4/I La vie est une soap opéra
Ruthie Mackenzie stand am Flughafen von Melody Ville und wartete, bis der Taxifahrer ihr Gepäck eingeladen hatte. "Wo soll’s denn hingehen? Zum Straßenstrich in der Baker Street?" "Halten Sie ihr dreckiges Maul," zischte Ruthie, "nach Melody Ville bitte!" Beide stiegen ins Auto und fuhren los. Während der gesamten Fahrt saß Ruthie auf dem Schoß des Taxifahrers und die Passanten schauten etwas irritiert, da Ruthie auf dem Schoß hoch- und runterhüpfte. Das Taxi hielt eine halbe Stunde später vor dem Café "Les Femmes". Ruthie Mackenzie stieg aus und gab dem Fahrer einen langen Zungenkuss. Dann nahm sie ihren Koffer und ihren Rucksack und holte noch einmal tief Luft: "Du wirst sehr überrascht sein, du dumme Fotze!" Sie ging rein und setzte sich an einen Tisch, an dem bereits drei Leute saßen, doch das störte Ruthie nicht im Geringsten. Valery sah gerade die Bestellliste durch und stellte wütend fest, dass Murgy Muschka den ganzen Bestand aus dem Lager aufgefressen hatte. "Ich komme gleich!" Ruthie Mackenzie legte ihre Mappe mit den Aktphotos, die sie zuvor in einem schmuddeligen Studio aufnehmen ließ, auf den Tisch. Hank stand von seinem Platz auf und wollte gehen. Er streifte die Mappe und diese fiel zu Boden. "Können Sie denn nicht aufpassen?" fauchte Ruthie Mackenzie. "Oh, das wollte ich nicht. Warten Sie, ich helfe Ihnen." "Nichts da, lassen Sie Ihre dreckigen Pfoten von meinen Bildern!" Sie fletschte die Zähne. Durch die Aufruhr wurde Valery aufmerksam. Sie legte sie Liste beiseite und ging zu den beiden rüber. "Ruthie Mackenzie, bist du es wirklich, du alte Schlampe?" "Ja, ich bin es." "Wow, das ist ja Wahnsinn! Du siehst ja noch genauso scheiße aus wie damals!" Sie gaben sich gegenseitig eine schallende Ohrfeige. "Was machst du denn hier? Haben Sie dich nicht vor fünf Jahren aus der Stadt gejagt?" "Das kann dir doch egal sein! Und was machst du so? Wie ich sehe arbeitest du hier!" "Nicht nur das," antwortete Valery stolz, "mir gehört das 'Les Femmes' sogar." "Laber. Bald wird es dir nicht mehr gehören!" zischte Ruthie und schüttete Valery eine Tasse mit brühend heißem Kaffee ins Gesicht.
