2/I L’attaque de Murgy
"Ich will zu meinem Baby!" rief Hillery hysterisch aus, als sie auf einer Liege den Flur im "Melody Medical Center" entlanggeschoben wurde. Durch den Sturz von der Treppe hatte sie sich eine schwere Kopfverletzung zugezogen und war nur durch Zufall von einer alten Dame gefunden worden, die sofort den Notarzt verständigt hatte. "Von welchem Baby spricht sie?" wollte Dr. Ben Delany wissen, der zu dieser späten Stunde noch Dienst hatte. Die Schwester, die neben ihm stand, zuckte mit den Schultern. "Ich weiß von keinem Baby. Das hier ist übrigens die Handtasche, die sie dabei hatte. Vielleicht befindet sich darin ja auch ein Ausweis oder sonstige Papiere." Sie händigte ihm die Tasche aus und Ben öffnete sie. Zum Vorschein brachte er ein paar ausgespuckte Kaugummis, die in ein Taschentuch geklebt waren, eine durch den Sturz ausgequetschte Zahnpastatube, ein Personalausweis und ein halbvoller Flachmann. "Mein Baby!" rief Hillery wieder, als sie den Flachmann erspähte, und sie streckte ihre Arme gierig nach dem kleinen Behälter aus. "Sieh an, sieh an, ein kleiner Schluckspecht. Jetzt wissen wir auch, wieso sie gestürzt ist!" meinte Ben und schaute in den Ausweis. "Hillery Carpenter... hmmm, die Chefin von meiner Frau Dana heißt doch auch Carpenter... ich werde mal nachhorchen, ob die beiden verwandt sind." "Und ich geh jetzt nach Hause. Um die olle Schrulle können wir uns auch morgen noch kümmern, die läuft uns in ihrem Zustand sicherlich nicht weg," meinte die Schwester abwertend und ging zusammen mit Ben den Flur hinunter, während Hillery auf ihrer Liege auf dem Flur stehen blieb.
Starring
Morgan Brittany as Hillery Carpenter
Lisa Rinna as Carrie Carpenter
Melissa McCarthy as Dana Beseburgh
Steven Culp as Ben Delany
James Hyde as Hank Bennett
Juliett Mills as Tabatha Lopez
Juliett Mills as Tabitha Bennett
Nicholle Tom as Graaz Lopez
Thad Luckinbill as Resse Lomax
Kelli McCarthy as Lena Lacroix
Jesse Metcalfe as Luis Figaro
Keshia Knight-Pulliam as Bambina Knirsh
Jan Hoag as Murgy Muschka
Cassidy Rae as Valery Bennett
Guest Starring
Kathleen Noone as Nurse Edna
"Zu gütig, dass Sie mir erst heute Morgen Bescheid gesagt haben, dass meine Schwester einen Unfall hatte. Ich hätte gestern Abend sowieso keine Zeit mehr gehabt, herzukommen, ich hatte nämlich einen wichtigen Fick..., äh, einen wichtigen Termin," bedankte sich Carrie bei Ben, als sie am nächsten Morgen im "Melody Medical Center" Arm in Arm über den Flur spazierten. Zwischendurch kniff Carrie Ben immer mal wieder in den Hintern und Ben begrabschte sie an intimen Stellen. Hillerys Liege stand noch immer auf dem Flur und Hillery hatte die Augen geschlossen, als Ben und Carrie auf sie zukamen. "Wir hatten gestern leider keine Zeit, sie in ein Zimmer zu bringen, und heute Morgen wollten wir sie nicht wecken, denn sie hat so schön geschlafen," erklärte Ben Carrie mit einem ernsten Gesichtsausdruck. "Das macht doch gar nichts. Sie ist es gewohnt, draußen schlafen zu müssen. Als Kind musste sie immer in der Waschküche schlafen, weil ich ihr verboten habe, unser gemeinsames Zimmer zu betreten," lachte Carrie laut und hämisch aus, "da hing dann ein Schild an der Tür, auf dem stand Hillerys müssen leider draußen bleiben. Manchmal habe ich ihr ein paar Brotkrumen vor die Tür gelegt, die hat sie dann gierig verschlungen, fast wie eine Sau." "Das war aber großzügig von Ihnen," meinte Ben in einem bewundernden Ton, "ich bin immer wieder beeindruckt von Personen, die sich selbst aufopfern, um ihren Mitmenschen das Leben zu erleichtern." "Zu gütig," lächelte Carrie, "würden Sie uns jetzt bitte einen Moment alleine lassen? Ich möchte gerne mit meiner Schwester plaudern." "Natürlich." Ben fasste Carrie noch einmal unter die Bluse und ging dann davon. Carrie beugte sich mit einem mordlüsternden Blick über ihre Schwester. "Kuckuck, schau mal wer da ist!" grinste sie teuflisch, während Hillery erschrocken ihre Augen öffnete.
