30/IV Avec amour, gloire et beauté dans les feux de l’amour

Die Unfallstelle glich einem Schlachtfeld. Alaska war ungebremst in Chastitys Pick-Up gerast. Aus der Motorhaube stieg Qualm auf und die Windschutzscheibe war zerschmettert. Eschke lag bewusstlos auf dem Beifahrersitz mit einer Platzwunde am Kopf. Langsam kam Alaska zu sich und sah sich um. "Oh mein Gott! Was ist passiert?" stöhnte sie und versuchte sich zu bewegen. Doch ihre Beine waren eingeklemmt. "Eschke? Eschke, sagen Sie doch etwas!" keuchte Alaska und rüttelte ihre Kontrahentin an der Schulter, doch diese reagierte nicht. "Oh mein Gott, wir werden alle sterben!" brach Alaska ungehemmt in Tränen aus. Unbemerkt von ihr lief Benzin aus dem Tank aus. Zur selben Zeit rauschte Chad Lennox, Alaskas Sohn, mit seinem schwarzen Porsche über den Highway nach Big Deer. Er hatte vorhin live im Fernsehen gesehen, wie Eschke Alaska aufgesucht hatte, und hatte sich große Sorgen um seine Mutter gemacht. Neben ihm saß Tabatha Lopez, Alaskas beste Freundin, die nervös mit ihren Stricknadeln klimperte. "Also wenn da was passiert... ich würde mir das nie verzeihen! Ich mache mir solche Vorwürfe, dass ich mich nicht genug um sie gekümmert habe!" jammerte Tabatha, während Chad immer fester auf das Gaspedal drückte. Doch plötzlich legte er eine Vollbremsung hin, da nur wenige Meter vor ihnen die Unfallstelle lag. "Oh mein Gott!" schrie Chad, riss die Fahrertür seines Wagens auf und sprintete so schnell wie möglich zum verunglückten Wagen von Eschke. "Mom! Mom, lebst du noch?" "Chad, mein Schätzchen, ja ich lebe noch...," röchelte Alaska, "aber ich bin eingeklemmt. Ich weiß nicht, was mit Eschke ist! Ihr müsst versuchen, sie rauszuziehen! Nun macht schon!" Chad und Tabatha liefen zur anderen Seite des Wagens. Mit vereinten Kräften schafften es die beiden, die eingedrückte Tür zu öffnen. Chad kletterte ins Innere des Fahrzeugs und zog die bewusstlose Eschke schließlich ganz behutsam heraus. Kaum hatte er sie gerettet, schlug sie ihre Augen auf und blinzelte Chad matt an. "Lasst mich sterben," flüsterte Eschke leise und ließ ihren Blick abwechselnd auf Chad und Tabatha wandern, "ich habe es nicht anders verdient..." Dicke Regentropfen liefen über ihr Gesicht und vermischten sich mit dem Blut, dass aus ihrer Kopfwunde austrat. "Ich finde, sie hat Recht. Was meinst du?" fragte Tabatha, doch Chad zog Eschkes Körper durch den Matsch an den Straßenrand. "Hier, nehmen Sie mein Handy und rufen Sie einen Krankenwagen und die Feuerwehr!" befahl er Tabatha, während er selbst zurück zum Wagen eilte, um seine Mutter zu befreien. Doch in diesem Moment gab es einen ohrenbetäubenden Knall, eine Stichflamme schoss empor und nur eine Sekunde später explodierte der Wagen in einem hellen Feuerball. Chad und Tabatha schauten mit entsetzten Gesichtern in das lodernde Inferno...

Starring
Landry Allbright as Ruthie Mackenzie
Halle Berry as Eschke Doughter
Steven Culp as Ben Delany
Jan Hoag as Murgy Muschka
James Hyde as Hank Bennett
Keshia Knight-Pulliam as Bambina Knirsh
Melissa McCarthy as Dana Beseburgh
Jesse Metcalfe as Luis Figaro
Juliett Mills as Tabatha Lopez
Juliett Mills as Tabitha Bennett
Chad Michael Murray as Chad Lennox
Mackenzie Rosman as Mäckie Mackenzie
Nicollette Sheridan as Alaska Lennox
Nicholle Tom as Graaz Lopez
Guest Starring
Paulo Benedeti as Tonni de Minguez
Jessica Biel as Emba van de Driesche
Alexis Bledel as Sära van de Driesche
Andrea Evans as Trudy Mackenzie
William Sadler as Sheriff Parkinson
Sandra Vidal as Sierra Leone

