27/IV L’excursion de ski

An diesem Morgen stand vor der "St. George High School" ein großer Reisebus, der Luis, Bambina, Graaz & Co. ins Skilager auf den Magic Mountain bringen sollte. Während Miss Schlivi dafür sorgte, dass auch das ganze Gepäck seinen Weg in den Stauraum fand, saßen die meisten schon im Bus und unterhielten sich. "Oh sweety pie, ich bin so damn excited auf den Skitrip. I can’t hardly wait es mit dir vor dem Kamin zu tun," freute sich Bambina wie ein Honigkuchenpferd. "Pass bloß auf, dass du dir nicht den Hals brichst," dachte Graaz, die hinter den beiden saß und das ganze Schauspiel beobachtete. Neben sich hatte Graaz die Tragetasche gestellt, in der sich das Baby Dinah befand, welches sie in geistiger Umnachtung an sich genommen hatte. Immer wenn sie jemand nach dem Baby fragte, antwortete Graaz, dass es sich dabei um eine sprechende Babypuppe von Arasälly handelte, die auch ab und zu gefüttert werden musste. In derselben Reihe am anderen Fenster des Busses saß Sära, die sich in ihre Schmusedecke gewickelt hatte und dabei an ihrem rechten Daumen nuckelte. Auf den Sitz neben ihr hatte sie demonstrativ ihren rosafarbenen Rucksatz gelegt, so dass sie auch niemand dahinsetzte. Vor allem nicht Emba. Diese saß in der Reihe hinter Sära und ärgerte sich, dass ihr wegen des Skilagers eine ganze Woche das Geschäft in der Baker Street entging. In der letzten Reihe zankten sich Ruthie und Mäckie darum, wer dort sitzen durfte. "Hau endlich ab, sonst verpass ich dir einen Tritt, dass du vorne durch die Scheibe fliegst!" drohte Ruthie ihrer Cousine und schubste sie von sich weg. "Das hier ist mein Revier!" Wortlos griff sich Mäckie ihren Rucksatz und setzte sich auf den freien Sitz hinter Graaz. Dann holte sie ihren Walkman raus und drehte auf volle Lautstärke. "Köööönnen wir, Miss Schliiiviii?" wollte Murgy wissen, die hinter dem Steuer saß und darauf wartete, endlich loszufahren. "Einen Moment noch. Hört mal alle her. Ich möchte euch einen neuen Mitschüler vorstellen." Miss Schlivi zog den neuen Schüler an seiner Kapuze in den Bus. "Das ist Chad Lennox!" "Meine Mutter ist die Bürgermeisterin!" platzte es sofort aus ihm heraus. Doch niemanden schien das zu interessieren. "Nun such dir einen freien Platz, damit wir endlich losfahren können," forderte Miss Schlivi ihn auf und gab Murgy daraufhin das Zeichen, dass sie losfahren konnte. "Hallo Schlampe!" meinte Chad zu Emba und setzte sich neben sie. "Hallo, Sohn der hurigen Bürgermeisterin," entgegnete Emba. "Wir beide im Skilager, das wird sicher lustig werden," versicherte Chad mit einem Grinsen, und der Bus setzte sich in Bewegung.



Starring
Mackenzie Rosman as Mäckie Mackenzie
Melissa McCarthy as Dana Beseburgh
Steven Culp as Ben Delany
James Hyde as Hank Bennett (credit only)
Juliett Mills as Tabatha Lopez (credit only)
Juliett Mills as Tabitha Bennett (credit only)
Nicholle Tom as Graaz Lopez
Halle Berry as Eschke Doughter (credit only)
Jesse Metcalfe as Luis Figaro
Keshia Knight-Pulliam as Bambina Knirsh
Jan Hoag as Murgy Muschka
Nicollette Sheridan as Alaska Lennox (credit only)
Chad Michael Murray as Chad Lennox
Landry Allbright as Ruthie Mackenzie
Guest Starring
Jessica Biel as Emba van de Driesche
Alexis Bledel as Sära van de Driesche
Paulo Benedeti as Tonni Dominguez
Catherine Hicks as Miss Schlivi
William Sadler as Sheriff Parkinson
Sandra Vidal as Sierra Leone