"Ihr könnt die Testbögen jetzt umdrehen," verkündete Lena Lacroix und stellte ihren Wecker, den sie extra mitgebracht hatte, auf das Pult. "Wie lange haben wir Zeit, Mrs. Lacroix?" wollte Graaz wissen. "20 Minuten. Und jetzt Ruhe!" Nervös blätterte Bambina ihren Testbogen um. Sie wollte mit Graaz für den Test lernen, doch seit ihrem lüsternden Annäherungsversuch hatte die beiden nicht mehr miteinander geredet. Und so kam es dazu, dass Bambina nicht vorbereitet war. Alle um sie herum waren schon dabei, die Fragen zu beantworten. Langsam beugte sie sich nach links zu Graaz herüber, um auf ihren Bogen zu gucken. Dabei fiel ihr Bleistift zu Boden. Als sie sich danach bücken wollte, rutschte sie ab und kippte samt Stuhl um. "Verfickte Scheiße!" fluchte Bambina so laut, dass sich alle zu ihr umdrehten. Schließlich begann man sie auszulachen. "Du bist wirklich selten dämlich!" rief Graaz lachend aus. "Bambina, das werte ich als Täuschungsversuch. Du bekommst eine 6." "Aber Mrs. Lacroix, mir war doch nur mein Stift heruntergefallen," versuchte Bambina sich kaugummikauend zu erklären. "Kauen Sie da etwas Kaugummi?" "Ähm... ja! Möchten Sie auch einen? Ist Himbeergeschmack. Total lecker!" "Ich glaube, ich spinne. Kleb ihn dir auf die Nase und stell dich für den Rest der Stunde in die Ecke!" forderte Lena sie auf. Beschämt tat Bambina, was Lena von ihr gefordert hatte, und trottete dann in eine Ecke des Klassenzimmers.
Valery stand hinter der Theke und war dabei einige Gläser abzutrocknen, als die neue polnische Putzfrau Murgy Muschka mit ihrem Putzwagen ins Café gerollt kam. "Was soll das denn bitte?" rief Valery erbost aus und ließ dabei einen Bierkrug fallen. "Wir haben Gäste. Geputzt wird erst, wenn das Café geschlossen ist." "Gepuuuutzt wird dann, wenn ich es fur richtig halte, Sie kleine dreckige Schlaaampe," erklärte Murgy mit polnischem Akzent. Voller Wut kam Valery hinter der Theke hervorgestürmt. Sie versuchte Murgy zu schubsen, doch Murgy war ziemlich üppig gebaut und daher bewegte sie sich nicht von der Stelle. "Naa... hören’s auf damit!" kreischte Murgy. Valery ergriff ein paar der Putzmittel und entleerte diese auf dem Boden. "Das waren Putzmittel aus Polen, die isch mitgebracht hatte. Jetzt reichts aaaber," zischte Murgy und packte Valery am Arm und an den Haaren und schlug ihren Kopf mit voller Wucht auf die Theke. Verzweifelt griff Valery nach einem Bierkrug und schlug Murgy damit auf den Kopf. Diese trat einen Schritt zurück. "Das war sehr unklug von dir, Miststick!" Kurzerhand nahm sie den Essigreiniger aus ihrem Wagen, öffnete die Kappe und spitzte Valery ins Gesicht. "Hilfe!" schrie sie verzweifelt und sackte zu Boden. "Ich bin blind. Na warte, du polnische Putzschlampe! Das wirst du mir büßen! Das schwöre ich dir!" "Oh ja, meine Beine ziiittern schon. Eine Blinde schlägt zurück!" Murgy sah sich im Café um. In den Augen der Gäste konnte man blanke Angst erkennen. "Wer von Ihnen möchte als nächstes?" fragte Murgy und ballte die Fäuste. Plötzlich sprangen alle Gäste auf und stürmten aus dem Café. Murgy ging von Tisch zu Tisch und stopfte sich die Reste rein, die noch auf den Tellern zu finden waren.