Inzwischen waren vier Wochen vergangen, doch der schreckliche Unfall war immer noch das Gesprächsthema Nummer eins in Melody Ville. Kein Wunder, war dabei doch schließlich die Bürgermeisterin Alaska Lennox umgekommen und die Starreporterin Eschke Doughter schwer verletzt worden. Von der Unfallverursacherin Chastity Bellet fehlte weiterhin jede Spur und auch die Tasche, die sie Buffi Mackenzie im Club gestohlen hatte, war unauffindbar. An diesem Tage fand schließlich die Trauerfeier von Alaska in der Kirche von Melody Ville statt. Ihr Sarg stand in der Mitte der Kirche, bedeckt mit einem roten Tuch. "Rot war ihre Lieblingsfarbe, rot wie der liebliche Wein aus der Provence," schluchzte Tabatha in ihr Taschentuch und Hank nahm sie tröstend in den Arm. Die beiden saßen gemeinsam mit Tabitha, Dana und Ben in der ersten Reihe der Kirche und warteten darauf, dass der Gottesdienst endlich anfangen würde. Schließlich erhob sich Chad, der einen von Alaskas stylischen, schwarzen Hosenanzügen trug, mit denen sie bei offiziellen Anlässen geglänzt hatte, und ging an das Podest, vor dem ein Mikrofon angebracht war. "Meine Damen und Herren, ich danke Ihnen für Ihr zahlreiches Erscheinen. Es zeigt, wie sehr Sie meine Mutter gemocht und verehrt haben." "Von wegen. Erst wenn die alte Schachtel unter der Erde ist, können wir einen neuen Bürgermeister wählen. So steht′s im Goldenen Buch der Stadt Melody Ville. War′s nicht so, Ben?" stieß Dana ihren Mann in die Rippen und er nickte. "Pssst," machte Tabatha und Chad fuhr mit seiner Rede fort. "Alaska Lennox war eine begnadete Frau, sie hat uns gezeigt, dass man seine Träume nicht aufgeben, sondern dafür kämpfen sollte. Und sie hat diese Stadt geliebt. - Ach, was rede ich da überhaupt, meine Mutter ist gestorben, weil die Bürger dieser Stadt sie nicht beschützt haben! Sie ist tot, hört ihr, sie ist tot!" schrie Chad in das Mikrofon und lief danach total verstört aus der Kirche. "Oh mein Gott, sie ist tot! Meine arme, süße Alaska!" kreischte Tabatha und stürzte sich auf den Sarg. "Ich vermisse dich so sehr! Komm zurück!" Mit beiden Armen umklammerte sie den Sarg und vergoss zahlreiche Tränen. "Haltet sie zurück, sie blamiert uns alle! Wir sind doch hier nicht im Kindergarten! Ich schlag hier gleich alles kurz und klein!" brüllte ihre Zwillingsschwester Tabitha, während Hank und Ben versuchten Tabatha vom Sarg zu zerren. Doch diese hielt sich daran so fest, dass schließlich der Deckel abrutschte und sie kopfüber in den Sarg fiel. Alle Gäste der Trauerfeier schrien entsetzt auf.

