32/IV L’ultime combat (2)
Der nächste Tag war in Melody Ville angebrochen und es war der Tag, an dem der Abschlussball für die diesjährigen Absolventen der "St. George High School" stattfinden sollte. Als Location wurde der Festsaal im Hotel in der Milabu Avenue ausgesucht, der in den letzten Wochen bereits des Öfteren durch negative Schlagzeilen aufgefallen war. Alle Schüler der Abschlussklasse hatten sich am frühen Nachmittag im Saal eingefunden, um diesen zu dekorieren und um für den Abend zu proben. Während Bambina und Sära lustige und bunte Girlanden aufhingen, stand Graaz auf der Bühne und ging ihre 12-seitige Rede noch einmal durch. Unterdessen hatte sich Mäckie Mackenzie bereits in Schale geworfen und stand nun in ihrer Abendgarderobe auf der Tanzfläche. Als ihre Cousine Ruthie Mackenzie den Raum betrat und Mäckie erblickte, lief sie vor Wut rot an: Mäckie trug das Kleid, was ihre Oma Buffi Mackenzie bei ihrem Abschlussball getragen hatte und was eigentlich Ruthie an diesem Tag anziehen sollte. Aber da Mäckie um einiges kleiner war, hatte sie das Kleid einfach mit einer Heckenschere gekürzt, denn sie wollte nicht schon wieder auf Stelzen laufen. "Zieh das sofort aus, du mieses Drecksstück!" schrie Ruthie außer sich und stürzte sich ohne Vorwarnung auf ihre Cousine. Ruthie drückte Mäckie zu Boden, doch Mäckie, die nach der Attacke von Murgy einen Selbstverteidigungskurs belegt hatte, wandte einen geschickten Judogriff an und konnte somit die Oberhand gewinnen. "Du bist Trash, Mäckie, und wirst es immer bleiben!" keuchte Ruthie. "Ich schwöre bei Gott, ich brech dir den Arm, du Hure!" zischte Mäckie und stampfte mit ihren High Heels auf Ruthies Rücken. "Nicht bevor ich deinen breche!" schrie Ruthie plötzlich wie am Spieß, bäumte sich auf und wirbelte Mäckie einmal im Kreis, bevor sie sie in den Würgegriff nahm. Danach stieß sie ihre Cousine von sich weg, so dass diese zu Boden stürzte, und Ruthie trat mit dem Fuß auf die Schleppe des Kleids, so dass dieses hinten aufriss und die Naht sich bis zu Mäckies Arsch aufribbelte. "Du... du hast Grandmas Kleid zerstört," brach Mäckie in Tränen aus. "Wenn ich es schon nicht tragen kann, sollst du es auch nicht mehr tragen können. Und dich heulen zu sehen, ist das schönste Geschenk zum Highschoolabschluss," lachte Ruthie diabolisch. Mäckie sammelte die Fetzen auf, die einst ihr Kleid darstellten, und lief danach verstört nach draußen. "Was glotzt ihr denn so bescheuert? Müsst ihr nicht noch eine Party vorbereiten? Die Zeit läuft! Hopp Hopp!" schrie Ruthie in Bambinas und Säras Richtung, die sich sofort wieder ihrer Arbeit widmeten, während Ruthie fröhlich pfeifend zum Zigarettenautomaten schlenderte.
