29/IV Réunion de famille
Nach der Enthüllung von Rex Affäre mit Eschkes Doughter und den Auseinandersetzungen mit Eschke selbst hatte sich Alaska Lennox auf die Hütte nach Big Deer zurückgezogen, um wieder einen klaren Kopf zu bekommen. In eine Wolldecke gewickelt saß sie zusammengekauert auf dem Fußboden vor dem brennenden Kamin und dachte darüber nach, wie es nun weitergehen sollte. Draußen vor der Hütte stand Eschke Doughter mit ihrem Kameramann Max und bereitete sich auf die nächste Liveübertragung vor. Die Affäre hatte die Aufmerksamkeit von ganz Melody Ville auf sich gezogen, so dass der Sender MD-TV beschlossen hatte, aus der Sache eine Real-Life-Doku-Soap zu machen. "Meine sehr verehrten Damen und Herren, meine Name ist Eschke Doughter und ich befinde mich live auf Big Deer vor der Hütte meiner Rivalin Alaska Lennox. Sie hat keine Ahnung, dass wir hier sind, doch das wird sich gleich ändern. Wir werden jetzt anklopfen. Mal sehen, was passiert." Mit diesen Worten richtete Max die Kamera genau auf die Türe zur Hütte, vor der Eschke nun stand und anklopfte. Kurz darauf öffnete Alaska die Türe und blickte ihrer Konkurrentin direkt ins Gesicht. "Immer schön draufhalten, Max! Das wird der neue Quotenhit von MD-TV." Mit erhabenem Blick stolzierte Eschke, gefolgt von Max, an Alaska vorbei in die Hütte. "Was soll der Scheiß?" zischte Alaska und warf die Tür ins Schloss. "Wie Sie sehen, liebe Zuschauer, habe ich Ihnen nicht zuviel versprochen. Die gute Alaska hatte keinen blassen Schimmer, dass wir sie hier aufspüren würden. Und der nächste Geniestreich folgt sogleich." Daraufhin wandte sich Eschke von der Kamera ab und warf einen Umschlag auf den Tisch. "Was ist das?" wollte Alaska wissen. "Na los, öffnen Sie ihn", erwiderte Eschke und rieb sich die Hände dabei vor Freude. Alaska griff nach dem Umschlag und riss ihn auf. "Und ich dachte Sie könnten nicht noch tiefer sinken. Sie bringen der Frau ihres Geliebten die Scheidungspapiere?" sagte sie schließlich, als sie die Unterlagen überflogen hatte. Das blanke Entsetzen stand ihr ins Gesicht geschrieben. "Ganz recht," lachte Eschke ihr ins Gesicht. "Sie können es wohl kaum erwarten, ihn wieder in ihr Bett zu bekommen. Aber das werde ich auf keinen Fall zu lassen. Nur über meine Leiche!" Beide Frauen warfen sich finstere Blicke zu und die Kamera übertrug alles live an die Bildschirme in ganz Melody Ville...
Starring
Landry Allbright as Ruthie Mackenzie
Halle Berry as Eschke Doughter
Steven Culp as Ben Delany
Jan Hoag as Murgy Muschka
James Hyde as Hank Bennett
Keshia Knight-Pulliam as Bambina Knirsh
Melissa McCarthy as Dana Beseburgh
Jesse Metcalfe as Luis Figaro
Juliett Mills as Tabatha Lopez
Juliett Mills as Tabitha Bennett
Chad Michael Murray as Chad Lennox
Mackenzie Rosman as Mäckie Mackenzie
Nicollette Sheridan as Alaska Lennox
Nicholle Tom as Graaz Lopez
Guest Starring
Kelly Bishop as Buffi Mackenzie
Barbara Crampton as Medusa Mackenzie
Andrea Evans as Trudy Mackenzie
Dakota Fanning as Gilmore Mackenzie
Lauren Koslow as Ruby Mackenzie
Beverley Mitchell as Chastity Bellet
Jennifer Stone as Rory Mackenzie