Starring
Morgan Brittany as Hillery Carpenter
Lisa Rinna as Carrie Carpenter
Melissa McCarthy as Dana Beseburgh
Steven Culp as Ben Delany (credit only)
James Hyde as Hank Bennett
Juliett Mills as Tabatha Lopez
Juliett Mills as Tabitha Bennett
Nicholle Tom as Graaz Lopez
Thad Luckinbill as Resse Lomax (credit only)
Kelli McCarthy as Lena Lacroix
Jesse Metcalfe as Luis Figaro
Keshia Knight-Pulliam as Bambina Knirsh
Jan Hoag as Murgy Muschka
Cassidy Rae as Valery Bennett
Special Guest Star
Landry Allbright as Ruthie Mackenzie
Guest Starring
Sandra Bernhard as Marjorie Lydy
Die ersten goldenen Sonnenstrahlen dieses schönen Morgens überfluteten Melody Ville. Fast ganz Melody Ville war schon auf den Beinen, nur Lena Lacroix kroch gerade erst aus ihrem Bett und zog sich ihren mit Kaffeeflecken beschmierten Morgenmantel an und schlüpfte in die rosafarbenen Hausschuhe mit weißen Bommeln. Sie öffnete die Tür von ihrem schmutzigem Apartment und blinzelte in die hellen Sonnenstrahlen. Nachdem sich ihre Augen an die Helligkeit gewöhnt hatten, ließ sie ihren Blick über die aktive Stadt schweifen. Langsam trottete sie in Richtung Briefkasten, während sie die Ereignisse der letzten Wochen in ihrem Kopf Revue passieren ließ: Zuerst Bambinas Schummeln beim Englischtest, dann Valerys spurloses Verschwinden, Hillerys und Carries Todeskampf und natürlich ihre Kündigung an der Schule. Lenas Augen füllten sich mit Tränen bei dem Gedanken an die Schule, an der sie jahrelang ihre Schüler mit sinnlosen Tests und Strafaufgaben gequält hatte. Sie wischte sich die Tränen aus ihren Augen und griff nach der Post. Auf dem Weg zurück ins Apartment sah sie die Post durch, dabei bemerkte sie einen Brief mit der Aufschritt "Deine große Chance – greif jetzt zu!" "Hey, mal sehen was das ist," dachte sie sich und stolperte zurück in ihr einziges Zimmer. Gierig öffnete sie den Umschlag und breitete den Inhalt auf dem Fußboden aus. "Bewerb dich jetzt bei 'Melody Ville Talent Search'!" stand in großen Lettern auf dem Zettel. "Kannst du nicht singen, nicht schauspielern und besitzt sonst kein Talent? Dann komm jetzt vorbei und werde zum Superstar!" "Das ist meine Chance!" lechzte Lena und rannte zum Kleiderschrank, um sich in eine knatschbunte geringelte Leggings zu quetschen. Danach schnappte sie sich ihren Schlüssel und rannte aus dem Haus.
Tabitha stand an ihrem Wagen, als Hank aus dem Stripclub herauskam, in dem er gerade Tabatha besucht hatte. Sie ging auf ihn zu. "Hank, es tut mir leid, aber ich kriege die Vorstellung von dir und Tabatha nicht mehr aus dem Kopf. Wieso hast du mir das sagen müssen?" fragte sie Hank mit Tränen in den Augen und ihre Gesichtszüge entgleisten dabei völlig. "Tabitha, ich wollte ehrlich zu dir sein. Obwohl ich ja sonst eher auf Lügen stehe." "Damit hast du nicht nur fast unsere Beziehung gestört, sondern auch die Freundschaft zu meiner versifften Schwester!" heulte Tabitha und schlug mit der Faust gegen die Hauswand. "Aber Tabitha, das kann doch wieder werden. Jeder macht mal einen Fehler. Wir könnten zum Beispiel eine geile Dreierbeziehung führen, so ganz ohne Vorschriften," schlug Hank lächelnd vor. Tabitha schaute beschämt zu Boden. "Lass mich bitte für einen Augenblick alleine, Hank." Hank strich ihr über die Hand, dann ging er in den Stripclub zurück, um Tabatha noch ein bisschen zuzuschauen. Als Hank alleine zurückkam, stand Tabatha auf und wollte nach draußen gehen. "Tabatha, lass sie, sie verkraftet das nicht und nachher müssen wir sie wieder ins Krankenhaus bringen, darauf habe ich heute einfach keinen Bock," rief Hank ihr nach. "Schlag mich, Tabitha!" provozierte sie ihre Schwester Tabitha. "Ich habe es verdient. Wenn es dir danach besser geht, los, ich stehe auf blaue Flecken. Lass mich überlegen, in die Rippen tut es glaub ich am meisten weh." Doch Tabitha stand noch immer am Auto und würdigte Tabatha erst keines Blickes, dann hob sie den Kopf und schaute ihr in die Augen. "Tabatha, wenn du jetzt nicht reingehst, werde ich zum Tier und werde dich durch den Reißwolf drehen!" "Tabitha. Ich habe dich um einen Gefallen gebeten. Schlag mich endlich!" bettelte Tabatha ihre Schwester förmlich an.