Starring
Landry Allbright as Ruthie Mackenzie
Halle Berry as Eschke Doughter
Steven Culp as Ben Delany
Jan Hoag as Murgy Muschka
James Hyde as Hank Bennett
Keshia Knight-Pulliam as Bambina Knirsh
Melissa McCarthy as Dana Beseburgh
Jesse Metcalfe as Luis Figaro
Juliett Mills as Tabatha Lopez
Juliett Mills as Tabitha Bennett
Chad Michael Murray as Chad Lennox
Mackenzie Rosman as Mäckie Mackenzie
Nicholle Tom as Graaz Lopez
Guest Starring
Jessica Biel as Emba van de Driesche
Alexis Bledel as Sära van de Driesche
Chea Courtney as L′Ange
David Gallagher as Harry Crane
Jennifer Love Hewitt as Mary Frances
Catherine Hicks as Miss Schlivi
Sandra Vidal as Sierra Leone
Nervös stand Graaz vor dem Eingang zum Festsaal und schaute alle zwei Sekunden auf die Uhr. Hier hatte sie sich mit Luis Figaro verabredet, da sie ihn fragen wollte, ob er ihre Begleitung für den Abschlussball sein wollte. Doch statt Luis tauchte nach wenigen Minuten Bambina Knirsh auf. "Oh no, wat willst du denn here? Geh outta my way, sofort!" zischte Bambina und baute sich bedrohlich vor Graaz auf. "Halt deine Schnauze, du abgebrühtes Nichts! Soll ich dir den Gerichtsbeschluss zeigen, worin steht, dass du in Zukunft dreißig Meter Abstand von mir halten musst? Wenn ich will, kann ich sofort die Bullen rufen und die buchten dich direkt wieder ein! So sieht′s aus, meine Liebe. Und außerdem bin ich jetzt mit Luis verabredet, als stehle mir nicht meine kostbare Zeit. Wir wollen nämlich zusammen auf den Ball gehen," sagte Graaz Bambina die schonungslose Wahrheit ins Gesicht. "So what. That′s sehr interesting, aber I think du hast dich geirrt. Nobody but me wird mit Luis abdancen gehen, sweety pie. Du bist dismissed, honey!" lächelte Bambina diabolisch. Graaz wollte ihr eine bissige Antwort geben, doch in diesem Augenblick ließ sich Luis endlich blicken. "Hallo," sagte er leise und schaute die beiden Mädchen abwechselnd an. "Hallo Luis!" sagten die zwei gleichzeitig und setzen ein künstliches Lächeln auf. "Und? Was ist nun? Wen von uns beiden willst du heute groß ausführen?" fragte Graaz mit einem nervösen Unterton in der Stimme. "Nun ja... äh... wisst ihr, das ist so...," begann Luis zu stammeln, doch plötzlich erschien niemand Geringeres als Ruthie Mackenzie hinter ihm. "Hallo, ihr!" rief sie fröhlich und hakte sich dann bei Luis ein. Graaz und Bambina starrten sie ungläubig an. "Moment: Du... und Ruthie? Ihr geht zusammen zum Ball?" "Ja, ganz recht!" triumphierte Ruthie mit erhobenem Haupt. "Komm, lass uns gehen. Wir haben noch eine Menge vor heute Abend. Ciao ciao." Ruthie winkte Graaz und Bambina zu und verschwand dann mit Luis im Inneren des Saals.
Es war mittlerweile kurz vor acht Uhr abends und die ersten Gäste betraten den Festsaal im Hotel der "Milabu Avenue", um der Abschlussfeier beizuwohnen. Freunde und Verwandte von nah und fern hatten sich eingefunden, um das größte Ereignis des Jahres hautnah mitzuerleben. Doch es gab auch jene, die nicht unbedingt in diese Kategorie passten: Just in diesem Moment stand niemand Geringeres als Mary Frances am Eingang und zeigte ihre Eintrittskarte vor. Sie hatte eine graue Perrücke auf dem Kopf und eine Nickelbrille auf der Nase. "Und Sie sind...?" fragte Harry Crane, der sich bereit erklärt hatte, sich um den Einlass zu kümmern. "Buffi Mackenzie. Sagen Sie bloß, Sie kennen meinen Namen nicht?" zischte Mary Frances garstig. Nachdem sie Chastity in ihrem Wohnwagen überfallen hatte, hatte sie diese aus dem Weg geräumt und sich danach die Handtasche von Buffi Mackenzie unter den Nagel gerissen, welche Chastity zuvor gestohlen hatte. Harry schaute Mary Frances skeptisch an und erinnerte sich schlagartig an eine Begebenheit aus der Vergangenheit... "Ich setze 10.000 auf die die Sieben Rot." "Das würde ich nicht tun, Teuerste. Die Sieben Rot hat die letzten Male gewonnen. Ich schlage Ihnen die Neun Schwarz vor," riet Harry ihr. Mary sah über ihre Sonnenbrille hinweg und formte ihre feuerroten Lippen zu einem Kussmund. "Kümmer dich um deinen eigenen Einsatz, Herzchen!" "Rien ne vas plus!" rief schließlich der Bankier und brachte die Kugel ins Rollen. Mit einem Augenzwinkern beförderte Mary die Kugel zu Sieben Rot. "Sie sind gar nicht Buffi Mackenzie! Sie sind eine Hochstaplerin!" rief Harry entsetzt aus und wollte auf den Alarmknopf drücken, der sich neben ihm an der Wand befand, doch Mary Frances zog in Windeseile ihren Revolver aus der Handtasche und zielte damit auf Harry. "Kümmer dich um deinen eigenen Einsatz, Herzchen - und der ist heute Abend dein Leben!" lächelte sie eiskalt und formte ihre feuerroten Lippen zu einem Kussmund. Danach drückte sie ab.
