes an dir verhaftet. Tja, so kann’s gehen, das Leben ist manchmal hart und unerbittlich. Und jetzt steh endlich auf, wir haben heute noch einiges vor," befahl Carrie und der Beamte schloss die Zelle auf. "Als wenn ich noch mal was mit dir unternehmen würde, du dumme Kröte, das letzte Mal wäre ich fast ums Leben gekommen!" zischte Hillery. "War das nicht jedes Mal so? Wie dem auch sei, heute spielst du jedenfalls ausnahmsweise nicht das Opfer, denn wir gehen jetzt auf eine Beerdigung – und zwar von deiner Freundin Marjorie Lydy. Ich kann es kaum erwarten. Vielleicht kann ich da schon ein paar Anregungen für deine Beerdigung sammeln. Hast du irgendwelche Wünsche?" "Du dreckige Ratte, ich tret dir in deinen fetten Arsch, so dass es kracht!" "Oh bitte, dann spar ich mir das Fettabsaugen. So und jetzt komm endlich, die Limousine wartet schon. Du fährst natürlich mit dem Schweinetransporter hinterher. Ciao ciao bello!" Carrie gab dem Polizeibeamten noch einen dicken Schmatzer auf die Lippen und verließ dann mit Hillery im Schlepptau das Gefängnis.



"Tja, da sind wir auch schon wieder! Mein Name ist immer noch Eschke Doughter und ich stehe nach wie vor in diesem kleinen Bauerndorf Melody Ville, wo seit geraumer Zeit die gesamte Innenstadt unter Wasser steht. Ich frage mich, wieso es hier keinen einzigen Gulli gibt, aber daran hat die Stadtverwaltung sicher auch gespart! Tja, spitzfindig wie ich bin, habe ich natürlich alles auf Band! Sie fragen sich wovon ich eigentlich rede? Tut mir leid, ich weiß es selbst nicht!" Eschke rannte mit ihrem Kameramann Max im Schlepptau wie wild durch die Innenstadt und versuchte gute Aufnahmen für die Newssendung auf MD-TV zu erhaschen. "Dort hinten sehen wir gerade ein kleines Mädchen sitzen, dass sich vor dem Wasser auf eine Statue retten konnte! Draufhalten, Max, immer drauf! Nun mach schon, du verdammter Eselsknecht!" Eschke Doughter watete in ihrem Gummistiefeln durch das kniehohe Wasser zur Statue von St. Alamain, auf der Ruthie Mackenzie immer noch saß und gerade an einer leuchtenden Karotte knabberte. "Du musst den Stumpf vorher abschneiden, das darf man nicht mitessen!" haute Eschke Ruthie auf die Finger und drehte sich danach mit einem künstlichen Lächeln zur Kamera. "Dieses kleine Mädchen hier hat die Katastrophe unbeschadet überstanden! Na los, du Kröte, erzähl uns doch bitte endlich, wie du es geschafft hast, den reißenden Fluten zu entkommen!" "Halten Sie ihr dreckiges Maul! Mein Name ist Ruthie Mackenzie, Blumenkönigin der St. George High School und Seilhüpferin des Jahres 2002! Niemand kann den Gummitwist besser als ich!" zischte Ruthie und spuckte Eschke ohne Vorwarnung ins Gesicht. "Ist es denn die Möglichkeit!" rief Eschke Doughter und ihre Gesichtszüge entgleisten. "Ja, ist es! Und jetzt lassen Sie mich durch, Sie dreckige Bumsziege, ich habe es eilig!" Ruthie hüpfte ins Wasser und lief zur anderen Straßenseite, wo Säras Dreirad an einem Pfosten angebunden war. Ruthie holte eine Kneifzange aus ihrer Gucci-Handtasche und schnitt das Seil durch. Danach stieg sie auf das Dreirad und radelte in hohem Tempo in Richtung Busbahnhof.



