37/V La fête du dîner
Wie an jedem gewöhnlichen Morgen deckte Tabatha Lopez auch an diesem Tag den Frühstückstisch im Hause Bennett. Fein säuberlich stellte sie die Teller hin, legte mit größter Sorgfalt die Messer im rechten Winkel daneben und positionierte die Kaffeetassen in einem gemäßigten Abstand. Zufrieden betrachtete Tabatha ihr Werk und zupfte hier und da noch an der Tischdecke, bevor sie wieder in die Küche zurückging und einen Blick in den Backofen warf, in dem sie frische Blaubeermuffins zubereitete. Etwas wehmütig blickte sie auf den Tisch, auf dem jetzt nur noch drei Gedecke standen, seit Hank ausgezogen war. Doch sie wollte sich den schönen Tag nicht durch solche tristen Gedanken verderben lassen. Als sie sich kurz umdrehte, richtete sie ihren Blick auf den Wandkalender und bemerkte zufällig einen Eintrag, den sie für den heutigen Tag aufgeschrieben hatte. Tabatha setzte sich ihre Lesebrille auf die Nase und las dann "Dinnerparty bei Dana um acht Uhr" laut vor. "Ach du meine Güte. Das habe ich ja vollkommen vergessen!" fiel es ihr wie Schuppen von den Augen. "Die arme Dana. Ihre Dinnerpartys waren einfach immer die besten," seufzte Tabatha und ließ sich auf einem der Küchenstühle nieder, während sie in Gedanken an ihre verstorbene Freundin schweifte. Doch plötzlich hatte sie eine zündende Idee. Tabatha griff zum Telefon und wählte die Nummer von Eschke Doughter. "Ja, hallo Eschke, hier ist Tabatha. Bist du gerade beschäftigt? – Ja also hör mal, ich habe gesehen, dass Dana für heute Abend eine Dinnerparty geplant hatte, und da ich hab mir gedacht, wir sollten sie trotzdem stattfinden lassen. In Gedenken an unsere liebe Dana. Was hälst du davon? – Ja, bei mir zu Hause. Ich kümmere mich um alles. – Genau. Ich werde alle telefonisch benachrichtigen. – Gut. Bis heute Abend dann. Tschüssi." Mit einem zufriedenen Lächeln auf den Lippen beendete Tabatha das Gespräch. Sie wusste, dass diese Party ganz bestimmt ein Knaller werden würde.
Starring
Landry Allbright as Ruthie Mackenzie
Halle Berry as Eschke Doughter
Francis Capra as Raoul Figaro
Marcia Cross as Preston Rogers
Courtnee Draper as Piston Rogers
Jan Hoag as Murgy Muschka
James Hyde as Hank Bennett
Keshia Knight-Pulliam as Bambina Knirsh
Jesse Metcalfe as Luis Figaro
Juliett Mills as Tabatha Lopez
Juliett Mills as Tabitha Bennett
Kay Panabaker as Dinah Beseburgh
Mackenzie Rosman as Mäckie Mackenzie
Nicholle Tom as Graaz Lopez
Guest Starring
Tamara Davies as Patty Quack
Andrea Evans as Trudy Mackenzie
William Sadler as Sheriff Parkinson
Harriet Samson Harris as Magda Muschka
Jessica Simpson as Britt Lohan
Lee Tergesen as Dick Shame
Chandra Wilson as Mironda Hailey
Zur selben Zeit verließ Trudy Mackenzie den Hörsaal. Sie hatte gerade eine zweistündige Vorlesung in "Genetic Engineering" hinter sich und ihr Schädel brummte gewaltig. Zwar hatte sie sich eifrig Notizen auf ihrem kleinen Schreibblock gemacht, doch Trudy war sich nicht sicher, ob sie überhaupt ein einziges Wort verstanden hatte. Trudy steckte sich zur Erfrischung ein Mentos in den Mund und ging dann den Flur hinunter. "Trudy! Warte mal!" schrie plötzlich eine weibliche Stimme am anderen Ende. Es war Mironda Hailey, die nun im Laufschritt auf Trudy zugedüst kam. "Mironda, schön dich zu sehen. Und, wie geht es dir?" erkundigte sich Trudy, doch Mironda tat so, als wenn sie diese Frage nicht gehört hatte. "Ich muss mit dir über deine Tochter reden." "Welche von beiden?" fragte Trudy verwirrt und erntete einen erstaunten Blick von Mironda. "Seit wann hast du zwei?" "Ach so, Mäckie ist ja gar nicht meine Tochter. Es kommt mir nur manchmal so vor, weil ich mich schon so lange um ihre Erziehung kümmere." "Vielleicht solltest du deine pädagogischen Energien lieber bei Ruthie anwenden," fuhr Mironda ihr über den Mund. "Ja, um Himmels Willen, was ist denn passiert?" fragte Trudy geschockt. "Sie hat es nicht für nötig gehalten, den von mir geforderten Aufsatz einzureichen. Und ohne den wird sie nicht an diesem College angenommen. Und sie wird es auch niemals schaffen, weder hier noch irgendwo woanders, darauf verwette ich meinen Arsch." "Aber Mironda, wir sind doch alte Freunde..." "Spar dir den Schmus, Trudy. Ich bin Dr. Hailey, ich sehe alles und ich höre alles. Ich überwache hier jeden Studenten, ob du’s glaubst oder nicht. Meine Spione arbeiten überall und jederzeit." Mit diesen Worten ließ Mironda Trudy stehen und rauschte den Gang hinunter. Trudy war vollkommen perplex. Sie lehnte ihren Kopf in den Nacken und starrte nachdenklich vor sich hin. Sie wusste, dass sie nun eine Entscheidung treffen musste.