Am anderen Ende der Stadt ging es derweil viel ausgelassener zu. Mäckie Mackenzie hatte alle namhaften Journalisten zu einer wichtigen Pressekonferenz in ihre Boutique "Mackenzie Hard Designs" eingeladen, da sie ihre neue Kollektion der Öffentlichkeit vorstellen wollte. Der hintere Teil des Geschäfts war durch einen Vorhang verhüllt, während die Journalisten im vorderen Teil auf Campingstühlen Platz nahmen. Mäckies Tante Trudy Mackenzie servierte kleine Schnittchen, die wie sie selbst immer wieder betonte, "mit viel Liebe gemacht waren", während Ruthie Champagner en masse fließen ließ. Auf ein Zeichen von Mäckie dunkelte Ruthie schließlich das Licht ab und nur ein paar Lichtkegel waren auf dem Vorhang zu sehen. Plötzlich zog sich der Vorhang auseinander und ein großes Himmelbett wurde sichtbar, auf dem sich Mäckie zwischen den Laken räkelte. Sie stöhnte mehrmals lasziv auf und griff dann zum Mikrofon, während hinter ihr weitere leichtbekleidete Models auftauchten und eine Kissenschlacht simulierten. "Meine sehr verehrten Damen und Herren, herzlich willkommen zur Präsentation von Mäckie′s Bedroom, der neuen Dessouskollektion von Mackenzie Hard Designs!" Ein Blitzlichtgewitter setzte ein und Mäckie genoss es sichtlich, im Rampenlicht zu stehen. Doch plötzlich gab es draußen vor der Boutique ein lautes Rumoren und nur wenige Sekunden später platzte die korpulente Murgy Muschka durch die Glastür und knallte sie Ruthie ins Gesicht. "Hey, Sie da! Haben Sie überhaupt eine Eintrittskarte? Hier ist heute geschlossene Gesellschaft!" erboste sich Trudy und drohte Murgy mit dem Besen. "Halt′s Schnauze, rote Zoraaa! Isch brauch kein Einladung, isch bin Teilhabaa von diese Firmaa!" Murgy holte mit ihrer Pranke aus und schubste Trudy mit Leichtigkeit zur Seite. Danach ging sie auf Mäckie zu und schaute sie mit einem finsteren Blick an. "Duuu miese Stüüük! Isch hatte deutlisch sagt, dass wir niee solsch sechsy Saachen verkauuufen, aber du ist das wohl gaanz egaal, waaa?!" "In Ihrem Vertrag steht, dass Sie stillschweigende Teilhaberin sind und sich aus den Geschäftspraktiken heraushalten! Haben Sie das etwa vergessen?" blökte Mäckie zurück. "Den hab isch mit Zaubertinte unterschrieben. Die Unterschrift ist jätzt nischt mehr sischtbar! Also zieeeh sofort diesen Fetzen aus! Wird′s baaald!" Murgy stürzte sich auf Mäckie und begann auf sie einzuprügeln. Trudy, Ruthie und die Journalisten schauten entsetzt zu, wie Murgy Mäckie auf dem Himmelbett unter sich begrub. Sie begann die Kissen aufzuschlitzen, schubste die anderen Models von der Bettkante und zerriss schließlich Mäckies Nachthemd, dass sie wie eine Trophäe zwischen den Zähnen hielt. Der Skandal war perfekt.