"Ich hätte gerne einmal Lebertransuppe und einen Kaffee mit Salz," bestellte Ruthie Mackenzie gegen Mittag bei einem Kellner, als sie an einem Tisch im Restaurant "Le mauvais repas" saß. Während Ruthie auf ihr Essen wartete, vertrieb sie sich die Zeit mit einem Jo-Jo-Spiel. Mittlerweile konnte sie sogar die meisten Tricks, und ihr Lieblingstrick war Gassi gehen. "Ruthie, was für eine Überraschung," sagte plötzlich eine weibliche Stimme vor ihr und Ruthie hob ihren Kopf, so dass sie in Luis’ Gesicht schaute. "Luis, hallo, wir haben uns ja lange nicht mehr gesehen. Du warst wohl immer noch nicht im Stimmbruch, wie ich höre." Sie stand auf und gab Luis einen Begrüßungskuss. "Willst du dich nicht setzen?" bot sie ihm an und er nickte. "Ich will dich sicherlich nicht nerven, aber bist du inzwischen endlich darüber hinweg, dass man dich damals aus der Stadt gejagt hat?" wollte Luis von ihr wissen. "Das wäre zu viel gesagt, aber ich habe mich wenigstens etwas beruhigt. Aber das heißt noch lange nicht, dass ich den Kopf in den Sand gesteckt habe. Diese Stadt wird noch ihr Fett abbekommen, so wahr ich Ruthie Mackenzie heiße! Ich werde mir meine Ehre, meinen Boyfriend und meinen Swingerclub zurückholen – und vor allem Dingen Valery endlich unter die Erde bringen. Die alte Bitch wird sich noch wundern," sagte Ruthie mit fester Stimme. "Das ist die gute alte Ruthie, die ich kenne," lächelte Luis und auch Ruthie musste lächeln. "Wo wohnst du denn jetzt und vor allem, was hast du in der Zwischenzeit getrieben?" "Ich habe eine Weile Urlaub in South Beach gemacht, danach war ich für drei Wochen in Falcon Creek. Jetzt wohne ich im Hotel an der Milabu Avenue. Es war sehr entspannend, ich hatte viel Zeit zum Masturbieren – und ich habe eine Frau kennen gelernt." Demonstrativ streckte Ruthie ihre rechte Hand aus und sofort fiel Luis ein goldener Ring daran auf. "Unglaublich, du hast tatsächlich noch einmal geheiratet?" Ihm fielen fast die Augen aus dem Kopf vor Überraschung und Ruthie nickte über das ganze Gesicht grinsend. "Herzlichen Glückwunsch, Ruthie, ich hätte nicht gedacht, dass du es tatsächlich ein elftes Mal wagen würdest," meinte Luis erstaunt, "und wo ist sie jetzt? Ich würde sie gerne kennen lernen." "Das ist eine lange Geschichte, oder sagen wir lieber ein Eifersuchtsdrama mit tödlichem Ausgang. Naja, zumindest habe ich ihr Geld geerbt und kann jetzt im Luxus leben," erklärte Ruthie ihr augenzwinkernd. "Na dann bin ich auf jeden Fall schon gespannt, wen du als nächstes heiraten wirst," sagte Luis und fasste Ruthie unter den Rock.