Im Hause Mackenzie ging es derweil nicht weniger chaotisch zu. Nachdem Mäckie vom Melody Tower gestürzt war, hatte sie einige Schürfwunden erlitten. Außerdem war ihr rechter kleiner Zeh verstaucht und sie fühlte sich so schwach, dass sie im Rollstuhl nach Hause gebracht werden musste. "Die simuliert doch nur!" zischte Ruthie und sie spielte bereits mit dem Gedanken, die Reifen von Mäckies Rollstuhl zu zerstechen. "Ach Mäckie, dass dir das ausgerechnet heute passieren musste. Wie stehe ich denn jetzt vor eurer Grandma da? Dann heißt es nachher wieder, ich könnte nicht mal für zwei halbwüchsige Gören sorgen," schluchzte Trudy hemmungslos in ihr Stofftaschentuch. "Das kannst du ja auch nicht, Mutter! Du kannst nicht mal für dich selbst sorgen!" schrie Ruthie und machte ihrem Ärger Luft, indem sie Mäckies Lieblingspuppe mit dem Kopf in den Mixer steckte und auf die höchste Stufe stellte. Mäckie bekam von alledem nichts mit, da sie unter Valium stand und nur merkwürdige Töne von sich gab. "Das habe ich jetzt nicht gehört," erwiderte Trudy schnippisch, "ich gehe mir jetzt noch schnell die Haare machen. Du kannst Mäckie schon mal nach draußen schieben und mit ihr auf das Taxi warten." Missmutig führte Ruthie den Befehl ihrer Mutter aus und schob den klapperigen Rollstuhl aus dem Haus und über den holperigen Kieselweg bis an die Straße. Dort angekommen stellte Ruthie den Rollstuhl ab und blieb noch einen kurzen Moment stehen. Plötzlich vernahm sie das Geräusch eines herannahenden Lasters, der aus Richtung Baker Street angebraust kam. Ruthie fackelte nicht lange: Sie gab dem Rollstuhl einen kräftigen Schubs, so dass dieser ungebremst auf die Fahrbahn rollte. Mit weit aufgerissenen Augen und einem garstigen Lachen auf den Lippen sah sie zu, wie der Laster immer näher und näher kam. Ihr Blick wechselte blitzschnell zwischen dem Lastwagen und dem Rollstuhl hin und her, solange bis das Fahrzeug endlich auf ihrer Höhe war und es den Rollstuhl mit einem lauten Krachen erfasste... "Ruthie, hörst du nicht? Das Taxi ist da!" rief Trudy plötzlich mit ihrer schrillen Stimme und Ruthie wurde dadurch aus ihrer Träumerei zurück in die Realität geholt. "Verflucht," ärgerte sich Ruthie und boxte in ihrer Wut gegen den weißen Gartenzaun, so dass ein paar Latten herausbrachen. Wenig später saßen die drei Mackenzies im Taxi und machten sich auf den Weg zum Club.
Zum selben Zeitpunkt spielten sich im Hotel in der Milabu Avenue ähnlich unfeine Szenen ab. "Was soll das heißen, die Fürstensuite ist belegt? Ich hatte sie bereits vor Monaten gebucht!" schlug eine dunkelhaarige Frau mittleren Alters wütend mit der Faust auf den Schreibtisch an der Rezeption. "Es tut mir leid, Miss Mackenzie. Aber wir haben in der Vergangenheit bereits schlechte Erfahrungen gemacht mit Personen, die ebenfalls den Nachnamen Mackenzie trugen, und deshalb wollen wir kein unnötiges Risiko eingehen," erwiderte der Mann hinter der Theke. "Das ist eine bodenlose Frechheit!" keifte die Frau. "Sie wissen wohl nicht, wen Sie hier vor sich haben? Mein Name ist Ruby Mackenzie, Doppelgängerin des Jahres und Gewinnerin des Karaoke-Wettbewerbs 2003!" "Doppelgängerin des Jahres? Warum sagen Sie das nicht gleich. In diesem Fall machen wir gerne eine Ausnahme. Einen Augenblick, ich rede kurz mit meinem Chef," meinte der Mann und verschwand durch ein Hintertürchen im Nebenzimmer. "Na bitte. Wieso nicht gleich so?" lächelte Ruby Mackenzie zufrieden und lehnte sich mit einem Arm auf die Theke. In Gedanken war sie bereits beim großen Familientreffen und sie malte sich aus, wie die anderen wohl auf ihre Teilnahme reagieren würden. Vor allem Trudy war Ruby immer ein Dorn im Auge. "Wenn sie wüsste, dass ich in der Stadt bin, würde sie sich grün und blau ärgern und Magenkrämpfe bekommen, bis sie nur noch ein Wrack ist!" Aus den Augenwinkeln entdeckte sie plötzlich eine Frau, die etwas bei sich hatte, was anscheinend nicht ihr gehörte. Mit