"Wir nehmen heute Abschied von einem Menschen, der uns allen viel bedeutet hat. Sie war eine großartige Person, ein Sonnenschein für alle, vor allem in der Kirchengemeinde von Melody Ville war sie ein engagiertes Mitglied und zusammen mit ihrer Freundin Amber Texter lebte sie friedlich im Hotel Soth Beach in der Milabu Avenue. Die Rede ist natürlich von unser geschätzten Marjorie Lydy, die viel zu früh von uns gegangen ist. Möge sie in Frieden ruhen und keinen von uns als Geist heimsuchen," sprach der Pfarrer auf dem Friedhof, als der Sarg von Marjorie Lydy in die Erde gelassen wurde. Sie war bei ihrem letzten Zusammentreffen mit ihrem Nachbar Pussy Crimson ums Leben gekommen, nachdem er seine Bohrmaschine ausgepackt hatte. In ihrer Panik war Marjorie gegen eine Tür gelaufen und an ihrer schweren Kopfverletzung gestorben, während sich Pussy aus dem Staub gemacht hatte. "Oh Gott, meine arme kleine Cherie, kein anderer wird mich je so glücklich machen wie du!" schluchzte Hillery und ließ sich vor dem Grab auf die Knie fallen. "Steh gefälligst auf, du machst dich ja vollkommen lächerlich, was sollen bloß die anderen Leute von dir denken? Mit dir gesehen zu werden ist ja echt peinlich," zischte Carrie verächtlich und schaute sich nervös zu allen Seiten um, denn sie wollte um keinen Preis gemeinsam mit Hillery gesehen werden. Zum Glück war außer ihnen niemand anderes bei der Beerdigung anwesend. "Halt doch den Mund, du schlaue Schreckschraube, gleich wird dich niemand mehr sehen!" schrie Hillery wie von der Tarantel gestochen und ging auf Carrie los. Wild prügelte sie auf ihre Schwester und die beiden rollten in einem Knäuel den Abhang bis zum Parkplatz hinunter.



Wild strampelnd kam Ruthie Mackenzie endlich am Busbahnhof an und warf das Dreirad mit einem garstigen Lachen ins Gebüsch, um alle Spuren zu verwischen. Jetzt musste sie nur noch den richtigen Bussteig suchen und dann konnte sie die Stadt für immer verlassen. "Eine wichtige Durchsage an alle Fahrgäste der Linie 432/45, Aktenzeichen 77, von Melody Ville Busbahnhof nach Bramsenbach-Dromsenbusch, gare sous les trois arbres," ertönte es schließlich aus den Lautsprechern. "Aufgrund der Flutkatastrophe in der Innenstadt von Melody Ville können die Haltestellen Route de saleté, Manière d’embrèvement und Colline de bosselure nicht angefahren werden. Es kommt zu Verspätungen von bis zu 24 Stunden. Wir bitten Sie um unser Verständnis. Vielen Dank." "Halte bloß dein dreckiges Maul!" zischte Ruthie Mackenzie und zeigte dem Lautsprecher den ausgestreckten Mittelfinger. "Na toll. Jetzt sitze ich hier fest und langweile mich zu Tode. Und alles nur weil diese Pickelnutten ihr Verkehrssystem nicht im Griff haben. Es ist doch zum Mäuse melken, verdammt noch mal!" schrie sie aufgebracht und schlug in ihrer grenzenlosen Wut die Glasscheibe eines Wartehäuschens ein. Ruthie setzte sich in dem Häuschen auf die Bank und holte ihr Kassettengerät aus ihrer Handtasche. Ihre Lieblingskassette war immer noch darin und bevor Ruthie auf "Play" drückte, zog sie sich noch ihre Kopfhörer auf. Nach ein paar Kinderliedern wie "Fuchs du hast die Gans gestohlen" und "Hänschen klein", die von einem niedlichen Chor gesungen wurde, wurden die Beats plötzlich härter und es ertönte Ruthies Lieblingslied "It’s My Party". Sie konnte nicht anders, sie sprang von der Bank und lief wild im Kreis tanzend über den gesamten Busbahnhof. "It’s my party and I cry if I want to, cry if I want toooo, cry if I want toooooooo, you would cry too, if it happened to yooooouuuu!!!!" Immer wieder tanzte sie um einen Pfeiler herum und vergaß total die Welt um sich herum – bis sie plötzlich ohne Vorwarnung von einem Lasso gefangen wurde und wie ein Sack Mehl zu Boden stürzte. "Aua! Was fällt Ihnen ein, Sie billige Kassenschlampe!?" brüllte sie und schaute dann nach oben. Vor ihr standen Sheriff Parkinson, Emba, Sära, Carrie, Luis und eine Menge anderer Bewohner der Stadt Melody Ville. "Jetzt haben wir Sie!" triumphierte der Sheriff und trat einmal fest auf Ruthies Rücken, so dass es knackste. Danach legte er ihr Handschellen an und führte sie zum Streifenwagen. "Jetzt ist es endlich vorbei," atmete Luis erleichtert auf, doch Ruthie drehte sich zu den anderen um. "Es ist nicht vorbei, bis ich sage, dass es vorbei ist! Macht euch auf was gefasst!"

Letzte Aktualisierung: 10.06.2010

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