Die Schwestern Hillery und Carrie Carpenter hatten zusammen mit Dana und deren Freundin Marjorie Lydy einen schönen Nachmittag im Schwimmbad verbracht, doch nun war es Zeit nach Hause zu gehen. "Wir treffen uns dann vorne." Dana warf Carrie noch einen Handkuss zu, bevor sie gemeinsam mit Marjorie Lydy in der Damendusche verschwand. Carrie und Hillery Carpenter gingen in die Herrendusche und stellten das Wasser an. "Ich finde, wir könnten ruhig öfter was miteinander unternehmen," meinte Hillery Carpenter, während sie sich ihrer Badehose entledigte und das Wasser auf ihren nackten Körper rieseln ließ. "Ja, mir hat es auch Spaß gemacht, vor allem als ich versucht habe, dich im Wasser zu ertränken. Dummerweise kannst du ziemlich lange die Luft anhalten." Carrie strich sich ihr nasses Haar zurück, dass ihr immer wieder zurück ins Gesicht fiel. "Du und Dana, ihr seid sehr glücklich zusammen, was?" fragte Hillery Carpenter und seifte sich ein. "Kann man so sagen, zur Zeit läuft alles prächtig," antwortete Carrie. "Und was ist mit Amber Texter aus der Milabu Avenue? Ich bin mir sicher, eure Beziehung ist auch super." "Nicht wirklich," gab Hillery Carpenter zurück, "ich denke, wir werden uns bald trennen, wir reden kaum noch miteinander, haben gar keinen Sex mehr..." "Keinen Sex? Amber müsste doch froh sein, mit dir schlafen zu können, ich meine wegen..." Carrie richtete ihren Blick zwischen Hillery Carpenters Beine. "Ach so, das meinst du, ja, früher hat es ihr viel Spaß gemacht, aber ehrlich gesagt turnt sie mich auch nicht mehr an. Da fällt es mir dann auch schwer, die 20 Zentimeter hoch zu kriegen." Hillery Carpenter grinste verlegen. "Die Operation hat sich damals wirklich gelohnt." "Na ja, ich bin auf jeden Fall sehr zufrieden mit dem, was ich habe," meinte Carrie und band sich ein Handtuch um die Hüften. "Kannst du auch." Hillery Carpenter klopfte Carrie auf die Schultern und die beiden gingen in Richtung Umkleide. Gute zehn Minuten später standen die beiden vorn in der Eingangshalle und warteten auf Marjorie Lydy und Dana, die schließlich auch endlich erschienen. "So, da wären wir." Dana öffnete ihre Badetasche. "Jetzt müssen wir uns noch fönen." "Frauen und ihr Haar," stöhnte Carrie und Hillery Carpenter warf ihr ein Grinsen zu. "Marjorie Lydy, hier ist dein Fön." Dana gab Marjorie Lydy ihr Gerät und sie steckte es in eine Steckdose. "Es dauert auch nur fünf Minuten," versprach Dana Carrie und lächelte sie an. Dann steckte sie das Kabel in die Steckdose und schaltete den Fön an. Doch anstatt eines warmen Gebläse sah man nur einen blauen Blitz und es gab einen Knall. Eine Sekunde später sackte Hillery regungslos auf dem Fliesenboden zusammen, obwohl sie gar nicht mit dem Fön in Berührung war. "Verreck in der Hölle!" zischte Carrie und trat noch einmal auf ihre Schwester ein, bevor sie aus dem Schwimmbad rannte.