schnellem Schritt näherte sich Ruby der Frau und packte sie an ihrem rechten Arm. "So geht das aber nicht hier!" platzte es förmlich aus ihr heraus. "Was soll das? Lassen Sie mich gefälligst los, Sie...!" kreischte die blonde Frau los. "Du?!" sagten beide gleichzeitig als sie sich gegenseitig in die Augen sahen. Es handelte sich um Medusa Mackenzie, Rubys Schwester. "Aus welcher Anstalt haben sie dich denn entlassen?" fragte Medusa geschockt. "Und für wie viel Dollar hast du dein Gehirn bei eBay versteigert?" konterte Ruby in einem bissigen Ton und riss Medusa im selben Augenblick den Mantel aus der Hand. "Du verdammte Kleptomanin." "Musst du grad sagen. Wer hat denn damals..." "Lassen wir die Vergangenheit aus dem Spiel! Es wird Zeit, sich um die Gegenwart zu kümmern!" würgte Ruby Medusas Satz ab und eilte dann aus dem Hotel, um ein Taxi heranzuwinken. Medusa folgte ihr im Eilschritt und gemeinsam fuhren die beiden in den Club.
"Rex will die Scheidung. Es wird Zeit, dass Sie der Wahrheit ins Auge blicken." Die Kamera folgte Eschke, während sie auf Alaska zuging und ihr einen Kugelschreiber zum Unterzeichnen der Scheidungspapiere hinhielt. Wortlos nahm Alaska den Stift entgegen und bewegte sich in Richtung Kamin. "Das kannst du vergessen, du mieses Stück. Dafür schmorst du in der Hölle. Und jetzt raus hier!" schrie Alaska und warf die Papiere in die lodernden Flammen. "Das ändert an der Sache gar nichts. Rex wird mir gehören. Und Sie werden auf der Straße sitzen. Es ist vorbei!" gab Eschke selbstsicher von sich. "Ich sag Ihnen, was vorbei ist. Diese irre Phantasie, in der Sie leben. Ich meine sehen Sie sich doch an. Sie haben keine Klasse. Kommen hier so mir nichts, dir nichts vorbei und halten mir die Scheidungspapiere unter die Nase. Rex wird schon noch erkennen, was für eine miese hinterhältige Schlampe Sie sind. Und dann werden Sie diejenige sein, die auf der Straße sitzt!" konterte Alaska und dabei war ein deutliches Funkeln in ihren Augen zu erkennen, was Eschke Angst einjagte. "War wohl doch nicht so eine gute Idee hier rauf zu kommen und mich in Rage zu bringen. Aber jetzt kennt die ganze Stadt wenigstens ihr wahres Gesicht." Entschlossen bewegte sich Alaska auf ihre Rivalin zu. In Eschke stieg derweil ein ungutes Gefühl hoch, denn sie wusste nur zu gut, was passieren würde, wenn Alaska die Beherrschung verlor. Das hatte sie mehr als einmal bewiesen. Mit schnellem Schritt lief Eschke zur Tür, doch Alaska packte sie am Arm und stieß sie zu Boden. "Du wirst jetzt nirgendwo hingehen, hörst du! Wir sind noch nicht fertig!" zischte Alaska. Ihr Blick glich der einer Wahnsinnigen. Max versuchte unterdessen das Geschehen aus der bestmöglichen Perspektive zu filmen. "Oh mein Gott, Sie sind ja betrunken!" rief Eschke verzweifelt aus. "Nein ich bin nicht betrunken. Ich habe es nur satt von Ihnen schikaniert zu werden!" Verängstigt richtete Eschke sich wieder auf und zupfte ihr neustes Gucci-Kostüm zu Recht. Alaska holte aus und verpasste Eschke eine schallende Ohrfeige. "Das war schon längst mal fällig. Und jetzt werde ich Rex vor Ihnen warnen!" Alaska schnappte sich Eschkes Autoschlüssel und lief nach draußen. "Meine Schlüssel! Bleiben Sie sofort stehen, das ist mein Wagen! Max, du Volltrottel, beweg deinen Arsch!" Alaska saß bereits im Auto und startete den Motor. Eschke riss die Beifahrertür auf und sprang auf den Sitz. Mit quietschenden Reifen setzte Alaska den Wagen in Bewegung, so dass die beiden Frauen mit voller Wucht in den Sitz gedrückt wurden.
