3/I Murgy dans le fossé
"Valery, Valery, hör auf mit den Spielchen, wir wissen, dass du uns nur verarschen willst!" rief Graaz lachend aus und klatschte vergnügt in die Hände. "Lasst uns doch Sackhüpfen spielen, bis sie wieder da ist. Dann merkt sie schon, dass man damit keine Scherze macht," schlug Luis vor und zog drei Kartoffelsäcke aus seiner Hosentasche. "Oh ja, eine sehr gute Idee!" freute sich Bambina und riss Luis einen Sack aus der Hand, um brennend vor Vorfreude in ihn hineinzusteigen. Auch Graaz und Luis nahmen sich einen der Kartoffelsäcke. "Es ist keiner mehr für mich da," sagte Resse mit einer weinerlichen Stimme und seine Augen füllten sich mit Tränen. "Tja, hast du wohl Pech gehabt. Wer Lehrer fickt, hat es nicht besser verdient," disste Bambina ihn und spuckte vor ihm auf den Boden. "Du bist jetzt der Schiedsrichter. Um was wetten wir?" "Derjenige, der gewinnt, bekommt von allen ein Bonbon geschenkt, in Ordnung?" "Ok. Auf die Plätze, fertig, los!" rief Resse ohne Vorwarnung und der Startschuss kam für Graaz, Bambina und Luis vollkommen überraschend. Mit großer Kraftanstrengung versuchten alle drei so schnell wie möglich in ihren Kartoffelsäcken die Ziellinie zu erreichen, obwohl es gar keine Ziellinie gab. "Ich will die Bonbons, ich will die Bonbons!" kreischte Bambina und als Graaz ihr in den Weg hüpfte, schubste sie sie kurzerhand weg, so dass Graaz mit dem Gesicht in den Matsch fiel und zu heulen anfing. Nun war es ein Kopf an Kopf-Rennen zwischen Bambina und Luis, und es sah so aus, als ob Luis die Entscheidung für sich gewinnen würde. Doch das konnte Bambina nicht zulassen! Vor ihrem geistige Auge sah sie die Bonbons, ihr lief schon das Wasser im Munde zusammen, also tat sie das, was sie einfach tun musste: Sie sprang Luis in die Hacken, so dass er zu Boden stürzte, und danach trampelte sie über seinen Rücken hinweg. "Ich habe gewonnen! Ich bin der Sieger!" jubelte Bambina, doch plötzlich kam Resse an ihr vorbeigehüpft und streckte ihr die Zunge heraus. "Ich habe gewonnen, nur damit du es weißt! Und jetzt her mit den Bonbons!" "Das wirst du noch bereuen," zischte Bambina hinter vorgehaltener Hand ihrem Spiegelbild im Wasser zu und nickte sich danach garstig zu.
Starring
Morgan Brittany as Hillery Carpenter (credit only)
Lisa Rinna as Carrie Carpenter
Melissa McCarthy as Dana Beseburgh
Steven Culp as Ben Delany
James Hyde as Hank Bennett (credit only)
Juliett Mills as Tabatha Lopez (credit only)
Juliett Mills as Tabitha Bennett (credit only)
Nicholle Tom as Graaz Lopez
Thad Luckinbill as Resse Lomax
Kelli McCarthy as Lena Lacroix (credit only)
Jesse Metcalfe as Luis Figaro
Keshia Knight-Pulliam as Bambina Knirsh
Jan Hoag as Murgy Muschka
Cassidy Rae as Valery Bennett
Guest Starring
Chea Courtney as L’Ange
Kathleen Noone as Nurse Edna
