25/IV Le naufrage à la plage
Leise brachen sich die Wellen am Strand einer kleinen Insel im Pazifischen Ozean, während am Horizont langsam die Sonne unterging und den Himmel glutrot färbte. Ein sanfter Wind wehte vom Meer herüber auf den Strand, an dem ein blondes Mädchen regungslos im Sand saß. Mit einem finsteren Blick starrte sie hinaus auf das schier endlose Gewässer. Bei dem Mädchen handelte es sich um niemand Geringeren als Ruthie Mackenzie und neben ihr lag eine frisch geerntete Kokosnuss. Doch wie war Ruthie auf diese gottverlassene Insel gekommen? Nachdem das Clubschiff "AIDA" einen unterirdischen Vulkan gerammt hatte, drohte es innerhalb weniger Minuten komplett zu sinken. Die gesamte Hochzeitsgesellschaft von Mäckie und Raffi floh daraufhin mit einem Rettungsboot von Bord und der heftige Wind hatte sie nach einigen Stunden an den Strand einer unbewohnten Insel gespült. Inzwischen waren ganze drei Monate vergangen. Die Bewohner von Melody Ville hatten sich ein kleines Camp am Rande des Dschungels erbaut, wo sie den größten Teil des Tages verbrachten. Während die Männer jeden Tag auf die Jagd gingen, kümmerten sich die Frauen um die Feldarbeit und machten sauber. Mittlerweile hatten fast alle die Hoffnung aufgegeben, jemals wieder von der Insel wegzukommen und in ihr heißgeliebtes Melody Ville zurückzukehren. Während Ruthie auf das Meer schaute, näherten sich ihr langsam Schritte aus Richtung des Camps. Ruthie konnte aus ihren Augenwinkeln erkennen, dass es ihre niederträchtige Cousine Mäckie sein musste. Instinktiv riss sie die Kokosnuss an sich und umklammerte sie fest. "Finger weg oder ich rufe die Polizei!" brüllte Ruthie ihre Cousine an und sprang im selben Augenblick hoch. "Ruf nur, sie wird aber nicht kommen!" schrie Mäckie zurück und versuchte Ruthie die Kokosnuss aus den Händen zu reißen, doch sie schaffte es nicht. "Wo hast du die her, Elendige!?" "Vom Baum, du Schlampe! Und ich denke nicht im Traum daran, mit dir oder sonst wem zu teilen!" Mit diesen Worten legte Ruthie einen Blitzstart hin und sprintete in einem Affenzahn den Strand herunter. Mäckie versuchte ihr natürlich zu folgen, doch da sie viel kürzere Beine hatte, konnte sie das Tempo nicht mithalten. Nach einigen hundert Metern ließ sie sich mit heraushängender Zunge kraftlos in den Sand fallen, während Ruthie diabolisch lachend auf eine Palme kletterte und dort genüsslich die Milch der Kokosnuss schlürfte. Anschließend knabberte sie laut schmatzend das Fruchtfleisch und warf die Schalen danach achtlos herunter. Weniger später senkte sich die Nacht über die Insel...