Inzwischen rauschte eine lange, schwarze Limousine über die Straßen von Melody Ville. Der luxuriöse Innenraum des Wagens bot alles, was man sich nur vorstellen konnte: Eine Minibar, ein Ledersofa, einen kleinen Kühlschrank, einen Laptop und sogar einen großen Flachbildschirm, natürlich ausgestattet mit Dolby Digital. Die Grande Dame Buffi Mackenzie saß mit einem Glas Champagner auf dem Sofa und kippte den Inhalt dann mit einem Mal in ihre Kehle. "Wenn man sich nicht vorher ein bisschen Mut antrinkt, ist man in dieser Familie hoffnungslos überfordert," zischte sie leise zu sich selbst. Neben ihr saß ihre blonde Ur-Enkelin Gilmore Mackenzie, die Tochter von Ruthie und Raffi de Mahaffy. Diese befand sich seit ihrem ersten Lebensjahr in Buffis Obhut, da Ruthie nicht für das Balg sorgen konnte. Ebenso wie Gilmore erging es auch der brünetten Rory Mackenzie, welche die Tochter von Mäckie war. Rorys Vater war der berüchtigte Deaq Moore, der eine Bar in der finstersten Ecke von San Souleil besaß. "Oma, krieg ich noch ein Bonbon? Das andere ist mir vorhin in den Ventilator geflogen!" kreischte Gilmore und zog Rory an den Haaren, weil sie ihr das Gamepad für die Playstation aus den Händen gerissen hatte. "Nein!" brüllte Buffi zurück und griff instinktiv nach ihrer Handtasche. "Im Club gibt es ein exquisites Buffet und wir werden dort königlich speisen, also wirst du kleine Flohschleuder dir ganz bestimmt nicht vorher den Appetit mit einem labberigen Bonbon verderben. Wozu hab ich euch eigentlich all die Jahre über Benimm beigebracht, wenn ihr euch sowieso nicht daran haltet?!" Plötzlich legte die Limousine eine Vollbremsung hin und die drei Insassen flogen unsanft nach vorne. Eine elektronische Stimme sagte plötzlich "Sie haben Ihr Ziel erreicht" durch einen Lautsprecher. "Dieses verdammte elektronische Navigationssystem! Vielleicht wäre ein Fahrer aus Fleisch und Blut doch besser," fluchte Buffi und brachte dann ihre Frisur wieder in Ordnung, "aber der kostet Geld. Und mein ganzes Geld braucht schließlich ihr zwei Gören hier. Irgendwann fresst ihr mir noch mal die Haare vom Kopf!" Buffi drückte auf einen Knopf und die Tür öffnete sich automatisch. Bevor sie ausstieg, setzte sie sich einen weißen Hut mit rosafarbener Schleife auf den Kopf und zog sich ihre Sonnenbrille an. Rory und Gilmore folgten ihr bis zum Eingang des Clubs, wo das Treffen stattfand. "Darf ich Ihre Tasche nehmen?" fragte der Türsteher. "Finger weg! Ich trage meine Tasche selbst!" zischte Buffi und bahnte sich ihren Weg in das Gebäude. Nachdem die drei durch die Tür gegangen waren, tauchte hinter einem Busch der Kopf von einem weiblichen Wesen auf: Es handelte sich dabei um Chastity Bellet, die die Ankunft der drei Mackenzie-Frauen mit einem Fernrohr beobachtet hatte. "Die Tasche ist bestimmt sehr wertvoll," lachte Chastity sich ins Fäustchen und lief dann zum Hintereingang des Clubs, um sich heimlich einzuschleichen.