In Melody Ville befanden sich Dana Beseburgh und ihr Verlobter Ben Delany zu diesem Zeitpunkt im Polizeipräsidium. Die beiden saßen vor dem Schreibtisch von Sheriff Parkinson und Dana wimmerte die ganze Zeit leise vor sich hin. "Und, was kann ich für Sie tun?" fragte der Sheriff gelassen und steckte sich danach ein Stückchen Kautabak in den Mund, auf welchem er genüsslich herumbiss. "Wir möchten eine Vermisstenanzeige aufgeben. Vor drei Tagen wurde unser Baby Dinah entführt. Wir waren bei Freunden zum Abendessen eingeladen, und als wir wieder nach Hause gehen wollten, war unser Baby plötzlich weg," erzählte Ben dem Sheriff mit betretener Miene. "Mein armes, kleines Baby," schluchzte Dana ungehemmt und wieder schossen Tränen in ihre Augen. Der Sheriff schaute die beiden für einen kurzen Augenblick an und brach dann in schallendes Gelächter aus. "Das ist ja der beste Witz, den ich seit langem gehört habe! Zu köstlich, ein wahrer Schenkelklopfer! Hahahaha!" konnte er sich kaum noch beruhigen und er bog sich fast krumm vor Lachen. "Das ist kein Scherz!" rief Ben entrüstet aus. "Unser Baby ist wirklich verschwunden, und wir machen uns sehr große Sorgen." Das schmeckte dem Sheriff absolut nicht und er sprang wütend von seinem klapperigen Bürostuhl auf. "Hören Sie! Ich bin seit über 20 Jahren Sheriff in diesem Revier, und noch nie ist es vorgekommen, dass hier ein Kind verschwunden ist! Und was sagt uns das?" "Dass es jetzt das erste Mal ist?" fragte Ben vorsichtig. "Es sagt uns, dass Sie selbst Schuld daran sind, Sie Hornochse! Melody Ville ist so sicher wie keine zweite Stadt im ganzen Umland, und Sie sind nicht im Stande, auf ihr eigenes Baby aufzupassen. Aber das wird Sie teuer zu stehen kommen. Dieser Fall steigert die Kriminalitätsrate von Melody Ville um ganze 10 Prozent! Wir stehen wir denn jetzt da im Vergleich zu Bramsenbach-Dromsenbusch? Und alles nur wegen ihrem verlausten Baby!" schrie Sheriff Parkinson ungehalten und fegte mit einem Wisch seinen ganzen Schreibtisch leer. Dana war so erschrocken, dass sie schon wieder einen Heulkrampf bekam.

Nach einer knappen halben Stunde Fahrt kam der Bus in Big Deer auf dem Magic Mountain an. Alle waren schon ganz aufgeregt und konnten es kaum abwarten, endlich auszusteigen. "Nicht so hastig, meine Lieben!" meinte Miss Schlivi und zog eine Liste aus ihrem Rucksack hervor. "Bevor wir aussteigen, werde ich euch noch sagen, wer mit wem auf ein Zimmer gehen wird. Also aufgepasst! Zimmer Eins: Graaz Lopez und Bambina Knirsh." "Auch dass noch," fluchte Graaz und trat gegen den Vordersitz. Bambina drehte sich daraufhin zu ihr und sagte: "Hey Graaz, ist das nicht fantastic? Eigentlich wollte ich ja mit my sweety pie in ein room gehen, aber du bist meine second choice. Wir werden sehr viel fun together haben." Graaz setzte ein künstliches Lächeln auf und warf dann einen Blick in die Tragetasche, in der Dinah friedlich schlummerte. "Zimmer Zwei: Luis Figaro und Chad Lennox. Zimmer Drei: Ruthie Mackenzie und Mäckie Rory Mackenzie de Mahaffy." "Das heißt Mäckie Rory geborene Mackenzie, verwitwete de Mahaffy," schrie Mäckie von hinten aus dem Bus. Miss Schlivi tat so, als hätte sie es nicht gehört, und fuhr fort. "Zimmer Vier: Emba und Sära van de Driesche." "Oh nein, das kommt gar nicht in Frage," riefen die Schwestern zusammen im Chor. "Sei still Emba, du bist so gemein," plärrte Sära daraufhin. "Halte dein Maul Sära, sonst setzt es was. Und zwar nicht zu knapp," zischte Emba mit zusammengekniffenen Augen. "Meinetwegen. Dann gehen auf Zimmer Drei Ruthie und Sära, und auf Zimmer Vier Emba und Mäckie." Alle waren schon im Begriff, aus dem Bus zu stürmen, als Miss Schlivi sich das Megaphon griff und aus tiefster Lunge "HALT!" hinein schrie. "Ich bin noch nicht fertig. Nun die Hausordnung. Punkt 1: Kein Alkohol und keine Drogen. Wenn ich auch nur einen von euch erwische, fährt der sofort wieder nach Hause. Punkt 2: Nach 22 Uhr wird das Licht ausgemacht und es ist Ruhe. Punkt 3: Keine Jungs auf den Mädchenzimmer und umgekehrt. Wen ich dabei erwische, fährt ebenfalls sofort wieder nach Hause. Und jetzt raus mit euch." Hastig drängelten sich alle aus dem Bus ins Freie, um ihr Gepäck von Murgy entgegenzunehmen. Emba stand ein wenig abseits von der Gruppe und heckte einen Plan aus, um allen den Skiausflug zu vermiesen. Sie wollte eigentlich direkt wieder nach Hause und dazu musste sie nur eine der Regeln brechen. Doch sie fand es viel unterhaltsamer, den anderen eine Falle zu stellen. Und sie hatte auch schon ihr erstes Opfer gefunden: Chad.