Nach der Universität war Trudy nicht direkt nach Hause gefahren, sondern hatte noch im Jachthafen auf eine kurze Stipvisite bei ihrem neuen Lover Kapitän Dick Shame vorbeigeschaut. So kam sie also mit einer Stunde Verspätung im Hause Mackenzie an und wurde dort schon sehnsüchtig von ihrer Tochter Ruthie erwartet, die in der Küche saß und in einem Comicheftchen blätterte. "Wo hast du dich denn herumgetrieben?" fragte sie mit einem garstigen Blick, als sie ihre Mutter in der Türschwelle erblickte. Trudy antwortete jedoch nicht, sondern legte erst ihre Jacke an der Garderobe ab. "Ich sterbe vor Hunger. Wann gibt’s endlich Mittagessen?" quengelte Ruthie. In diesem Moment kam auch Mäckie in die Küche. Sie trug eine weite Hose im Militärstil, dazu ein hautenges schwarzes Top und eine rote Kappe auf dem Kopf – kein Wunder also, dass sie dafür entsetzte Blicke von Ruthie und Trudy erntete. "Was ist? Habt ihr noch nie ein Chick aus der Hood gesehen?" erwiderte Mäckie lässig und steckte sich einen rosafarbenen Kaugummi in den Mund, mit dem sie große Blasen fabrizierte. "Ein was...? Wie auch immer, in dem Aufzug gehst du mir nicht auf die Straße. Nein, kommt gar nicht in die Tüte." "Du kannst es mir aber nicht verbieten, Tante Trudy. Du bist nicht meine Mutter!" erwiderte Mäckie in einem weinerlichen Ton. "Da kann sie aber auch nur froh sein!" lachte Ruthie sich ins Fäustchen. "Na schön, bevor hier wieder Tränen fließen – aber um acht Uhr bist du wieder zu Hause," gab Trudy schließlich nach, denn sie wusste genau, wie zickig Mäckie sein konnte, wenn sie nicht das bekam, was sie wollte. "Sagen wir lieber zehn Uhr. Ich kann Raoul doch nicht enttäuschen." Mäckie stakste in ihren hohen Lederboots an Trudy vorbei und hing sich eine Handtasche mit Netzeinsätzen über die rechte Schulter. Nur wenige Sekunden später hatte sie bereits das Haus verlassen. "Ein Glück, dass sie weg ist. Dann gibt’s beim Mittagessen mehr für mich," triumphierte Ruthie, doch Trudy verpasste ihr einen Dämpfer. "Wir essen heute auswärts. Ich muss noch kurz was erledigen, aber in zehn Minuten geht’s los." "Okay," nickte Ruthie und schaute ihre Mutter misstrauisch an, "aber beeil dich gefälligst!"