Vorsichtig schob Luis Figaro seine Angebetete Bambina Knirsh im Rollstuhl durch den Park des "Melody Medical Center". Der Weg war schmal und steinig, und immer wieder schlugen Bambina Äste von Büschen und Bäumen ins Gesicht, weil Luis mit seinen Gedanken ganz woanders war und nicht auf den Weg achtete. "Also nochmal from the very beginning: Diese Biatch ist really insane. Du kannst not der Daddy from diese Baby sein. Graaz ist eine Mauerflower, she doesn′t know was Sex bedeutet und sie hatte never ever sex, und schon gar not with you!" regte sich Bambina über ihre ehemals beste Freundin Graaz auf. "Sex? Was ist das? Tut das weh?" fragte Luis geschockt. "Oh my God, Luis! Hat deine Mum dir niemals die story von die birds und die bees erzählt?" "Doch, hat sie. Und seitdem halte ich mich immer fern von Vögeln und Bienen," erklärte Luis und kam an einer Parkbank zum Stehen. "I tell you something: Wir müssen Graaz stoppen! Sie darf not zwischen us stehen, und we have to stop her bullshit lies! Du musst mir promisen, mich never zu leaven!" verlangte Bambina von ihrem Freund. "Ich verspreche es dir. Pfadfinder-Ehrenwort!" schwor Luis ihr. "Great. Und now help mir aus diesem crazy Rollstuhl. I want to show you what love is about," lächelte Bambina lasziv und Luis half ihr aufzustehen. Sie hakte sich bei ihm ein und humpelte dann ins Gebüsch. Kaum waren die beiden außer Sichtweite, bogen sich die Äste auf der gegenüberliegenden Seite auseinander und der Kopf von Graaz Lopez wurde sichtbar. Sie hatte das ganze Gespräch mitangehört und war nun in Rage. "Ich hasse dich, Bambina! Ich hasse, hasse, hasse dich!" sagte sie in einem irren Ton und zog eine Schere aus ihrer Handtasche. Damit ausgestattet ging sie zum Rollstuhl und stach nacheinander alle vier Räder platt. Danach nahm sie ihr Handy und wählte die Nummer des örtlichen Polizeipräsidiums. "Hallo, Sheriff Parkinson? Mein Name ist Graaz Lopez, ich würde gerne eine Anzeige erstatten! Ich möchte Bambina Knirsh wegen Stalking anzeigen. Sie lässt meinen Verlobten und mich einfach nicht in Ruhe, lauert uns überall auf und droht, mein Baby zu entführen! Sie kümmern sich drum? Vielen Dank, Sheriff." Zufrieden legte Graaz auf und machte sich dann schnell aus dem Staub.
Im Club war ein großes Buffet aufgebaut mit Shrimps, Kaviar, frischem Obst, verschiedenen Salaten, kalten und warmen Speisen und einer großen Auswahl an Nachspeisen. Des Weiteren stand ein festlich gedeckter Tisch für acht Personen mit Platzkärtchen in der Mitte des Salons bereit für die Mackenzie-Familie. Am Kopf nahm selbstverständlich das Oberhaupt der Familie Platz: Buffi. Rechts und links von ihr war für Gilmore und Rory gedeckt. Ruthie und Mäckie saßen sich gegenüber, so dass sie gleichzeitig neben ihren Töchtern sitzen konnten. Neben Mäckie war für Medusa und neben Ruthie für Trudy eingedeckt. Ruby saß am anderen Kopfende des Tisches. Nachdem alle ihre Plätze eingenommen hatten, griff Buffi nach ihrem Fischmesser und klirrte gegen ihr Champagnerglas. "Bitte Ruhe. Ich möchte einen Toast aussprechen!" verkündete sie mit lauter Stimme. Daraufhin griff die kleine Rory zum Brotkörbchen und hielt es ihrer Urgroßmutter hin. "Doch nicht so einen Toast," zischte Buffi und schlug ihr den Brotkorb aus der Hand. "Einen Moment, Mutter," unterbrach Ruby. "Ich muss Kitty entschuldigen. Sie ist leider verhindert und kann nicht kommen. Sie lässt euch alle aber ganz herzlich grüßen." "Die Pute kann froh sein, dass sie nicht hier ist, denn sonst würde ich ihr einen kräftigen Arschtritt verpassen. Sie schuldet