Nachdem die Schulklasse im Skilager eingetroffen war, verkündete Miss Schlivi den Kindern frohen Mutes den ersten Programmpunkt des Tages: "Wir gehen jetzt Ski fahren! Auf geht’s!" Die Lehrerin ging freudestrahlend voran, während ihr die Schüler mürrisch folgten. "Ihr habt jetzt zwei Möglichkeiten. Die Profis unter euch können auf eigene Faust und nach Herzenslust den Abhang hinabwedeln. Und diejenigen, die noch etwas wackelig auf den Beinen sind, können einen Kurs bei einem Skilehrer machen. Ah, da hinten kommt er auch schon! Darf ich vorstellen, das ist Tonni de Minguez!" Ein dunkelhaariger Mann mit einem Drei-Tage-Bart gesellte sich zu Miss Schlivi und glotzte die Schulklasse neugierig an. "Hola, ich bin Tonni," stellte er sich mit einem spanischen Akzent vor. "Hallo, ich bin Emba," lächelte Emba ihn lasziv an. Anstelle eines Skianzugs trug sie einen kurzen, pinkfarbenen Rock und dazu passende Eskimostiefel. "Ich brauch keinen Lehrer. Ich mach mein eigenes Ding," zischte Ruthie und entfernte sich unbemerkt von Miss Schlivi der Gruppe. Derweil hatte sich Graaz für den Skikurs gemeldet und Tonni zeigte ihr gerade, wie sie ihre Knie richtig beugte. "Oh muy caliente, du hast aber ganz schönes Holz vor d’r Hütten," flüsterte Tonni ihr ins Ohr. "Echt? Ich habe aber vor der Hütte gar keins gesehen. Willst du damit etwa sagen, dass ihr hier die Tannen abholzt und sie als Brennholz benutzt? Das find ich aber gar nicht schön. Vermutlich sind die Skier auch als Holz. Ich bin schockiert!" meinte Graaz und schnallte ihre Skier schon im nächsten Augenblick ab. "Was machst du denn da? Willst du denn gar nicht mehr Ski fahren lernen?" wunderte sich Tonni. "Nein danke, ich bin bedient!" meinte Graaz in einem weinerlichen Ton und verschwand aus Tonnis Nähe. Nun sah Emba ihre große Chance. Sie stellte sich vor Tonni und begann zu jammern. "Was ist denn passiert, celinda?" "Ich bin gerade ausgerutscht und auf mein Steißbein gefallen. Ich glaube, dabei ist mein String-Tanga gerissen. Kannst du vielleicht nachschauen, ob er noch ganz ist?" Während Tonni sich nun Emba widmete, waren Luis und Bambina in einen handfesten Streit geraten. "Oh baby, ich understande nicht, warum du not Ski fahren willst. Es sind die Bretter, die die World bedeuten," ärgerte sich Bambina über ihren Freund. "Es tut mir leid, aber ich habe einfach nicht die richtigen Schuhe für so etwas dabei. Mit meinen Absätzen kann ich unmöglich Ski fahren," nörgelte Luis. Graaz kam ganz zufällig an den beiden vorbei und mischte sich in das Gespräch ein. "Habt ihr nicht Lust, mit mir Schlitten zu fahren? Wir könnten ein Wettrennen veranstalten." "Oh Graaz, that’s ein großartige Idea. I love it!" freute sich Bambina, doch Luis war auch davon nicht sehr angetan. "Ich mache den Schiedsrichter," sagte er, und Bambina und Graaz holten sich ihre Schlitten. Für ihr Wettrennen hatten sie sich einen Abhang ausgesucht, der sehr steil aussah, doch sie merkten nicht, dass dort ein Warnschild aufgestellt war, auf dem "Lebensgefahr" stand. "Auf die Plätze, fertig, los!" schrie Luis und die beiden Mädchen setzen sich mit ihren Schlitten in Bewegung.