Währenddessen saß Eschke Doughter in ihrem abgedunkelten Büro bei MD-TV und schaute sich einige ihrer alten Reportagen auf Video an. "Meine verehrten Zuschauer, guten Abend, mein Name ist Eschke Doughter, ich berichte heute live vom Ort des Grauens für den geschätzten Sender MD-TV! Sie können sich ja gar nicht vorstellen, was hier los ist in diesem kleinen langweiligen Dorf namens Melody Ville, wo noch nie ein Hahn nach gekräht hat!" "Wie energisch ich doch damals war - und nun? Was ist aus mir geworden? Ich werde als Mörderin dargestellt, von meinen eigenen Kollegen - dabei war es sonst immer ich, die alles in den Dreck gezogen hat. Das ist einfach nicht fair," zischte Eschke verächtlich und schaltete das Video ab. Plötzlich ging das Licht aus und Eschke schreckte hoch, als sie ein Geräusch an der Tür vernahm. "Hallo? Ist da wer?" fragte sie vorsichtig, doch sie erhielt keine Antwort. Eschke bekam es mit der Angst zu tun, als auf einmal eine schwarze Gestalt in einem Kapuzenmantel im Raum stand. Diese hielt eine Statue in der Hand und bewegte sich mit langsamen Schritten auf Eschke zu. "Oh mein Gott!" rief Eschke in einem schrillen Ton, als die Person ausholte und eine Vase mit der Statue zerschlug. Die Scherben flogen in alle Richtungen. Geistesgegenwärtig griff Eschke zum Telefon, um Hilfe zu rufen, doch auch dies zerschlug die Gestalt in alle Einzelteile. "Wer sind Sie? Was wollen Sie? Ich habe doch nichts gemacht!" jammerte Eschke, während die Gestalt sie durch ihr Büro jagte. "Sind Sie das, Tabatha? Oh bitte, Sie müssen mir glauben, ich habe das nicht gewollt! Alaska war betrunken, sie wusste nicht mehr, was sie tat!" Doch die Gestalt gab ihr keine Antwort und drängte sie eine Ecke. "Oder bist du es, Bambina? Ich kann doch dein billiges Nuttenparfüm bis hier hin riechen! Denkst du, du kannst dir mit solch billigen Tricks mehr Taschengeld erpressen? Ich sehe mich keiner Schuld bewusst! Alaska war ein übler Mensch!" "Lügnerin!" schrie die Gestalt schließlich und ließ die Kapuze fallen. Darunter kam das Gesicht von Chad zum Vorschein. "Sie haben meine Mom auf dem Gewissen, das werde ich Ihnen nie verzeihen. Und wissen Sie, was das Schlimmste ist? Vor ihrem Tod hat mich meine Mom enterbt und ich hatte keine Gelegenheit mehr, mich bei ihr einzuschleimen, damit sie das Testament wieder ändert. Dank Ihnen sitze ich nun auf der Straße und habe keinen Cent! Aber dafür sollen Sie büßen!" Chad schubste die verdutzte Eschke, so dass sie nach hinten kippte und mit dem Kopf gegen die Fensterscheibe knallte. Das Glas zersplitterte und Eschke schaute geschockt nach oben, wo nun das restliche Glas über ihrem Kopf wackelte, und schon im nächsten Moment rauschte es wie eine Guillotine herunter. Im letzten Augenblick machte Eschke eine Rolle vorwärts und rettete damit ihr Leben.

Nach dem tätlichen Angriff von Murgy Muschka hatte Mäckie zwar eine Menge blauer Flecken und Würgemale am Hals zurückbehalten, aber das brachte sie keinesfalls davon ab, "Mäckie′s Bedroom" auch wirklich in Serie gehen zu lassen. Nachdem die Pressekonferenz also ein riesiger Reinfall geworden war, hatte sie sich eine neue Strategie ausgedacht, und zwar eine große Modenschau im Festsaals des Hotels an der Milabu Avenue. Doch um dies auf die Beine zu stellen, brauchte sie einige Models, die die Kollektion auf dem Laufsteg präsentieren würden. So prangerte an diesem Tag ein großes Schild vor dem Hotel in der Milabu Avenue, auf dem in krakeliger Schrift "Heute großes Model-Casting" geschrieben stand. Natürlich waren alle jungen Mädchen der Stadt Feuer und Flamme und hatten sich in Massen beworben. Während sich die Mädchen in die engen Korsetts und in die feinen Miederwaren zwängten, ging Mäckie mit einer Nickelbrille auf der Nase und einem Block in der Hand umher und machte sich Notizen, wer sich am besten machte und wer in welcher Reihenfolge auf den Laufsteg gehen sollte. Wenn es um sexy Unterwäsche ging, war Emba van de Driesche natürlich nicht weit weg. Auch Graaz hatte sich beworben und hatte sich gerade in einen Bademantal aus Satin gewickelt, als Bambina in Begleitung von Luis den Festsaal betrat. "Oh no, wat will die Bitch denn here?" zischte Bambina und warf Graaz einen feindlichen Blick zu. Mäckie kam auf die beiden zu. "Hallo Bambina. Für dich habe ich das afrikanische Sakko mit Schlag herausgesucht. Luis, du kannst uns helfen, die Einladungen zu verschicken." Mäckie brachte Luis zu einem Tisch, wo sich bereits ein ganzer Stapel an Einladungen auftürmte. Nachdem Mäckie wieder gegangen war, um Bambina beim Einkleiden zu helfen, setzte sich Graaz zu Luis und schaute ihn schmachtend an. "Hallo, mein Schatz. Du hast dich lange nicht mehr gemeldet." "Lass das, Graaz. Bambina wird fuchsteufelswild, wenn sie uns zusammen sieht." "Na und? Du kannst doch tun und lassen, was du willst," lächelte Graaz und begann mit ihrem Fuß langsam seinen Schritt zu massieren. Bambina hatte derweil große Schwierigkeiten in das Sakko zu schlüpfen, da ihre Schultern zu breit waren. "Du musst tief Luft holen, dann wird es passen," meinte Mäckie zuversichtlich, doch es half nichts: Das Sakko platzte auf und alle Sicherheitsnadeln verstreuten sich auf dem Boden. Ächzend bückte sich Bambina, um die Nadeln wieder aufzuheben, und dabei sah sie etwas, was ihr absolut nicht passte: Graaz füßelte hemmungslos mit Luis!