Während andere Leute in Melody Ville fleißig bei der Arbeit waren oder die Schulbank drückten, gingen zwei Personen diesen Tag viel ruhiger an: Piston Rogers und Luis Figaro planschten zuweilen in der großen Badewanne im ersten Stockwerk des Hauses der Familie Rogers. "Oh, du bist so aufregend," stieß Luis einen Lustschrei aus, "aufregender als alles andere, was ich jemals kannte." "Das war doch erst der Anfang," kicherte Piston vergnügt und schmierte Luis’ Brust mit Schaum ein. Unbemerkt von den beiden kehrte jedoch Pistons strenge Mutter Preston Rogers just in dieser Minute nach Hause zurück. Piston wurde erst alamiert, als sie die Haustür ins Schloss fallen hörte. "Verdammter Mist!" rief sie entsetzt aus, "wenn sie uns erwischt, ist alles aus." Mit einem Satz hüpfte sie aus der Wanne und schlang sich schnell ein Handtuch um ihren nassen Körper. Luis folgte ihr, so schnell es ging. "Komm schnell! Los, mach schon, beeil dich! Los, los, los!" "Wohin denn?" jammerte Luis und er hatte das Gefühl, jede Sekunde einen Schwächeanfall zu erleiden. "Aus dem Fenster! Dann kannst du durch den Garten flüchten!" erklärte Piston und öffnete die Verriegelung. Als sie merkte, dass Luis zögerte, verpasste sie ihm einen Hieb, so dass er nach unten stürzte. Dabei verlor er sein Handtuch und lag nun splitternackt auf Prestons preisgekrönten Petunien. Piston konnte ihm jedoch nicht mehr helfen, da Preston gerade in diesem Augenblick die Treppe hochkam. Piston konnte das Fenster in letzter Sekunde schließen. "Oh... hi Mom, du bist ja wieder da?" "Wie du siehst. Ich dachte, ich hätte hier oben eben verdächtige Geräusche gehört. War da nicht eben eine männliche Stimme?" schaute Preston ihre Tochter misstrauisch an. "Nicht dass ich wüsste. Also das hätte ich ja wohl gemerkt," stellte sich Piston dumm, um keinen Verdacht zu erwecken. "Zieh dir was über, sonst erkältest du dich," ermahnte Preston sie und ging dann wieder ins Erdgeschoss zurück. Dort angekommen, holte sie eine Tafel Schokolade aus dem Vorratsschrank und machte sich auf den Weg zur Kellertür. Im Kellerraum war es wie immer stockdüster und Preston legte die Schokolade hinter der Tür auf den Fußboden. "Als kleine Gutmachung, dass ich so lange weg war," flüsterte sie leise. Als sie hörte, dass das morsche Bettgestell im Zimmer quietschte, schloss Preston die Türe eilig wieder zu.
Gegen Mittag düsten Trudy und ihre Tochter Ruthie Mackenzie mit ihrem Elektroauto durch die Gegend. Längst hatten sie die Stadtgrenze von Melody Ville hinter sich gelassen und Ruthie wunderte sich langsam, wohin sie wohl fahren würden. "Wie lange soll das denn noch so gehen?" fragte sie schließlich ihre Mutter, die stets mit nach vorne gerichtetem Blick auf die Fahrbahn starrte. "Keine Sorge, wir sind gleich da." "Fahren wir etwa zu Mackenzie Fried Chicken nach Bramsenbach-Dromsenbusch? Das wäre echt prall, da würden wir ja alles umsonst bekommen." Damit hatte Ruthie hundertprozentig Recht, denn die Fastfood-Kette "Mackenzie Fried Chicken" war die neueste Tochterfirma von "Mackenzie Enterprises", der weltweit operierenden Firma von Buffi Mackenzie, der Grande Dame des Mackenzie Clans. Doch Ruthie hatte sich zu früh gefreut, denn nur wenige Minuten später kam das Auto vor einem umzäunten Gelände zum Stehen. Davor stand ein Schild mit der Aufschrift "Camp Harmony". "Was ist das denn? Ich will Burger und Fritten, verdammt noch mal, und die gibt’s hier nicht! Mutter, was soll das?" Ruthie war drauf und dran, ihrer Mutter an die Gurgel zu springen. "Es ist mir wirklich nicht leicht gefallen, Ruthie, das musst du mir glauben. Aber als ich heute Morgen von meiner guten Bekannten Mironda Hailey erfahren habe, dass du am College nicht angenommen wirst, da wurde mir schlagartig klar, dass ich gewaltigen Mist gebaut habe. Es ist alles meine Schuld." "Komm endlich zur Sache!" "Es ist besser, wenn ich dich für eine Weile in fremde Hände gebe, bis ich mein eigenes Leben auf die Reihe bekommen habe. Weißt du, die ganze Sache mit Dick, ich weiß ja noch gar nicht, wo das hinführen wird. Vielleicht heiraten wir sogar. Aber das haben wir noch gar nicht besprochen. Und dann mein Studium. Ach, es ist alles so anders und kompliziert in letzter Zeit. Ich hoffe, du verstehst das." "Ich verstehe nicht ein einziges Wort von dem Scheiß, denn du da von dir gibst!" rastete Ruthie nun vollends aus. Plötzlich wurde die Beifahrertür von außen geöffnet und vier Arme packten Ruthie und zerrten sie aus dem Auto hinaus. "Hey, lassen Sie Ihre dreckigen Pfoten von mir!" "Ich will doch nur dein Bestes," versicherte Trudy ihrer Tochter, während sie zuschaute, wie Ruthie von den Wärtern des Camps abtransportiert wurde und hinter dem eisernen Tor verschwand.