"Vielen Dank, dass sie mich so schnell angerufen haben, Mrs. Lacroix," bedankte sich Tabitha Bennett mit einem vor Wut hochroten Kopf. "Ich hielt es für meine Pflicht, Ihnen zu sagen, dass Valery heute den Test geschwänzt hat. Ich hoffe, Sie sind nicht allzu streng mit ihr. Meiner Meinung nach hätte sie so oder so eine 6 geschrieben, egal ob sie anwesend gewesen wäre," erwiderte Lena Lacroix. "Nein nein, ich bin nicht wütend... ich bebe vor Zorn!" schrie Tabitha und schmiss den Telefonhörer mit voller Wucht gegen die Wand, so dass das Gerät in alle seine Einzelteile zersprang. "Was ist denn jetzt schon wieder?" fragte Hank, Tabithas Ehemann, als er den Krach aus dem Wohnzimmer hörte. "Der Arzt hat dir doch gesagt, dass du deine Pillen regelmäßig nehmen sollst, um diese Ausraster zu vermeiden. Oder soll ich sie dir gewaltsam einführen, wenn dir das lieber ist?" "Ich habe keine psychischen Probleme! Wie oft soll ich dir das noch sagen!" schrie und schluchzte Tabitha gleichzeitig. "Nein, natürlich nicht. Deswegen hast du auch letzte Woche meine Pantoffeln anstatt Schnitzel gebraten," erinnerte Hank sie. "Was ist denn hier los?" kam Tabatha in einem Lederkorsett ins Zimmer gestürzt. "Deine Schwester hat sich wieder arg einem Nervenzusammenbruch genähert," klärte Hank sie mit einem lüsternden Blick über das Geschehen auf. "Soll ich schon mal die Zwangsjacke holen?" fragte Tabatha vorsichtig und deutete auf die Garderobe, an der eine weiße Jacke hing, deren Arme man zusammenknoten konnte und die die Knopfleiste am Rücken hatte. "Ich bin nicht verrückt!" beharrte Tabitha auf ihrer Meinung und stürmte aus dem Zimmer. "Hmm, anscheinend hat mein Plan nicht funktioniert, ihr die Pillen ins Hundefutter zu mischen," meinte Hank nachdenklich. "Ja, ich weiß auch warum. Sie hat vor drei Tagen die Marke gewechselt und isst jetzt nur noch Pute zart anstatt getrüffeltes Schwein," erklärte Tabatha ihm. "Hättest du mir das nicht vorher sagen können?" wurde Hank ärgerlich. "Und jetzt bück dich, ich habe Bock auf dich. Dieser Streit mit Tabitha hat mich schon wieder geil gemacht."