Erschöpft schloss Tabatha die Tür zu ihrem Haus auf und humpelte auf einer Krücke in den Flur. "Schon wieder in diesem dreckigen Loch," sagte sie und warf einen abwertenden Blick auf die Einrichtung. Tabitha hatte sie tatsächlich geschlagen und zwar so fest, dass Tabatha sich ihr Bein gebrochen hatte. Nun musste sie auf Krücken gehen. Im selben Moment kam Graaz fröhlich die Treppe heruntergesprungen und trug ein blütenweißes Kleidchen und lange Kniestrümpfe. "Na mein Schatz, wie geht’s dir? War die Bibelstunde schön?" "Ja, ganz toll! Heute hat uns der Pfarrer gezeigt, wie Maria und Josef Jesus gezeugt haben. Er hat den Josef gespielt und meine Freundin Wanda war Maria. Am Ende war Wanda total außer Atem und sie hat immer so komisch gestöhnt. Naja, egal, Bambina und ich wollen ’ne Runde shoppen gehen! Frustkauf, du kennst das ja!" antwortete Graaz mit einem erzwungenen Lächeln und schaute hinauf zur Treppe. "Wo bleibst du denn? Die Geschäfte schließen schon in sechs Stunden!" rief sie Bambina entgegen, die im selben Moment die Treppe hinunter gestürmt kam. "Ich bin startklar! Mir war nur grad mein Tampon geplatzt." "Okay, also Mom, mach dir keine Sorgen. Ich bin in guten Händen!" "Ja, in meinen Händen ist sie besonders gut aufgehoben." Bambina leckte sich aufreizend die Lippen. Mit diesen Worten verließ Graaz begleitet von Bambina die Villa. Einen Moment lang blickte Tabatha den beiden durch das Fenster hinterher, bis der nur spärlich bekleidete Hank plötzlich hinter ihr stand. "Wo geht sie denn hin?" "Gott, hast du mich erschrocken! Sie wollte mit Bambina shoppen gehen!" "Wir haben gestern geheiratet, nicht mal eine romantische Hochzeitsnacht oder etwas dergleichen und jetzt geht sie shoppen? Bin ich hier im falschen Film oder was?" "Hank, bitte. Es ist alles nicht so leicht für sie! Das musst du doch verstehen! Sie hat gerade den Mann ihrer Mutter geheiratet, das verkraftet man in ihrem Alter nicht so leicht. Und ich finde es auch ziemlich unfair von dir, mich einfach so zu hintergehen." "Natürlich kann ich verstehen, wenn sie jetzt Zeit braucht, aber ich meine, sie geht shoppen und dann auch noch mit dieser Hure Bambina. Ich denk, die hat den letzten Englischtest verhauen! So etwas kann doch keinen guten Einfluss auf sie ausüben!"
Nach ihrem Mordanschlag auf Hillery lief Carrie durch die Straßen von Melody Ville. Sie hatte sich ein Eis gekauft und lächelte fröhlich vor sich hin, weil sie dachte, dass Hillery nun endlich tot wäre. Doch sie hatte sich geirrt, denn Hillery war nicht tot, sondern suchte ihre Schwester nun fieberhaft, um sie umzubringen. Hillery Carpenter traute ihren Augen kaum, als sie erkannte, wer ihr da auf dem Bürgersteig entgegen kam und sie drehte sich blitzschnell von ihr weg. Während Carrie an ihr vorbeiging, tat Hillery Carpenter so, als wenn sie etwas in ihrer Handtasche suchte und folgte Carrie dann in ein paar Schritten Abstand. Carrie schien nicht bemerkt zu haben, wer ihr soeben begegnet war, doch irgendwann fiel ihr auf, dass eine Person ihr auf ihrem Weg folgte. "Entschuldigen Sie wenn ich mich irre, aber verfolgen Sie mich etwa?" Carrie drehte sich genervt um und schaute in das Gesicht von Hillery Carpenter, doch da sie ihre Sonnenbrille trug, erkannte sie sie nicht auf Anhieb. "Das könntest du Recht haben, du Drecksschlampe," lächelte Hillery Carpenter und nahm ihre Sonnenbrille ab. Carrie stand vor Schreck der Mund offen und sie wollte laut losschreien, doch sie konnte nicht. "Freust du dich nicht, mich wiederzusehen?" Hillery Carpenter ging ein paar Schritte auf Carrie