Der Tag war wie im Fluge vergangen und Tabatha hatte das gesamte Haus der Bennetts auf Vordermann gebracht, um die Dinnerparty so hervorragend wie möglich zu gestalten. Nach und nach trudelten nun auch die Gäste ein, darunter befanden sich unter anderem Eschke Doughter, Trudy Mackenzie und ihr Begleiter Kapitän Dick Shame, Dinah Beseburgh, Patty Quack und sogar Sheriff Parkinson. Tabatha bewirtete alle Gäste feierlich und mit glühenden Wangen – doch ihre gute Laune war verflogen, sobald Hank und Britt Lohan auf der Party erschienen. Darüber war sie so erbost, dass sie sich in die Küche zurückzog. Als Graaz schließlich mit einer Triangel zum Essen läutete, nahmen alle erwartungsvoll ihre Plätze an der großen Tafel ein. Tabatha hatte ein feines französisches Menu vorbereitet und es schmeckte allen vorzüglich. Dennoch war die Atmosphäre sichtlich angespannt und so plante Trudy, nachdem sie bereits ihr drittes Glas Wein getrunken hatte, die Runde mit fröhlichen Anekdoten aufzuheitern. "Wusstet ihr, dass Dick auf allen sieben Weltmeeren unterwegs war?" "Echt? Ist nicht wahr!" sagten alle erstaunt und langsam entstand eine rege Diskussion bei Tisch. Patty hatte unterdessen eine SMS auf ihr Handy bekommen. "Komm so schnell wie möglich zum Bootschuppen. Es ist wichtig. B." Patty dachte natürlich sofort, dass es sich bei dem Verfasser der SMS um den verschollenen Ben handelte. "Entschuldigen Sie mich bitte. Mir ist ein dringender Notfall dazwischen gekommen." Während Patty die Party verließ, lachten und kicherten die anderen Gäste. "Einmal, da waren wir im Melody Land, und da konnte Rex nicht seine Finger von mir lassen. Wir haben es in der Geisterbahn gemacht und wurden dann des Parks verwiesen," erzählte Eschke und lachte Tränen dabei. "Meine Mäggi und ich, wir haben unserem Nachbarn immer die Zeitung geklaut. Als er eines Tages auf dem Präsidium eine Anzeige erstattet hat, habe ich den Verdacht auf den Nachbarn auf der anderen Seite gelenkt und er kam für sechs Jahre ins Gefängnis," klopfte sich Sheriff Parkinson auf die Schenkel. "Hank und ich, wir hatten jahrelang eine Affäre," platzte es schließlich aus Tabatha heraus und sie schaute mit versteinerter Miene in die Runde.