Nach dem Castingtermin in Mäckies Boutique kehrte Emba van de Driesche in ihr Haus zurück, wo bereits ihre Schwester Sära auf sie in der Küche wartete. "Ich habe Hunger," krähte sie, sobald Emba das Haus betreten hatte. "Heute bleibt die Küche kalt, du kleiner Irrwisch! Ich hab die Schnauze voll, immer für dich kochen zu müssen. Du tust ja auch nie etwas für mich! Aber das ist ja bei deinem Spatzenhirn auch kein Wunder," beschwerte sich Emba und knallte einen Stapel Rechnungen auf die Küchentheke. "Oh, ich habe aber etwas für dich. Du hast doch bald Geburtstag und da habe ich dir ein ganz besonderes Geschenk besorgt," erwiderte Sära und Emba schaute ihre Schwester misstrauisch an. "Und was soll das bitte sein?" "Eine Eintrittskarte für die Power Pussy-Party nächstes Wochenende. Die ist sonst immer total schnell ausverkauft," erklärte Sära mit einem engelsgleichen Gesicht. "Und was soll ich da?" "Naja, du gehst doch sonst auch immer so gerne auf solche Partys..." "Ach ja? Stimmt... äh, das hatte ich total vergessen. Keine Ahnung, wie mir das passieren konnte," versuchte sich Emba schnell herauszureden und murmelte danach leise zu sich selbst "Vermutlich eine Falschcodierung beim Klonen, so ein Mist!" "Oder es liegt daran, dass du gar nicht Emba bist!" sprang Sära plötzlich von ihrem Stuhl auf und stellte sich in Abwehrstellung. "Wie kommst du denn auf solchen Unsinn?" lachte Emba kurz und hysterisch auf. "Ganz einfach: Die echte Emba hat mir immer Dummheitspillen gegeben, weil sie es nicht aushalten konnte, dass ich einen IQ von 180 habe. Gestatten, Special Agent Sära van de Driesche, im Dienste der Majestät! Du bist umzingelt, Lücie!" stellte sich Sära kurz und bündig vor. "Gegen mich hast du sowieso keine Chance, du mageres Huhn!" Ohne Vorwarnung stürzte sich Lücie auf Sära und zwang sie zu Boden. Sie packte ihren Kopf und schlug diesen mehrmals gegen das Tischbein, bis sie ohnmächtig wurde. Danach schleppte Lücie Säras Körper bis zu der Luke, durch die sie normalerweise die Kohle zum Heizen in den Keller hinunterrutschen ließen. "Viel Spaß da unten," lachte Lücie boshaft und steckte Sära in den Schacht, so dass sie mehrere Meter nach unten rutschte und im Dunkel des Kellers verschwand. Anschließend klappte Sära die Luke wieder zu und machte sich so schnell wie möglich aus dem Staub.