Das Feuer knisterte leise im Kamin vor sich her, während Tonni in seiner Skihütte mit Emba zu Gange war. Die beiden wälzten sich hemmungslos auf dem großen Bärenfell, das vor dem Kamin lag, und gaben sich ihrer ungezügelten Leidenschaft hin. Währenddessen marschierte eine dunkelhaarige Frau den steilen Weg zu Tonnis Hütte hoch. Es war Sierra Leone, die ihrem Lover Tonni einen spontanen Besuch abstatten wollte. "Och Tonni, diese Hütte ist wunderschön, ich liebe es!" lachte Sierra vergnügt und dachte wieder daran, wie sie mit ihm zu ersten Mal Tango getanzt hatte. Es kam ihr so vor, als wenn es erst gestern gewesen wäre. Auf der anderen Seite der Hütte robbte sich derweil eine andere Gestalt durch den Schnee. Dabei handelte es sich um Hexina van Halen, welche von Murgy Muschka mit dem Katapult bis nach Big Deer geschleudert worden war. Drei Tage lang hatte sie bewusstlos in einer Felsspalte ausgeharrt, bis sie schließlich wieder zu sich gekommen war. Mit Hilfe ihrer Taschenglaskugel hatte sie herausgefunden, dass sich das Objekt, welches sie bei Murgy vermutet hatte, in Wahrheit ganz in ihrer Nähe befand: Hexina wollte ebenfalls das Amulett von Sim Sala Bim an sich reißen, um damit die Weltherrschaft zu erobern. Sierra, die Hexina zufälligerweise wie ein Ei dem anderen glich, warf einen kurzen Blick durch das große Panoramafenster und erschrak, als sie sah, dass Tonni sich gerade mit einer anderen Frau verlustierte. Sierra stieß einen schrillen Schrei aus, durch den Tonni und Emba auf sie aufmerksam wurde. "¡Usted híbrido! ¡Le odio!" kreischte Sierra und rannte den ganzen Weg wieder herunter. "¡Mierda! ¡Mi querido! ¡Mi corazón! ¡Me pierden!" sprang Tonni entsetzt auf und schlüpfte schnell in seine Unterhose, doch er erwischte Embas String-Tanga. "Ich kenne nur a tergo," meinte Emba. In dem Moment als Tonni die Türe aufriss, stand bereits schon Hexina vor ihm, doch er hielt sie aufgrund ihres Aussehens für Sierra. "Oh mi amor, woher wusstest du denn, dass ich heute Abend hier bin? Es tut mir alles so schrecklich leid!" flehte Tonni sie an. "Texte mich nicht zu und verpiss dich! Das geht nur Blondie und mich etwas an! Also, Püppchen, rückst du es freiwillig raus oder muss ich dich erst zu deinem Glück zwingen?" stieß Hexina ihn zur Seite und ging bedrohlich auf Emba zu. "Ich habe das Kleid nicht gestohlen. Sie verwechseln mich bestimmt," erwiderte Emba. "Ich will das Amulett – und zwar auf der Stelle! Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt!" Hexina holte ihren Zauberstab hinter ihrem Rücken hervor, doch dieser war durch den Aufprall am Berg abgeknickt. Damit hatte Hexina nicht gerechnet und Emba nutzte die Gunst der Stunde, um sich aus dem Staub zu machen.