mir immer noch ein üppiges Sümmchen vom letzten Familientreffen," giftete Ruthie ihre Tante an und verbog dabei den Dessertlöffel. Mit einem schroffen "Ruthie!" von Buffi zuckte Ruthie zusammen und setzte sich gerade hin. "Dass Kitty nicht kommt, ist mir längst bekannt. Sie hat mich persönlich angerufen und es mir mitgeteilt. Sie ist zurzeit auf Tour mit ihrem neuen Album Hello, Kitty! und dafür habe ich natürlich Verständnis," erwiderte Buffi und erhob dabei ihr Glas. Nachdem die Familie angestoßen hatte, machten sich alle über das reichliche Buffet her. Als Buffi zu ihrem Platz zurückkehrte, musste sie erschrocken feststellen, dass ihre kostbare Tasche verschwunden war. "Der Sicherheitsdienst möge sofort alle Eingänge verriegeln. Niemand darf das Gebäude verlassen. Die Tasche ist unersetzlich, ein Unikat!" schrie Buffi aufgebracht und lief wie ein aufgescheuchtes Huhn durch den Club. Derweil saßen Ruthie und Mäckie am Tisch und genossen ihr Essen. Sie hatten extra Tüten mitgebracht, in die sie noch mehr Essen stopften. "Das reicht mindestens bis Weihnachten," lachte Mäckie mit vollem Mund, wobei ihr dicke Brocken wieder rausfielen. Trudy, Medusa und Ruby waren unterdessen damit beschäftigt, unter jeden Tisch und unter jedes Kissen im gesamten Club zu gucken, ob sich dort vielleicht die Tasche ihrer Mutter befand. "Da, seht doch! Diese Tussi hat Grandmas Tasche gestohlen. Schnappt sie euch!" schrie Gilmore Mackenzie plötzlich und alle Leute im Club richteten ihren Blick auf Chastity, die versucht hatte sich auf Zehenspitzen mit der Tasche unterm Arm aus dem Club zu schleichen. "Auf sie mit Gebrüll!" riefen Ruthie und Mäckie im Chor und bewaffneten sich mit ihrem Besteck. Doch Chastity war schneller und nietete alles um, was ihr im Weg war. Draußen vor dem Club lief sie in Richtung Baker Street. Doch die Mackenzies waren ihr bereits dicht auf den Fersen.
Mit Tempo 180 raste Alaska den Highway hinunter, der von Big Deer nach Melody Ville führte. "Alaska, ich bitte Sie. Wir können doch über alles reden," jammerte Eschke, die durch die riskante Fahrweise von Alaska Angst um ihr Leben bekam. "Halten Sie endlich ihre Klappe. Ich musste mir lange genug ihr Gelaber anhören. Jetzt reicht es!" konterte Alaska und machte ein waghalsiges Ausweichmanöver. "Ich habe hier ein Telefon. Wir rufen jetzt Rex an. Sie müssen nur rechts ranfahren." Eschke zog ihr Handy aus ihrer Handtasche und begann zu wählen. "Gib das her!" zischte Alaska und entriss Eschke das Handy. Sie ließ die Fensterscheibe runter und warf es im hohen Bogen aus dem fahrenden Wagen. "Sie sind ja wahnsinnig!" kreischte Eschke und hielt sich die Hände vors Gesicht. Durch die Handy-Aktion wurde Alaska noch wütender und drückte noch mal kräftig aufs Gaspedal. Zur selben Zeit auf der anderen Seite des Highways war Chastity auf der Flucht vor den Mackenzies. Nachdem sie aus dem Club geflüchtet war, hatte sie den Pick-Up kurzgeschlossen, den Mary Frances vor geraumer Zeit ebenfalls als Fluchtwagen benutzt hatte. Während sie mit hoher Geschwindigkeit den Highway entlang raste, wühlte sie nebenbei in Buffis Tasche, die sie auf den Beifahrersitz gelegt hatte. "Na sieh mal einer an, was die alte Schachtel alles mit sich führt," lachte Chastity und beschleunigte dabei. "Alaska, was soll denn das? Da ist eine Kurve, nicht überholen. Oh mein Gott!" Alaska wurde durch die Scheinwerfer des entgegenkommenden Fahrzeugs so geblendet, dass sie die Kontrolle über ihren eigenen Wagen verlor und in den Gegenverkehr raste. Ein Zusammenstoß war unabwendbar.