"Oh man, ich könnte den ganzen Tag nur kotzen," stöhnte Dana, als sie kreidebleich im Gesicht in die Küche kam. "Okay, bewahr mir was zum Abendessen auf, ja?" meinte Ben geistesabwesend und stand vom Tisch auf. "Meine Schicht im Krankenhaus fängt gleich an. Bis dann, Schatz." Er gab ihr noch einen Kuss auf die Wange und verschwand danach aus dem Haus. "Irgendwas stimmt hier nicht," dachte sich Dana und überlegte, ob sie vielleicht etwas Falsches gegessen hatte. "Nein, kann ja gar nicht sein, ich habe doch seit vier Tagen nichts mehr gegessen," erinnerte sie sich wieder. Seitdem sie gemerkt hatte, dass sie einen Arsch wie ein Elefant hatte, hatte sie beschlossen, sich mager zu hungern. Schon wieder hatte sie Magenkrämpfe und ihr wurde übel. Gerade noch rechtzeitig beugte sie sich über die Gießkanne, die gerade vor ihr stand, und entledigte ihren Gallensaft darin. Mehr kam aus ihrem Magen ohnehin nicht mehr heraus. Als sie sich wieder beruhigt hatte, fiel ihr Blick auf die Blumen auf der Fensterbank, sie schon halb vertrocknet waren. "Die müssen mal wieder gegossen werden," murmelte Dana und nahm die Gießkanne, um ihre Geranien mit dem Inhalt zu gießen. Da klingelte plötzlich das Telefon. "Hallihallo, wer ist denn da?" "Schatzi-Mausi, hier ist deine Carrie, ich liege grad im Krankenhaus, man wird mich heute operieren." "Was um Himmels Willen ist denn passiert?" "Ich hatte einen kleinen Unfall. Meine Schwester, die Hure, ist dran Schuld! Na ja, ich gucke mir grad im Katalog an, was es so für neue Gesichter gibt. Was meinst du, würde mir eine Nase wie Gwyneth stehen?" "Nein, ich wäre eher für Lisa Rinna. Die letzte Operation war doch auch schon erfolgreich, du könntest als ihr Double durchgehen," meinte Dana und steckte sich danach wieder den Finger in den Hals. Diesmal übergab sie sich über der Spüle. "Hmm, praktisch, jetzt sind die Teller schon abgewaschen," freute sie sich und sprach danach wieder in den Hörer, "also bis gleich dann, Darling."
Nach dem anstrengenden Sackhüpfen standen Graaz, Luis, Bambina und Resse im Halbkreis am See und schauten auf die Stelle, an der sie Valery das letzte Mal gesehen hatten. "Und wenn sie nun tot ist? Was machen wir dann?" fragte Resse vorsichtig. "Na was schon? Wir kümmern uns einfach nicht drum und fahren jetzt nach Hause," meinte Bambina schulterzuckend, "ich werde ihr jedenfalls keine Träne nachweinen." "Aber Bambina, wie kannst du nur so etwas sagen! Heilige Maria Gottes!" schickte Graaz ein Stoßgebet zum Himmel. "Komm mit, wir fahren jetzt," wollte Luis Graaz mit sich ziehen, doch sie stand fest wie ein Fels. "Nein, ich werde die ganze Nacht hierbleiben und für sie beten," schluchzte Graaz. "Red keinen rührseligen Quatsch. Wenn du nicht mitkommst, sag ich dem Pfarrer, dass du 12 Stunden lang keinen Blick in die Bibel geworfen hast!" erpresste Bambina ihre Freundin unverblümt. "Oh nein, das wäre ja furchtbar... Okay, ich komme mit." Zu viert gingen sie zu ihren Fahrrädern und machten sich kurz darauf auf den Weg zurück nach Melody Ville. "Ah, gleich erstmal ein heißes Bad nehmen und dann packe ich den Vibrator aus, den mir meine Mama zum Geburtstag geschenkt hat," erzählte Luis, während die vier nebeneinander die Straße entlang fuhren. "Du hast’s gut, meine Mutter macht mir nie so tolle Geschenke," schmollte Bambina. Sie leckte sich die Lippen und fasste sich in den Schritt, während sie Graaz anschaute. Dummerweise verlor sie dabei das Gleichgewicht und stürzte mit einem schrillen Schrei zu Boden. Unter ihrem Körper breitete sich eine große rotfarbene Pfütze aus. "Mein Knie, ich verblute, helft mir!" kreischte sie und zappelte wie wild auf dem Straßenbelag herum.