Ruthie Mackenzie hatte die Waschräume des Hotels in der Milabu Avenue aufgesucht, um sich ein wenig frisch zu machen. Sie wollte nämlich perfekt gestylt ihre Schullaufbahn beenden. Als sie die Türe zum Waschraum aufstieß, entdeckte sie eine alte Bekannte, die gerade dabei war sich die Nase zu pudern. "Was hast du hier verloren?" zischte Ruthie und schlug Sierra ihr Schminktäschchen aus der Hand. "Ich wollte mich nur kurz frisch machen. Ich muss doch gut für meinen Tonni aussehen," erwiderte Sierra und begann ihre Sachen vom Boden einzusammeln. "Du siehst schon billig genug aus. Und den Status, den du jetzt genießt, hast du auch nur mir zu verdanken. Ich war es schließlich, die dich damals in der Gosse aufgelesen hat. Aber hast du mir jemals dafür gedankt? Stattdessen hast du mich nur ausgenutzt." "Ich weiß überhaupt nicht, wovon du redest." Sierra wollte gerade gehen, doch Ruthie packte sie am Arm und stieß sie zu Boden. "Sieh dich doch an. Botox, Silikon, das alles hast du von meinem Geld bezahlt." "Es war nicht dein Geld. Es war das Geld von Raffi, dass du dir durch die Heirat mit ihm erschlichen hast." Sierra versuchte ihren verrutschen Push-Up-BH wieder zurecht zu rücken. "Aber was in elendigen Erinnerungen schwelgen. Raffi ist tot, ich bin reich und werde gleich mein Diplom bekommen. Also geh mir aus dem Weg du billige Modepuppe," rief Ruthie garstig aus und ihre Augen formten sich dabei zu kleinen Schlitzen. "Da wäre ich mir nicht so sicher," lachte Sierra ihrer Erzfeindin ins Gesicht. "Ich habe dich nämlich in Spanisch durchfallen lassen." "Du warst schon immer ein Miststück sondergleichen. Und das wirst du noch bereuen!" Mit diesen Worten riss Ruthie die Türe auf und da es eine Schwingtüre war, schleuderte sie sie Sierra mitten ins Gesicht, die daraufhin bewusstlos zu Boden fiel.
"Ach, ich bin ja so aufgeregt, dass meine Tochter, meine kleine süße Tochter, heute ihren Abschluss macht. Am liebsten würde ich diesen Tag niemals enden lassen," rief Tabatha Lopez entzückt aus, als sie gemeinsam mit ihrer Zwillingsschwester Tabitha und deren Mann Hank den Festsaal betrat. "Guten Abend, Frau Muschka, was machen Sie denn hier?" fragte sie, als sie Murgy Muschka im Getümmel entdeckte. "Oooh, gibt gute Essen heute hier, deswegen isch bin hier, mjam mjam," begann Murgy lauthals zu lachen, doch plötzlich erstarrte sie vor Schreck, als sie niemand Geringeres als Lücie in der Menschenmenge entdeckte. Diese hatte einen großen Schlapphut auf dem Kopf und schaute sich verstohlen um. "Entschuldigen′s misch!" rief Murgy und rempelte die umstehenden Leute an, um zur anderen Ecke des Saals zu laufen. Bei jedem ihrer Schritte wackelte das Gebäude wie bei einem Erdbeben. "Isch hab′s Lücie g′sehen," flüsterte Murgy Hexina van Halen ins Ohr, die abseits hinter einem Pfeiler stand. "Ich wusste, dass sie heute Abend kommen würde. Sie wird sich bestimmt diese Gelegenheit nicht entgehen lassen, das Amulett einzusetzen, um sich ganz Melody Ville gefügig zu machen. Aber das werden wir verhindern. Wo ist denn nur dieser Trottel von Chad? Es ist einfach nicht zu fassen!" zischte Hexina und schlug mit der blanken Faust gegen den Pfeiler. Indessen hatten sich auch Dana Beseburgh und Ben Delany zu Tabatha und den anderen gesellt, und Sära reichte den Anwesenden ein paar Häppchen auf einem silbernen Tablett. "Sie sehen einfach zauberhaft aus, Sära. Aber sagen Sie, müssen wir auch wirklich keine Angst vor kriminellen Übergriffen haben? Diese Lücie ist schließlich immer noch auf freiem Fuß," machte sich Dana große Sorgen. "Keine Panik. Die SoKo Melody Ville ist in Alarmbereitschaft und wenn es brenzlig wird, muss ich nur auf diesen kleinen Knopf drücken. Sehen Sie?" Sära deutete auf ein Armband, dass sie trug, auf dem in der Mitte ein kleiner roter Knopf prangerte. "Sagenhaft! Dann kann ja gar nichts mehr schiefgehen. Auf diesen wunderbaren Abend!" erhob Tabatha das Glas und kurz darauf stießen sie alle miteinander an.