Starring
Mackenzie Rosman as Mäckie Mackenzie
Melissa McCarthy as Dana Beseburgh (credit only)
Steven Culp as Ben Delany (credit only)
James Hyde as Hank Bennett
Juliett Mills as Tabatha Lopez
Juliett Mills as Tabitha Bennett
Nicholle Tom as Graaz Lopez
Halle Berry as Eschke Doughter
Jesse Metcalfe as Luis Figaro
Keshia Knight-Pulliam as Bambina Knirsh
Jan Hoag as Murgy Muschka
Nicollette Sheridan as Alaska Lennox (credit only)
Chad Michael Murray as Chad Lennox (credit only)
Landry Allbright as Ruthie Mackenzie
Guest Starring
Jessica Biel as Emba van de Driesche
Alexis Bledel as Sära van de Driesche
Barbara Crampton as Medusa Mackenzie
Andrea Evans as Trudy Mackenzie
Katherine Kelly Lang as Florke de Mahaffy
Beverley Mitchell as Chastity Bellet
Graaz saß gelangweilt auf einem Felsen etwas abseits des Camps und warf lustlos Steine und Muscheln in die rauschenden Wellen. "Och menno! Das ist so doof, dass wir hier sind. Ich will unbedingt wissen wie es bei meiner Lieblingsseifenoper 'Zeit der Unruhe' weitergeht," murmelte sie vor sich hin. Sie hatte nicht bemerkt, dass Luis in der Nähe war und mitbekommen hatte, was Graaz so bedrückte. "Sagtest du 'Zeit der Unruhe'? Das ist auch meine Lieblingsseifenoper," meinte Luis plötzlich und Graaz zuckte zusammen. "Meine Güte Luis. Muss du dich denn immer so von hinten anschleichen?" Graaz verschränkte die Arme vor der Brust. "Tut mir leid. Das wollte ich nicht." Er kletterte über ein paar Felsen und setzte sich dann neben Graaz. "Weißt du, dass dieselbe Geschichte, die uns jetzt widerfahren ist, schon mal bei 'Zeit der Unruhe' passiert ist?" "Echt? Das wusste ich gar nicht. Ich bin auch noch nicht so lange dabei. Erst seitdem ich im Kloster war. Chastity hat mich darauf gebracht." "Also das war so: Fast der gesamte Cast hatte damals eine Kreuzfahrt gemacht. Nur wenige waren zu Hause geblieben. Doch dann passierte ein Schiffsunglück und die Passagiere sind auf einer einsamen Insel gestrandet. Sie hatten die Hoffnung auf Rettung schon fast aufgeben, doch dann..." "Hey! What the hell macht ihr two denn here?" wollte Bambina wissen, die plötzlich hinter einem Busch auftauchte. Sie trug einen Rock aus Bambus und einen BH aus Kokosnusschalen, die sie am Morgen am Strand gefunden hatte. "Wir... äh...," stammelte Luis und wurde ganz rot im Gesicht – obwohl er das sowieso schon war, da er sich erneut an Bambinas Rouge vergriffen hatte. "Wir haben uns gegenseitig fromme Bibelsprüche aufgesagt," ergriff Graaz tapfer das Wort. "Well, honey, ich habe auch Jesus Christ Superstar gewatcht, als ich noch young and beautiful war," erwiderte Bambina und packte Luis danach an seinem schmächtigen Unterarm, "come on baby, jetzt steht Sex on the beach auf der Schedule, I can't hardly wait. Take me to the limit." "Mach's gut, mein sanfter Engel," flüsterte Luis Graaz noch zu, bevor Bambina ihn hinter sich her zog. "Halt die Ohren... steif," rief Graaz ihm sehnsüchtig nach und erinnerte sich dann wieder an den glorreichen Spruch "Drum prüfe, wer sich ewig bindet". "Wenn er sich nicht an mich binden kann, muss ich mich eben an ihn binden," überlegte sie fieberhaft und ihr kam nur eine Idee: Ein Kind musste her, und zwar so schnell wie möglich!