"Enough ist enough, isch habe long genug zugewatcht, wie du meine Boyfriend hinterher bist, aber nun is mein Kragen geplatzt, ey!" schrie Bambina und lief wie eine wilde Furie auf Graaz zu. "Du bist so eine asoziale gal, und so what called meine beste Freundin a long time ago!" Bambina riss Graaz von ihrem Stuhl hoch und gab ihr links und rechts eine schallende Ohrfeige. Anschließend verpasste sie ihr einen Kinnhaken, so dass Graaz nach hinten kippte und im Buffet landete. Sie war von Kopf bis Fuß mit roter Götterspeise bedeckt und in ihrem Haar hingen Spaghetti. "Bambina! Ich bin entsetzt!" kreischte Luis und versteckte sich hinter Ruthie Mackenzie, die das Treiben amüsiert beobachtet hatte. Während Bambina vor Wut kochte, blieb Graaz jedoch die Ruhe selbst, denn sie hatte noch einen Trumpf im Ärmel. "Sheriff Parkinson, ich hoffe, das reicht als Beweis," sagte sie schließlich und ehe sich Bambina versah, tauchte der Sheriff hinter den Kostümständern auf und legte Bambina Handschellen an. "Miss Knirsh, Sie sind verhaftet wegen tätlichen Übergriffs auf eine rechtschaffende Bürgerin und wegen Stalking. Alles, was Sie sagen, kann gegen Sie verwendet werden. Also halten Sie Ihre Schnauze, Ihr Gelabere bereitet mir Kopfschmerzen," nörgelte der Sheriff und führte Bambina danach nach draußen, wo bereits der Gefangenentransporter vom Gefängnis La Catraz stand. Graaz freute sich wie ein Honigkuchenpferd, während Luis der Schrecken ins Gesicht stand. Schließlich wurde er kreidebleich und fiel in Ohnmacht.

Währenddessen war Mäckie mit Feuereifer damit beschäftigt, die endgültige Reihenfolge der Liste aufzustellen. Im Festsaal waren bereits hunderte von Menschen eingetroffen, die auf die Präsentation von "Mäckie′s Bedroom" warteten. Von überall waren sie hergekommen, aus Melody Ville, Bramsenbach-Dromsenbusch, San Souleil und sogar aus Harmony Bay. "Wo ist Emba van de Driesche?" schrie Mäckie und bekam fast einen Hyperventilationsanfall. "Ich bin hier," kam Emba, die ja eigentlich Lücie hieß, abgehetzt angelaufen. Um ihre Emba-Fassade aufrecht zu erhalten, brachte sie einen Emba-typischen Spruch. "Sieht man, dass ich keine Unterwäsche trage?" "Ja!" antwortet Mäckie angewidert. "Gut," lachte Emba lasziv und machte einem Tontechniker schöne Augen. Die Show hatte inzwischen begonnen und Tonni de Minguez stellte die Kleider vor. Gerade lief Sierra Leone über den Catwalk und präsentierte eine Kombination aus Wild und Leder. "Und nun Ruthie Mackenzie in einem Traum aus Baumwolle," rief Tonni in sein Mikro und Ruthie betrat in hochhackigen Stiefeln und einer langen Unterhose in Feinripp die Bühne. Um ihre Schultern hatte sie sich eine Pythonschlange gelegt, mit der sie das Publikum beeindruckte. "Mäckie, Schatz, wir haben ein großes Problem! Bambina Knirsh wurde eben verhaftet!" Trudy kam aufgeregt angelaufen und Mäckie stieß einen entsetzten Schrei aus. "Oh Gott, was machen wir denn nun? Bambina sollte als letzte auf den Catwalk!" Aufgeregt blätterte sie durch ihre Liste. "Wo ist Graaz? Sie wird das Ende übernehmen!" "Da hinten ist sie!" Trudy und Mäckie liefen auf Graaz zu. "Graaz, du musst jetzt sofort auf den Catwalk!" "Aber ich...," versuchte sich Graaz zu wehren, denn sie war immer noch von Kopf bis Fuß beschmiert und bekleckert. "Kein Aber! Die Show steht auf dem Spiel!" zischte Mäckie und zog Graaz hinter sich her. Schließlich schubste sie sie auf die Bühne und Graaz stand nun im Rampenlicht. Doch sobald ihr Outfit sichtbar wurde, fing die Menge schallend an zu lachen und Graaz wäre am liebsten im Erdboden versunken. Plötzlich fielen draußen vor dem Gebäude einige Schüsse und in der Menge brach eine große Panik aus. "Achtung, Achtung, hier spricht das FBI! Das Gebäude ist umstellt!" wurde durch ein Megaphon durchgesagt. Graaz brach in Tränen aus. Sie wusste, dass dies Bambinas Werk war. Nun würde herauskommen, dass sie Danas und Bens Baby gekidnappt hatte...

Letzte Aktualisierung: 10.06.2010

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