"Bevor wir die Zeugnisse ausgeben, möchte ich die Stufenbeste Graaz Lopez auf die Bühne bitten, die dieses Jahr die Abschussliste, äh, ich meine natürlich die Abschlussrede halten wird. Applaus, Applaus!" rief L′Ange, welches kurzfristig die Moderation der Feier übernommen hatte, weil die Schuldirektorin Miss Schlivi aufgrund ihres Unfalls nicht an der Zeremonie teilnehmen konnte. Graaz betrat schließlich in ihrer schwarzen Robe die Bühne und ging zum Pult. "Das ist mein Mädchen!" quietsche Tabatha verzückt und zeigte mit dem Finger auf ihre Tochter. "Meine verehrten Damen und Herren, liebe Freunde und Verwandte, ein ereignisreiches Jahr liegt hinter uns und ich glaube, ich kann mit Sicherheit behaupten, dass dies ein Jahr der Veränderung für uns alle war. Auch ich habe mich verändert. Noch vor einem Jahr habe ich das Leben durch eine rosarote Brille gesehen, doch im vergangenen Schuljahr habe ich festgestellt, dass jeder, wirklich jeder in dieser Stadt ein dunkles Geheimnis hat. Und heute habe ich abermals gemerkt, wie sehr ich die meisten von ihnen verachte. Nehmt zum Beispiel meine ehemalige beste Freundin Bambina - sie ist nichts weiter als ein kleines Stück Scheiße. Und sie hat versucht mich umzubringen. Oder was ist mit Mäckie, dieser arroganten Ziege, die nur durch Erpressung zum Erfolg kam. Glaubt ihr etwa, der Sportwagen stammt aus ihrem eigenen Vermögen? Alles Quatsch, sie hat ihn sich von ihrer Schwiegermutter Florke erpresst und sie danach in der Gosse liegen gelassen. Und der Rest von euch ist genauso, also bildet euch bloß nichts ein! Wenn ihr könntet, würdet ihr euch doch alle auf der Stelle gegenseitig umbringen!" Kaum hatte Graaz diesen letzten Satz ausgesprochen, schaute sie nach oben und erstarrte vor Schreck: An der Decke des Saals hing die blutverschmierte Leiche von Harry Crane, die von Mary Frances mit einem unsichtbaren Faden befestigt worden war. Graaz konnte gerade noch "Achtung!" brüllen, als Mary Frances, die sich in der hintersten Ecke des Saales versteckt hatte, den Faden durchschnitt und die Leiche mit Tempo 180 nach unten in die Menge stürzte.
Nach diesem schockierenden Ereignis musste der Festsaal komplett geräumt werden und die Kriminalpolizei untersuchte den Tatort auf Spuren. Graaz stand am Hintereingang neben den Mülltonnen und starrte mit einem leeren Blick vor sich hin. "Oh my God, ich bin immer noch totally out of my mind," meinte Bambina, die nun auftauchte. "Ich auch. Wer rechnet denn mit sowas?" "Graaz, we are living in Melody Ville. Here musst du always auf the Hut sein. Denk doch nur about Luis and that Flittchen Mackenzie. Er hat uns total punk′d." Kaum hatten die beiden über Ruthie gesprochen, erschien sie ebenfalls auf der Bildfläche, und sie hatte jedes Wort mitangehört. "Soll ich euch mal was sagen? Luis hat euch nicht nur heute Abend verarscht, sondern die ganze Zeit über. Er will keine von euch beiden - wieso auch, er hat ja schließlich mich!" lachte Ruthie garstig und steckte sich eine Zigarette an. "What soll dat heißen?" fragte Bambina geschockt. "Das soll heißen, dass Luis und ich bereits seit zwei Jahren eine Affäre haben! Genau genommen, seitdem ich damals nach Melody Ville zurückgekommen bin. Luis ist der einzige Mensch, auf den ich mich wirklich verlassen kann, und er unterstützt mich bei all meinen Taten. Ratet mal, wer mich damals mit dem Helikopter aus der brennenden Lagerhalle gerettet hat? Ganz recht, das war Luis! Ihr zwei Pestbeulen ward doch nur Spielzeuge für ihn. Und jetzt schert euch zum Teufel, Luis kommt gleich und wird mich groß zum Essen ausführen." Graaz war wie vom Donner gerührt, als sie diese Worte vernahm, und ihr stiegen Tränen in die Augen. Wie von der Tarantel gestochen, lief sie davon. "Du bist so eine dirty whore!" schrie Bambina Ruthie ins Gesicht und rannte dann hinter Graaz her. "Graaz! Wait, wait! Wir müssen talken!" Doch Graaz blieb nicht stehen und lief hinaus auf die Milabu Avenue. In diesem Moment kam ein schwarzer Porsche die Straße entlanggebraust - am Steuer saß niemand Geringeres als Miss Schlivi, die kurzfristig aus dem Krankenhaus entlassen worden war und nun zum Hotel raste, um doch noch an der Abschlussfeier teilnehmen zu können. Bambina hatte Graaz endlich eingeholt und wollte sie zum Anhalten zwingen. "Lass mich los! Ich will jetzt niemanden sehen!" schrie Graaz und stieß Bambina von sich weg. Plötzlich sahen die beiden Mädchen nur noch die Scheinwerfer des herannahenden Wagens und es war für beide zu spät, um sich noch in Sicherheit zu bringen. Nur zwei Sekunden später gab es einen furchtbaren Unfall.