zu und stand nun unmittelbar vor ihr. "Du... du... bist doch tot," stammelte Carrie mit leiser Stimme und schaute direkt in Hillery Carpenters hasserfüllte Augen. "Wie leichtgläubig manche Leute doch sind." Hillery Carpenter schüttelte den Kopf. "Hast du wirklich gedacht, du wärst mich los? Dass ich tot wäre und in der Hölle schmore?" "Das hättest du auf jeden Fall verdient!" Carrie hatte ihren ersten Schock überwunden und so langsam wurde ihr einiges klar. "Pass auf was du sagst, Schlampe." Hillery Carpenter packte Carrie fest am Arm. "Ab jetzt habe ich wieder das Sagen und für dich wird es ein großes Unglück geben!" "Ach ja? Was willst du denn gegen mich unternehmen?? Willst du mich sonst umbringen?" "Keine schlechte Idee!" rief Hillery Carpenter, riss Carrie am Arm und schubste sie kurzerhand auf die Fahrbahn. Carrie konnte sich nicht mehr wehren und gerade als sie auf der Fahrbahn stand, kam in Fahrtrichtung ein Wagen angefahren, der nicht mehr rechtzeitig bremsen konnte. Es gab einen dumpfen Aufprall, Carrie wurde von dem Wagen erfasst und überfahren. Ihr Körper wurde noch ungefähr zehn Meter mitgeschleift, bevor der Wagen zum Stehen kam. Hillery sah sich schon am Ziel ihrer Träume, doch plötzlich näherte sich ihr jemand von hinten und schubste sie ebenfalls auf die Fahrbahn. Hillery konnte grad noch sehen, dass es Carrie war, die immer noch auf der Straße lag und sie gleichzeitig auf die Straße schubste. Ein herankommendes Auto erfasste Hillery, die daraufhin meterweit durch die Luft geschleudert wurde.
Es war stockdunkel, als Murgy Muschka über die Mauer des Hotels an der Milabu Avenue kletterte. Es gab zum Glück eine Alarmanlage, aber Murgy hatte einfach ihre Zauberkräfte angewendet, um sie auszuschalten. Mit leisen Schritten näherte sich Murgy Muschka dem Haus und suchte ein geeignetes Fenster zum Einsteigen. Zu ihrem Glück stand das Küchenfenster einen Spalt offen. "Wiiie unvohrsischtisch," dachte sie sich und schob es weiter auf. Dabei stieß sie absichtlich gegen eine kleine Vase, die auf der Fensterbank stand und nun mit lautem Geklirre auf den Fliesenboden knallte. "Isch lieeebe Kraaach," lachte Murgy Muschka garstig und kletterte schließlich durch das Fenster. Murgy Muschka schlich im Haus umher und fand schließlich die Küche. Sie brauchte nicht lange zu suchen, denn nachdem sie den Kühlschrank gefunden hatte, tat sich für sie ein Paradies auf. Blitzschnell schnappte sie sich ein paar Würstchen, eine Schüssel Kartoffelsalat und diverse Jogurts und verstaute alles in ihrer Tragetasche, die sie sich lässig um die Schulter gehangen hatte. "Halt!" rief plötzlich eine weibliche Stimme und das Deckenlicht ging an. In der Tür stand Ruthie Mackenzie. "Ich habe die Polizei bereits gerufen," sagte sie schnell, "sie werden sofort hier sein." "Du dumme Schlampe!" schrie Murgy Muschka und griff nach einer Erdbeertorte, die ebenfalls im Kühlschrank stand. Ohne nachzudenken schmiss sie die Torte Ruthie Mackenzie mit voller Wucht ins Gesicht. Ruthie wurde durch den Aufprall gegen die Wand geschleudert und sackte bewusstlos zu Boden. "Hmm, Erdbeeerrkremmm vommm Feinsteeen," schwärmte Murgy und ging danach zum Fenster. Wie Huntress wollte sie sich aus dem Fenster stürzen, doch da sie im Erdgeschoss war, knallte sie direkt vor dem Fenster auf den Rasen. "Veerdaamt," fluchte Murgy und humpelte davon in die Dunkelheit. Inzwischen kämpfte Ruthie Mackenzie mit dem Tod. Schließlich starb sie in der Küche. Sie war an einer Erdbeere erstickt. In Zukunft konnte sie sich die Erdbeeren von unten anschauen.