Inzwischen befand sich Valery in einer Art Trance-Zustand und erwachte nur langsam in einem spärlich beleuchteten Raum. Blinzelnd schaute sie sich um und wusste nicht, wo sie war. "Hab keine Angst, Valery!" ertönte eine säuselige Stimme und Valery richtete sich erschrocken auf, doch dabei stieß sie sich den Kopf an, weil die Decke an dieser Stelle ziemlich niedrig war. "Wer ist da?" rief sie ängstlich und schaute sich zu allen Seiten um. "Hier, hier bin ich, hinter dem Stein," antwortete die Stimme und Valery wagte sich vorsichtig durch die düstere Höhle vor. "Hier ist aber kein Stein...?" wunderte sie sich. "Ach tut mir leid, ich vergesse immer, dass die Menschen andere Bezeichnungen haben als ich," entschuldigte sich die Stimme und kam hinter einem Holzbrett hervor. "Wer... wer bist du denn?!" erschrak sich Valery, als sie das Wesen sah, dass durchsichtig erschien. "Mein Name ist L’Ange," stellte sich das Wesen vor, "ich bin ein Engel und wohne hier im Magic Mountain. Ich bin fröhlich, zuverlässig, niedlich und gehässig. Nein, das stimmt nicht, hat sich aber grad so gut gereimt. Ich kann gut reimen, nicht wahr?" klatschte L’Ange vergnügt in die Hände. "Ja, ungefähr so gut wie Maulesel," meinte Valery hinter vorgehaltener Hand zu sich selbst. "Eine Frage, was mache ich hier?"
"Sei jetzt still, Bambina, und setzt dich wieder auf dein Fahrrad, wir haben nicht ewig Zeit!" motzte Luis Bambina an, die immer noch auf dem Boden lag. "Aber das viele Blut... alles rot... ich werde sterben! Hilfe!" kreischte Bambina wie eine Heulboje. "Lass das Theater. Da ist nirgendwo Blut. Das ist lediglich das Ketchup aus deiner Handtasche," spottete Luis. "Ach, tatsächlich?" Bambina sah sich verdutzt um und stand danach wieder auf. "Das war mir sowieso klar, ich wollte euch nur mal testen." "Ich bin dafür, dass wir gleich eine Art Leichenschmaus für Valery veranstalten. Ich lade euch gerne alle auf einen Cheeseburger ohne Käse ein," schlug Resse vor. "Eine gute Idee. Todesfälle machen mich immer so hungrig," nickte Bambina und stieg wieder auf ihr Fahrrad. Gerade als die vier weiterfahren wollten, sahen sie hinter sich eine Art Staubwolke aufkommen. "Was ist das?" fragten sie alle fast gleichzeitig und langsam näherte sich ihnen etwas. "Es sieht aus... wie ein motorisiertes Nilpferd," rätselte Graaz, "aber laut der Bibel gibt es so etwas nicht." "Da siehst du mal, dass die Bibel dringend überarbeitet werden müsste," stichelte Bambina und gab Graaz eine liebevolle Kopfnuss. "Harharhar!" hörten die Jugendlichen ein böses Lachen und jetzt konnten sie das mysteriöse Vehikel erkennen: Es war Murgy Muschka, die auf einem klapprigen Moped die Straße entlanggerast kam. "Neeehmt eusch in Aaacht!" rief sie ihnen zu und kam immer näher auf sie zu. Graaz, Bambina, Luis und Resse starrten mit weit aufgerissenen Augen und offenstehenden Mündern auf Murgy und wussten nicht, was sie davon halten sollten.
"Du wurdest auserwählt, um der Welt Licht und Freude zu spenden," klärte L’Ange die ahnungslose Valery auf. "Und wie soll das gehen? Ich meine, ich kann doch schlecht umherlaufen und das machen...?" zuckte Valery mit den Schultern. "Ich habe dich ja auch bloß verarscht, du Trottel. Hier geht es nämlich nicht um dich, sondern um mich. Ich bin dazu da, um dir zu helfen, also stelle mir deine Fragen!" L’Ange baute sich selbstbewusst vor Valery auf. "Da gibt es nur ein Problem... ich habe gar keine Fragen an dich, da ich nicht mal weiß, wer du überhaupt bist oder wie du mir helfen könntest!" schnauzte Valery das Wesen an. "Ich will einfach nur wieder nach Hause!" "Du bist so undankbar. Da gibt man dir die Chance, all deine Probleme loszuwerden, und dann so was," antwortete L’Ange beleidigt. "Ich für meinen Teil habe keine Probleme, aber du anscheinend. Und jetzt sag mir endlich, wie ich aus diesem komischen Berg wieder rauskomme, ohne mir alle Knochen zu brechen. Wird’s bald!?!" Valery ging auf L’Ange los und packte es am Kragen. "Einen... Moment...," röchelte L’Ange, "du... drückst mir die Luft ab..." "Ja, dann beeil dich mal, mich wieder ans Tageslicht zu befördern!" zischte Valery. "Eene mene muh, Blut ist im Schuh," sprach L’Ange, doch nichts tat sich. "Oh, das war der falsche Spruch. Gib Gas, ich will Spaß!" Es machte Poff und Valery löste sich in Luft auf. Kurz darauf stand sie wieder im Melody Lake im Wasser und drohte erneut zu ertrinken.