Derweil saß Lücie im Keller unter dem Festsaal und ärgerte sich maßlos, dass ihr Plan nicht aufgegangen war. Durch die Sache mit der Leiche war der Festsaal nun komplett leer und sie konnte nicht die Weltherrschaft an sich reißen. "Wer auch immer für diese Aktion verantwortlich ist, wird dafür elendig in der Hölle schmoren," zischte sie und wienerte das Amulett mit ihrem Shirt blitzeblank. Plötzlich vernahm Lücie Schritte. Vorsichtig stand sie von der Apfelsinenkiste auf und begab sich in Abwehrstellung. "Wer ist da?" zischte sie und das Echo hallte durch die gesamten Kellerräume. "Gute Freunde, meine Süße," erwiderte eine weibliche Stimme und im spärlichen Licht wurde nun die Silhouette von Hexina van Halen sichtbar, die gefolgt von Murgy Muschka und Chad Lennox auftauchte. "Was zum Teufel wollt ihr denn?" "Das weißt du ganz genau, du geklonte Schlampe. Rück auf der Stelle das Amulett raus. Du kannst sowieso nicht damit umgehen. Nur in der Hand eines Mediums, das sich mit schwarzer Magie auskennt, kann es seine wahre Wirkung entfalten. Also, wird′s bald?" forderte Hexina sie auf und streckte ihre gierigen Finger nach dem kostbaren Kleinod aus. "Nur über meine Leiche! Ich habe alles genau geplant und ich werde mich nicht von euch aufhalten lassen!" schrie Lücie und umklammerte das Amulett fest. "Hände hoch und lass das Amulett fallen!" ertönte plötzlich eine weitere Stimme und die vier drehten sich erstaunt um: In der Kellertür stand Sära van de Driesche, die ihre Pistole auf die Gruppe gerichtet hat. "Du jagst mir keine Angst ein, du mageres Huhn!" lachte Lücie diabolisch. "Du hast meine Schwester getötet und deswegen werde ich jetzt dich töten! Und ich werde nicht eher aufgeben, bevor ich diesen Auftrag erledigt habe!" machte Sära deutlich, dass es ihr voller Ernst war. Während sie Augenkontakt mit Lücie hielt, schlich Chad um Sära herum und trat ihr ohne Vorwarnung in den Rücken. Sära stürzte schreiend zu Boden und ließ ihre Waffe fallen. Sofort brach ein regelrechter Tumult in den Kellerräumen aus: Hexina feuerte einige Energiebälle ab, Lücie verschanzte sich hinter eine Apfelsinenkiste und Murgy schlug Sära mehrmals mit dem Kopf gegen ein Rohr, das aus der Wand hing. Chad hatte die Pistole an sich genommen und feuerte einen Schuss auf Lücie ab, die getroffen zu Boden ging. Dadurch ließ sie das Amulett los, dass auf dem Boden zerschellte. Für den Bruchteil einer Sekunde war es still in den Kellerräumen und nun wagte sich auch Mary Frances aus ihrem Versteck hervor. Sie stand in der Tür und schrie laut "Ka-Boom!" Im nächsten Augenblick gab es einen ohrenbetäubenden Knall. Das Amulett explodierte mit einer gewaltigen Detonation und hinterließ eine Spur der Verwüstung.