In der Zwischenzeit hatten sich einige Frauen aus dem Camp aufgemacht, um auf dem Feld zu arbeiten. Heute stand die große Getreideernte bevor. Trudy Mackenzie marschierte laut pfeifend als Erste über den matschigen Trampelpfad, dicht gefolgt von Tabatha Lopez, deren Zwillingsschwester Tabitha, Sära van de Driesche, und sogar Mäckie Mackenzie hatte sich bequemt, mitzukommen. Sära trug einen kleinen Eimer und eine Schaufel in der Hand, und sie hatte auch ein paar bunte Förmchen auftreiben können, da sie dachte, sie würde zum Spielen an den Strand gehen. "Wisst ihr, als kleines Mädchen habe ich immer davon geträumt, einmal auf einer Farm zu leben," rief Trudy enthusiastisch und klatschte vergnügt in die Hände. Die anderen stöhnten nur genervt auf, da Trudy schon seit Tagesanbruch von nichts anderem mehr geredet hatte. "Naja, ein Schwein hattest du doch: Es heißt Ruthie," lachte sich Mäckie boshaft ins Fäustchen, doch Trudy tat so, als wenn sie diesen Kommentar überhört hätte. Nach wenigen Metern hatte die Gruppe schließlich das Feld erreicht und ein Raunen ging durch die Menge: Das gesamte Gelände war niedergemäht und nicht ein einziger Getreidehalm stand noch aufrecht. "Das kann doch nicht wahr sein!" rief Trudy entsetzt aus und sie war den Tränen nahe. Sie ließ sich theatralisch zu Boden fallen und begann hemmungslos zu schluchzen. "Welche ruchlose Person hat dies angestellt?" wunderte sich Tabatha und schaute fragend in die Runde. "Wenn ich denjenigen erwische, dann setzt es so eine Tracht Prügel, boah, das glaubt ihr gar nicht! Mich juckt es schon in der Hand! Wir sind doch hier nicht im Kindergarten!" brüllte Tabitha. Ihr Kopf war puterrot und sie sah so aus, als wenn sie jeden Moment explodieren würde. "Ich denke, ich weiß wer dahintersteckt," meldete sich Mäckie zu Wort, "und zwar Ruthie! Niemand sonst wäre so skrupellos und würde unser Leben einfach so aufs Spiel setzen. Sie hat von Anfang an versucht, unser friedliches Campleben zu zerstören. Aber das dürfen wir ihr nicht einfach durchgehen lassen! Sie muss dafür büßen."
Medusa Mackenzie ging nervös auf und ab und kaute dabei an ihren Acrylfingernägeln. "Hallo Tantchen!" trällerte Ruthie fröhlich daher und leerte dann mit einem Zug ihre Kokosnuss und warf sie anschließend wie einen Football ins Grüne. "Da bist du ja, du kleines Aas," giftete Medusa ihre Nichte an und ließ von ihren Fingernägeln ab. "Wo hast du es versteckt? Ich weiß genau, dass du es gestohlen hast. Du diebische Elster!" "Was? Wovon zum Teufel redest du überhaupt?" Ruthies Augen verengten sich zu kleinen Schlitzen. Ihre Hände ballte sie zu Fäusten und ging in Kampfposition. "Na, mein Diadem. Was glaubst du denn? Gestern Abend hatte ich es noch und jetzt kann ich es nicht mehr finden." "Das kann mir doch egal sein. Du musst eben deinen Klunker besser im Auge behalten. Und jetzt geh mir aus dem Weg. Ich will Mäckie über die Insel jagen, bis sie bewusstlos in den Graben fällt." Medusa packte Ruthie am Arm und zog sie zu sich heran. "So wird das aber nicht laufen. Du sagst mir jetzt sofort wo mein Diadem ist, sonst..." "Nimm sofort deine dreckigen Pfoten von mir!" fiel Ruthie ihrer Tante ins Wort. Mit ein paar Kampfbewegungen warf Ruthie Medusa über ihre Schulter, woraufhin Medusa auf dem Rücken landete und vor Schmerzen aufschrie. "Schachmatt, du Slut!" zischte Ruthie und verschwand daraufhin in der Tiefen des dunklen Dschungels. "Das wird dich teuer zu stehen kommen, du Parasit. Wenn ich dich erwische!" fluchte Medusa und verzerrte dabei ihr Gesicht vor Schmerzen. Hinter einen großen Palme stand Chastity, die das ganze Geschehen beobachtet hatte. In ihrer Hand hielt sie das gesuchte Diadem. "Bevor der Tag zu Ende ist, habe ich alle auf Ruthie gehetzt. Und das ist gerade erst der Anfang. Seht euch vor!" Chastity ließ das Diadem in einem großen Jutesäcke verschwinden. Dann kletterte sie auf die Palme, um sich dort zu verstecken.