Torkelnd ging Dana die Gänge im "Melody Medical Center" entlang und musste sich an der Wand festhalten, um nicht umzukippen. Schließlich konnte sie aber nicht anders und steckte sich den Finger in den Hals, um an die Wand zu kotzen. In diesem Moment kam die Krankenschwester Edna um die Ecke und erblickte Dana. "Was machen Sie denn hier? Wir haben heute Idiotenstunde, da darf man nicht einfach durch die Gänge laufen! Und jetzt husch husch, ins Körbchen!" motzte Edna Dana an. "Aber mir geht es so schlecht...," heulte Dana, die inzwischen am Boden lag und sich um das Hosenbein von Edna klammerte. "Na, dann wollen wir Sie doch mal untersuchen. Kommen Sie mit," Edna zog Dana an den Haaren hinter sich her in das Untersuchungszimmer. "Na, wo tut es denn weh? Im Magen?" fragte Edna und drückte Dana fest auf den Bauch, so dass sie sich vor Schmerzen auf der Untersuchungsliege krümmte. "Kann es vielleicht sein, dass Sie schwanger sind? Ich meine nur, weil Sie sich so oft übergeben müssen." "Ich weiß nicht, ich habe mit meinem Mann schon seit über einem Jahr nicht mehr geschlafen," zuckte Dana mit den Schultern. "Das können wir ganz schnell prüfen. Es gibt jetzt diesen ganz schnellen Schwangerschaftstest. Einmal reingesteckt, wieder rausgezogen und schon haben wir das Ergebnis. Machen Sie sich bitte untenrum frei." Dana tat wie ihr befohlen und kurz darauf führte Edna die Prozedur durch. Es machte Piep und Edna las das Ergebnis ab. "Sie sind schwanger, ohne Irrtum. Und das bereits in der ersten Woche." "Aber... das... das ist doch unmöglich..,." röchelte Dana und musste sich schon wieder übergeben. Diesmal traf es die Schuhe von Schwester Edna.
Murgy Muschka war nun noch ungefähr 50 Meter von den Jugendlichen entfernt und schwang in der rechten Hand ein Lasso umher, mit dem sie die Kinder fangen wollte. "Los, schnell weg!" rief Luis und alle vier setzten sich wieder auf ihre Fahrräder, um vor Murgy zu fliehen. "Iiirrr entkoomt mirr nischt! Hya hya, schneller Petruschka!" rief sie in einem garstigen Ton und drückte fester auf das Gaspedal. "Oh mein Gott, eine Verrückte!" schrien alle gleichzeitig und traten fest in die Pedale, um vorwärtszukommen, doch Murgy Muschka kam immer näher und näher. "Bleibt sofoort steehn!" schrie sie, "isch brauche eusch fur meine Suuupe!" Murgy warf ihr Lasso in Bambinas Richtung, an der sie am nächsten dran war, doch sie verfehlte ihr Rad ganz knapp. Stattdessen erwischte Murgy den Ast eines Baumes, der am Straßenrand stand. Das Lasso verhakte sich daran und Murgy schaffte es nicht, es wieder zurückzuholen. Stattdessen raste sie immer weiter auf den Baum zu, aber auf die Idee, das Lasso einfach loszulassen, kam Murgy Muschka auch nicht. Ihr IQ war nämlich mit ihrer Körpermasse nicht übereinstimmend. "Stooop Petruschka, haaalt ein!" schrie sie erschrocken und versuchte das Moped in die andere Richtung zu lenken, doch das half natürlich nichts. Das Seil straffte sich langsam aber sicher und Murgy versuchte trotzdem mit aller Gewalt vorwärtszukommen, um die Jugendlichen zu fangen. Schließlich brach der Ast ab und Murgy konnte weiterfahren, doch durch die Kraft des Antriebs wurde das Moped plötzlich nach vorne geschleudert. Murgy war so perplex, dass sie nicht mehr auf die Bremse treten konnte, und flog mitsamt ihrem Moped in den Graben, der neben der Straße war. Es schepperte gewaltig und die Jugendlichen sahen mit lachenden Gesichtern, dass eine Stichflamme aus dem Graben emporkam...