Patty Quack war mit Höchsttempo über die Milabu Avenue gebrettert und hatte ihren Wagen dann auf einem Park-und-Ride-Platz abgestellt, um zu Fuß durch das Dickicht zum alten Bootsschuppen zu gehen. Sie war fest davon überzeugt, das Mysterium um Bens Verschwinden endlich zu lösen. Vielleicht hatte er wichtige Informationen für sie, was den Tod von Dana betraf, und er musste sich versteckt halten, da der wahre Mörder hinter ihm her war? Pattys Herz klopfte wie wild, als sie den Schuppen endlich erreichte. Die Tür war nicht abgeschlossen und so betrat Patty das morsche Gebäude. Kaum war sie drinnen, fiel die Tür mit einem Knall wieder ins Schloss und Patty zuckte erschrocken zusammen. Als sie einen weiteren Schritt nach vorne machte, stieß sie mit dem Knie gegen ein versifftes Kanu, das schon seit mehr als fünfzig Jahren nicht mehr benutzt worden war. "Ben? Bist du hier drin? Sag doch was!" Da es in dem Schuppen stockdunkel war, fischte Patty eine Packung Streichhölzer aus ihrer Handtasche und zündete eins davon an. Doch das hätte sie besser nicht getan, denn sobald es um sie herum etwas heller wurde, bot sich ihr ein Bild des Grauens: Bens Leiche war an einem Haken an der Decke befestigt und baumelte in der Mitte des Schuppens. Patty stieß einen gellenden Schrei aus und machte direkt drei Schritte rückwärts, doch dann wurde sie plötzlich von einer hinter ihr stehenden Person in den Schwitzkasten genommen. Eine Taschenlampe blitzte auf und leuchtete direkt in Pattys Gesicht. "Hallo Püppchen. Danke, dass du meine Einladung angenommen hast," lachte eine weibliche Stimme. Es war niemand Geringeres als Magda Muschka. "Ich... ich kriege keine Luft mehr...," röchelte Patty, während Magda ihr immer weiter die Kehle zudrückte. "Das interessiert mich nicht die Bohne." Schließlich ließ Magda Patty doch los und versetzte ihr einen Tritt, so dass Patty nach vorne stürzte. "Sie schnüffeln mir zu viel herum, Doktor Quack. Solche Menschen konnte ich noch nie ausstehen." Mit diesen Worten nahm Magda eines der schweren Paddel, die zuhauf im Schuppen lagen, und schlug damit auf Patty ein. Sie hörte erst auf, als sich Patty schon längst nicht mehr bewegte.
Nach Tabathas Offenbarung war es einige Sekunden lang vollkommen still im Wohnzimmer der Bennetts. Tabitha, die ihrer Zwillingsschwester Tabatha am Kopfende der Tafel gegenüber saß, realisierte ganz langsam, dass ihre Schwester und ihr Ehemann sie jahrelang hintergangen hatten. "Ihr hattet also eine Affäre? Etwa eine sexuelle?" "Tabitha, bitte reg dich nicht auf. Denk an deinen Blutdruck," versuchte Tabatha sie zu beschwichtigen. "Ich rege mich nicht auf. Ich bin die Ruhe selbst," versicherte Tabitha mit einem zuckersüßen Lächeln, doch schon im nächsten Moment sprang sie wie von der Tarantel gestochen auf und warf den kompletten Esstisch mit einem Satz um, so dass das gesamte Geschirr zu Boden fiel und in tausend Scherben zersplitterte. Die restlichen Partygäste versuchten sich in Sicherheit zu bringen und Graaz geleitete sie schnell hinaus, nur Eschke Doughter blieb noch, denn sie witterte eine neue Topstory. "Was meinst du wohl, wieso ich Hank sonst vor die Tür gesetzt habe?" "Du hast ihn vor die Tür gesetzt? Wann soll das denn gewesen sein?" "Wahrscheinlich hast du das nicht mitbekommen, weil du wieder einmal eine Überdosis Beruhigungstabletten geschluckt hast! Ich habe es satt, ständig deinen Babysitter zu spielen!" Tabatha war den Tränen nahe, doch das kümmerte Tabitha nicht. "Als Ausgleich dafür hast du dir ja meinen Ehemann gekrallt, du mieses Miststück! Und sowas nennt sich Schwester! Ausrasten könnte ich, wenn ich es nicht schön täte!" "Man tut eben, was man tun muss," verteidigte Tabatha ihre Taten der vergangenen Jahre, "und seien wir doch mal ehrlich: Hank hat sich bei mir getröstet, damit er das bekommt, was du ihm nie geben konntest!" "Pah! Ich habe ihm immer freiwillig den Sportteil gegeben!" erboste sich Tabitha, während sich Eschke Notizen machte, um auch ja kein Detail der Konversation zu verpassen. "Er will sich übrigens von dir scheiden lassen, um sein neues Flittchen, diese Britt, zu heiraten. Das habe ich heute zufällig während der Party mitbekommen. Und damit er keinen Unterhalt an dich zahlen muss, will er ein ärztliches Gutachten erstellen lassen, in dem bescheinigt wird, dass du kerngesund bist! Und dann habe ich dich mein ganzes Leben lang am Hals!" jammerte Tabatha ungehemmt. Plötzlich gab Tabitha einen lauten Schrei von sich, fasste sich an ihr Herz und plumpste wie ein Sack Kartoffeln zu Boden. "Oh mein Gott, Tabitha! Eschke, rufen Sie sofort einen Arzt, ich glaube meine Schwester hat einen Herzinfarkt!" rief Tabatha entsetzt aus und eilte ihrer Schwester zur Hilfe.