Inzwischen hatte sich Emba van de Driesche auf den provisorischen Marktplatz des Camps verzogen und bereitete dort ihre Siesta vor. Auf einer zerrissenen Decke, die sie von der "AIDA" gerettet hatte, lag sie nun in der prallen Hitze und ließ sich die Sonne auf den nackten Bauch scheinen. Sie schreckte hoch, als ihre Schwester Sära mit einem lauten Geräusch aus einer der Hütten, die in einem Halbkreis um den Marktplatz errichtet worden waren, gestolpert kam. "Bist du wahnsinnig, hier so einen Krach zu veranstalten? Es ist Mittagszeit!" schnauzte Emba sie an. "Ich wollte doch nur etwas kochen. Aber ich fürchte, das geht jetzt nicht mehr," verkündete Sära mit hängenden Schultern und hielt einen Kochtopf in die Luft, der von innen ganz verkohlt war. "Es ist doch nicht zum Aushalten mit dir. Geh spielen und lass mich in Ruhe. Hast du Petersilie in den Ohren? Hau endlich ab!" schrie Emba in einem aggressiven Ton. Sära hielt es für besser, so schnell wie möglich aus ihrer Nähe zu verschwinden, und verließ das Camp in Richtung Strand. "Irgendetwas stimmt nicht mit ihr," murmelte sie leise vor sich hin, während sie durch den nassen Sand watete. Sära beschloss, etwas zu spielen, um sich von ihrem Ärger abzulenken. Doch plötzlich fiel ihr Augenmerk auf etwas Merkwürdiges, was vor ihr im Sand lag. Als Sära naher herantrat, konnte sie erkennen, das es sich um einen männlichen Körper handelte, der auf dem Bauch lag. "Hallo?" fragte sie vorsichtig, doch sie bekam keine Antwort. "Hallo, möchtest du mit mir spielen? Du darfst auch bestimmen, was." Als wieder keine Antwort kam, wurde Sära langsam wütend und sie drehte die Person mit aller Kraft auf den Rücken. "Wenn du nicht spielen willst, dann mag ich dich nicht! Du bist doof!" sagte Sära beleidigt, doch als sie merkte, dass es sich bei der Person um niemand Geringeren als Raffi de Mahaffy handelte, wurde ihr mulmig zumute. Sein ganzer Körper war blau angelaufen und er gab keinerlei Lebenszeichen von sich. Entsetzt machte Sära einige Schritte rückwärts und fiel schreiend in den Sand. Nachdem sie sich wieder aufgerappelt hatte, lief sie laut schluchzend zurück ins Camp, um den anderen von ihrer grausigen Entdeckung zu berichten.
Als die Nachricht von Raffis Tod das Camp erreichte, ließen sich alle Bewohner von Sära van de Driesche sofort zu der Stelle bringen, wo seine Leiche an den Strand gespült worden war. Während Mäckie, Trudy und Florke in Tränen aufgelöst waren und auch die anderen sehr bestürzt über diesen tragischen Verlust waren, stellte sich bei einer Person nicht das geringste Fünkchen Trauer ein. Emba van de Driesche war es ganz und gar nicht recht, dass Raffis Leiche plötzlich wieder aufgetaucht war. "Da trifft man schon alle Vorkehrungen und dann so was," murmelte sie leise zu sich selbst und schaute niederträchtig auf Raffis Körper hinab. Plötzlich entdeckte sie, dass Raffi etwas in seiner rechten Hand umklammert hatte – es handelte sich dabei um Embas Amulett, dass er ihr im Handgemenge auf dem Schiff vom Hals gerissen hatte. In einem unbeobachteten Moment bückte sich Emba und nahm das Amulett blitzschnell wieder an sich. "Was machst du da?" fragte ihre Schwester Sära plötzlich und Emba drehte sich erschrocken um. "Du hast nichts gesehen, klar? Und wenn