Währenddessen rasten Bambina und Graaz auf ihren Schlitten den steilen Abhang hinunter. Beiden war recht schnell mulmig zumute, denn ihr Tempo nahm immer weiter zu und es schien gar kein Ende zu geben. Bambina lag mit ein paar Metern in Führung, doch das wollte Graaz nicht zulassen. Sie wollte vor Luis als Gewinnerin dastehen. In einer scharfen Rechtskurve beschleunigte Graaz und versuchte Bambina auszubremsen, indem sie sie zur Seite drängte. "Hey, bist du crazy oder what?" schrie Bambina und der aufgewirbelte Schnee spritzte in ihr Gesicht. Für einige Sekunden war ihre Sicht getrübt und sie sah nicht mehr, wohin sie lenkte. Bambina geriet plötzlich von der Spur ab, rutschte von ihrem Schlitten ab und flutschte auf dem Bauch bis hin zu einer Gletscherspalte, wo sie sich mit Mühe und Not an einem Zweig festhalten konnte. Unter ihr ging es mindestens 10 Meter in die Tiefe. "Help! Help! Ich will nicht sterben und bei die Angels singen!" kreischte sie aus voller Lunge. Graaz hatte indessen mitbekommen, dass Bambina gestürzt war und hatte eine Vollbremsung hingelegt. Sie kam zur der Stelle gelaufen, wo Bambina am Abhang hing und beugte sich zu ihr nieder. "Graaz, please help me," flehte Bambina sie an. "Und was bekomme ich dafür?" fragte Graaz mit einem genüsslichen Blick. "What? Ich dachte wir wären chicks on speed und so close wie Thelma und Louise, wir würden everything machen für one another," keuchte Bambina in Todesangst. "Falsch gedacht. Seitdem du mit Luis zusammen bist, habe ich keine ruhige Minute mehr. Du hast ihn mir weggenommen! Wenn du wirklich meine Freundin wärst, dann würdest du so einen Scheiß nicht machen. Also, entweder du trennst dich von Luis und ich rette dein Leben, oder du bist gleich Matsch. Und?" Graaz schaute Bambina mit einem eiskalten Blick an. "Du bist ja... completely insane!" entfuhr es Bambina und Graaz trat daraufhin mit ihren dicken Stiefeln auf Bambinas Hand, mit denen sie sich am Zweig festhielt. "Du hast es nicht anders gewollt." Schließlich konnte sich Bambina durch die Schmerzen nicht länger festhalten und sie stürzte haltlos in die Tiefe. Graaz hörte nur noch den Aufprall und beschloss dann, per Handy den Notarzt zu verständigen.

Nach dem Schock hatte es Sierra in eine Après Ski-Hütte verschlagen. Sie saß an einem Tisch und hatte ständig das Bild von Emba und Tonni vor Augen. "Dieser Mistkerl. Für ihn habe ich die besten Jahre meines Lebens geopfert. Und was macht er? Er vergnügt sich mit einem billigen Flittchen in unserer Hütte. Aber da hilft nur eins: Venganza!" fluchte Sierra und spülte ihren Frust mit einem weiteren Grog runter. Nach vier Gläsern wollte sie kurz auf die Toilette gehen, um sich etwas frisch zu machen. Als sie wiederkam, erblickte sie Emba, die sich an ihren Tisch gesetzt hatte. Da ihr Tête-à-Tête mit Tonni gestört worden war, musste sich Emba nun einen neuen Typen angeln. Und wo bot sich eine bessere Gelegenheit als bei Après Ski? Sierra warf ihr langes schwarzes Haar in den Nacken und stolzierte mit erhobenem Haupt los. "Sie sind sicher die Kellnerin", meinte Emba, "also bringen sie mir einen Swimming Pool mit extra viel Alk. Aber pronto!" "Ich bin nicht die Kellnerin. Ich bin Tonnis Partnerin... seine Freundin... seine Geliebte. Also, welche Rolle glauben Sie bleibt da noch für Sie?" zischte Sierra. Doch bevor Emba antworten konnte, erschien Chad auf der Bildfläche. "Na Ladies, wie geht’s, wie steht’s?" meinte er und setzte sich zu Emba an den Tisch. "Wer ist denn diese Witzfigur?" lachte Sierra. "Habt ihr Lust auf einen Dreier? Ich würde das wahnsinnig gerne mal ausprobieren," lechzte Chad und schaute immer wieder zwischen Emba und Sierra hin und her. Letztere ignorierte Chads niveaulose Bemerkung und richtete ihr Augenmerk wieder auf Emba. "Hör zu, du kleine Schlampe. Tonni gehört mir und falls ich dich noch ein einziges Mal in seiner Nähe erwische, dann gnade dir dios. Comprende?" Zum Abschied verpasste Sierra Emba eine schallende Ohrfeige und rauschte dann ab. "Na Chad, wie wär’s mit einem kleinen Saufspiel. Wenn du gewinnst, bekommst du mich eine ganze Nacht lang. Und wenn ich gewinne, wirst du für den Rest des Skiausflugs mein persönlicher Sklave," schlug Emba vor und öffnete dabei ihren Mantel. Damit hatte Chad nicht gerechnet. Doch er war sofort dafür zu haben und nickte nur, während er dabei ein wenig zu sabbern begann.