du auch nur ein Wort darüber verlierst, dann..." Weiter kam Emba nicht mit ihrer Drohung, denn in diesem Augenblick tauchte Ruthie Mackenzie am Tatort auf. Sie tänzelte leichtfüßig über den Strand und blieb erst stehen, als sie merkte, dass alle sie mit einem entsetzten Blick anstarrten. "Was guckt ihr denn alle so blöd, ihr dreckigen Ratten?" zischte sie die anderen an. "Du hast Raffi auf dem Gewissen! Dass du dich nicht schämst, du miese Meuchlerin!" heulte Mäckie und versuchte mit ihren kleinen Fäusten auf ihre Cousine einzuprügeln, doch diese packte ihre Handgelenke und drehte sie einmal im Uhrzeigersinn herum, so dass es knackste. "Halte deine Zunge im Zaum, du verleumderische Hexe! Ich habe absolut nichts getan!" "Das glaubst du doch selbst nicht. Du hast Raffi getötet, das Diadem geklaut und um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen, hast du das Getreidefeld niedergemäht!" ergiff nun Florke das Wort, doch Ruthie lachte sie nur boshaft aus. "Pass auf, was du sagst, du Schlampe. Ihr werdet euch alle wundern, denn ich habe Beweise, was meine Unschuld angeht. Ich habe den wahren Täter auf frischer Tat ertappt! Schaut nur her!" Mit diesen Worten holte Ruthie ihr Fotohandy hervor und zeigte den Umstehenden die Bilder, die sie am vorigen Tage gemacht hatte. Aus der Menge waren mehrere "Aaaahs" und "Oooohs" zu hören, denn die Bilder zeigten niemand Geringeren als Chastity, wie sie in der Nacht mit dem Traktor das Feld niederwalzte und wie sie in Medusas Lehmhütte eingebrochen war. "Wer hätte das gedacht. Chastity ist an allem Schuld. Ich glaube, ich spinne!" schrie Tabitha ungehalten. "Auf sie mit Gebrüll!" Kaum hatte Tabitha dies ausgesprochen, schlossen sich alle anderen Bewohner des Camps ihr an und stürzten sich auf Chastity, die gerade versuchte zu entkommen. Doch sie war zu langsam und wurde von den anderen nun windelweich geschlagen.
Die Sonne war gerade untergegangen, als die Bewohner des Camps in einem Halbkreis auf Holzbänken am Strand saßen. Mehrere große Fackeln erhellten die Dunkelheit. An einem kleinen Pult vor der Gruppe stand die Reporterin Eschke Doughter und nun wandte sie sich an eine imaginäre Kamera. "Meine sehr verehrten Zuschauer, mein Name ist Eschke Doughter, ich berichte hier live vom Ort des Grauens für den geschätzten Sender MD-TV! Willkommen bei der ersten großen Live-Sendung von 'Survivor: Pacific Ocean'! Heute Abend gibt es große Emotionen, ja es wird ein regelrechtes Feuerwerk der Tränen, denn jemand wird heute die Insel verlassen müssen." Eschke setzte ein arrogantes Lächeln auf und warf ihr Haar galant in den Nacken, um sexy auszusehen. "Sie alle kennen die Regeln. Jeder Bewohner des Camps wird in den folgenden Minuten einen anderen Bewohner nominieren. Der Bewohner mit den meisten Stimmen wird schließlich mit Sack und Pack aus dem Camp geworfen und wird nie wieder zurückkehren." Danach drehte sie sich zu den Bewohnern. "Ihr habt jetzt zehn Sekunden Zeit, einen Namen auf eure Schiefertafel zu schreiben. Auf die Plätze, fertig, los!" Eschke gab mit einer Pistole das Startsignal und sofort kritzelten alle eifrig auf ihren Tafeln herum, während Eschke laut bis Zehn zählte. Als die Zeit um war, schlug ihr Kamermann Max mit einem dicken Bambusstock gegen einen Gong. "Das Schicksal hat zugeschlagen. Nun gibt es kein zurück mehr! Ich werde euch nun der Reihe nach bitten, eure Täfelchen umzudrehen, und Max wird die Stimmen auszählen. Also, fangen wir an! Mäckie, du bist die Erste." Zaghaft drehte Mäckie ihre Tafel um, auf der in krakeliger Schrift "Chastity" stand. Als nächstes folgten die Nominierungen von Trudy, Ruthie, Florke, Medusa, Tabitha, Tabatha, Hank, Luis, Bambina, Graaz und Sära, und sie alle hatten ebenfalls Chastity aufgeschrieben. Nur Emba hatte sich anders entschieden: Sie hatte ihre eigene Schwester Sära nominiert, da sie sie wegen der Amulett-Geschichte endgültig loswerden wollte. Die allerletzte Stimme kam von Chastity, die sich zur Überraschung aller selbst nominiert hatte. "Ich glaube, wir können uns das ganze Geschwafel sparen. Chastity, ich glaube du solltest dir mal Gedanken darüber machen, ob in deinem Leben nicht etwas gewaltig schief gelaufen ist, denn allen Anscheins nach kann dich absolut niemand hier leiden!" lachte sich Eschke fast krumm. "Du bist dismissed, honey! The show is over, say goodbye!" rief Bambina und trat Chastity zum Abschied in den Arsch. Danach wurde Chastity von den anderen gefesselt und auf ein Floß gesetzt, das komplett aus Kokosnüssen bestand. Die Bewohner des Camps schoben das Floß mit aller Kraft ins Wasser und schauten dann zufrieden zu, wie Chastity aufs offene Meer hinausgetrieben wurde.
Nachdem die Gestrandeten mit Chastity abgerechnet hatten, waren sie ins Camp zurückgekehrt und bereiteten das Abendessen vor. Doch da die gesamte Ernte vernichtet wurde, war nicht mehr viel übrig, was als Abendessen hätte dienen können. "Ich bereite uns einen frischen Obstsalat," ließ Trudy verlauten und sammelte ein paar tropische Früchte vom Boden auf. Medusa erfreute sich derweil an ihrem wiedergefundenen Diadem, das sie mit leuchtenden Augen im Sonnenlicht funkeln ließ. "Ich erwarte eine Entschuldigung, Tantchen. Aber dalli dalli!" zischte Ruthie, die plötzlich neben Medusa auftauchte. "Darauf kannst du lange warten. Ich entschuldige mich niemals für irgendetwas. Ist das klar?" "Du hast es nicht anders gewollt," erwiderte Ruthie mit einem Schulterzucken, nahm eine Hand voll Sand und warf ihn ihrer Tante ins Gesicht. "Das nennt man Peeling!" lachte Ruthie boshaft und zeigte dabei auf Medusa. Doch plötzlich schreckten alle auf, als in der Ferne ein lautes immer näher kommendes Geräusch zu hören war. "Kommt schnell zum Strand. Das müsst ihr euch ansehen!" rief Luis den anderen zu, die sich sofort zum Strand begaben. Es war Murgy Muschka, die mit einem Helikopter über den Strand flog und dabei eine Menge Sand aufwirbelte. "Wir sind gerettet!" freute sich Trudy und umarmte ihre Schwester, die immer noch mit dem Sand zu kämpfen hatte. "Das wurde aber auch langsam Zeit!" schrie Tabitha und schlug mit ihrer rechten Faust gegen eine Palme, so dass die Kokosnüsse zu Boden fielen. "Ihr seid gerääääättet!" verkündete Murgy durch ein Megaphon, das sie aus dem Fenster des Helikopters hielt. "Ich werde jetzt laaaaanden!" In den Zwischenzeit liefen die Bewohner ins Camp zurück, um ihre von der "AIDA" geretteten Sachen zu holen. Zwanzig Minuten später befanden sich alle im Helikopter und hoben in Richtung Melody Ville ab.