Emba hatte das Saufspiel problemlos gewonnen, denn sie hatte den Coyote Ugly-Trick angewendet. Nach jedem Glas Schnaps nahm sie einen Schluck aus ihrer Bierflasche. Doch diese war leer und so spuckte sie den Schnaps dort hinein. Daraufhin schleppte sie den besoffenen Chad in sein Zimmer und deponierte die leeren Schnapsflaschen neben seinem Bett. Des Weiteren schrieb sie Sära eine Nachricht im Namen von Chad, dass dieser sie in seinem Zimmer erwartete. Dann erzählte sie Miss Schlivi, dass sie beobachtet hatte, wie Chad und Sära Schnaps gekauft hatten. Miss Schlivi entdeckte Chad, Sära und die leeren Flaschen und schickten die beiden umgehend nach Hause. Embas Vorsatz, Chad eins auszuwischen, war demnach hundertprozentig in Erfüllung gegangen. Zufrieden stand sie nun vor der Skihütte und rauchte eine Zigarette. "Es war eine Kleinigkeit, diese niederen Kreaturen in eine Falle zu locken. Nun wird es Zeit, zur nächsten Stufe zu kommen: Schon bald wird die Weltherrschaft mir gehören," lachte sich Emba ins Fäustchen und betrachtete ihr Amulett im Mondschein. "Da wääär ich mich nicht so sischer," sagte plötzlich eine tiefe Stimme hinter ihr. Es war Murgy Muschka, die sich mit einer Mistgabel bewaffnet hatte. "Was willst du denn?" wunderte sich Emba und ihre Augen fingen gefährlich an zu leuchten. "Isch will das Amulätt! Isch habe jaahrelaang danach sucht und ausgereschnet doo hast es! Giiib es sofooort hääär!" befahl Murgy ihr und drohte ihr mit der Mistgabel. "Den Teufel werd ich tun! Wenn ich mit dir fertig bin, wirst du dir wünschen, niemals eine Hexe geworden zu sein!" Emba hielt das Amulett ins Mondlicht, und sofort feuerte es einige Blitze auf Murgy ab, die diese jedoch mit der Mistgabel abwehrte. Auf einmal gab es einen lauten Knall und Hexina van Halen stand zwischen den beiden. "Hier steigt wohl eine kleine Party, was? Ich hoffe, ich bin auch eingeladen!" "Doo hast wohl immer noch nischt genug, du dreckiges Stück Schlaaamm!" keuchte Murgy und attackierte Hexina. "Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte," lachte Emba fies und stellte sich dann in Position, um ihr Werk zu vollenden. Sie lenkte den Strahl des Amuletts auf den schneebedeckten Hang und löste nach wenigen Augenblicken eine gewaltige Lawine aus. Mit lautem Tosen stürzten die Schneemassen den Hang hinab und begruben alles unter sich, was sich ihnen in den Weg stellte. Dummerweise konnte sich Emba selbst auch nicht mehr rechtzeitig in Sicherheit bringen und wurde so genau wie Hexina und Murgy von der Lawine überrollt.

Letzte Aktualisierung: 10.03.2011

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