"Hat es dir die Sprache verschlagen, liebste Schwester?" fragte Carrie in einem zuckersüßen Ton und streichelte Hillery über die blutverklebten Haare. Danach leckte sie sich die Finger genüsslich ab. "Mmmhmmm, du benutzt immer noch dasselbe Pfirsichshampoo wie früher. Das billige, das im Supermarkt immer unter Sonderpreis stand, nicht wahr, Hillery? Jaja, es ist schon traurig, wie ein Mensch verkommen kann, vor allem wenn die eigene Schwester so eine erfolgreiche Geschäftsfrau ist und man selbst ein Dreckslumpen. Wieso hast du mir eigentlich nie Bescheid gesagt, dass du noch lebst? Ich hätte dich sicherlich mit offenen Armen empfangen und dich zu Tode stranguliert. Schade, dass ich es nicht geschafft habe, dich auszuschalten, du mindere Kreatur, aber das werde ich jetzt nachholen." "Du... dumme... Schlampe...," röchelte Hillery und streckte die Arme aus, um Carrie zu erwürgen, doch sie war zu weit weg. Stattdessen erreichte sie nur ihren eigenen Hals, aber sie dachte es wäre Carries, und so drückte sie fest zu. "Schick mir eine Postkarte aus der Hölle!" lachte Carrie und gab der Liege einen kräftigen Schubs, so dass diese sich in Bewegung setzte und den Flur hinunterraste. Doch Carrie hatte nicht bemerkt, dass sich ihre Pluderhose in der Radaufhängung eingehakt hatte, und so wurde sie unweigerlich von der Liege mitgezogen. Da der Flurboden gerade erst frisch gewachst worden war, rutschte die Liege mit Carrie im Schlepptau ohne Probleme mit einem hohen Tempo durch den Gang. "So helft mir doch keiner!" brachte Carrie ohne jeglichen Zusammenhang heraus und bemerkte mit Schrecken, dass sie auf die Steinmauer zurasten, die mitten im Gang errichtet war, um die Station von der nächsten zu trennen. Kurz vor dem Aufprall wurde Carrie schwarz vor Augen. Sie hörte nur noch ein Kracksen und im nächsten Augenblick spürte sie, wie ihr Gesicht platt wie eine Flunder gedrückt wurde.
"Dana, welch nette Überraschung," meinte Hank hüstelnd, als er die Haustür öffnete. Er hielt seine Hose nur provisorisch hoch, denn er und Tabatha waren gerade auf dem Wohnzimmerboden miteinander beschäftigt gewesen, bis Dana sie durch das Klingeln gestört hatte. "Hallihallo Hank, ich wollte auch nicht lange bleiben. Ist Valery da? Sie hat mir letztens versprochen, dass ich mir mal ihr Barbie-Haus ausleihen darf. Na ja, Ben arbeitet ja jetzt immer so lange und da ist mir so oft langweilig, deswegen brauche ich mal ein bisschen Abwechslung, wenn du verstehst was ich meine. Du, sag mal, ist das Zahnpasta da auf deiner Hose?" meinte sie und zeigte auf die weißen Flecken auf Hanks Jeans. "Ja... so wird es wohl sein..." Hank wurde hochrot, als Dana an den Flecken herumrieb. "Das ist ja noch ganz frisch," bemerkte sie, "also ich an deiner Stelle würde die Hose sofort in die Wäsche tun. Ein guter Tipp von einer ambitionierten Hausfrau." "Ja, das werde ich dann gleich machen... Valery ist übrigens nicht zu Hause," wechselte er schnell das Thema. "Das ist aber sehr schade. Na ja, da kann man wohl nichts machen. Und ich hatte mich schon so darauf gefreut, die Traumhochzeit von Barbie und Ken mitzuerleben." Danas Gesichtsausdrücke entgleisten und sie brach kurz darauf in Tränen aus. "Dabei wollte ich doch unbedingt Trauzeugin werden!" "Ich kann die beiden bei Gelegenheit mal fragen, ob sie ihre Hochzeit nicht auf einen anderen Tag verschieben, okay? Und nun entschuldige mich bitte, ich habe noch zu tun!" Hank schubste Dana zur Tür und gab ihr zum Abschied einen Arschtritt.
Graaz, Valery, Bambina, Resse und Luis befanden sich auf dem Weg zum Melody Lake. Es war ein sonniger Tag und sie wollten ein Picknick machen. "Tzz... Osteuropäer!" rief Graaz aus, nachdem Valery ihr von ihrem Kampf mit Murgy erzählt hatte. "Der Doktor hat gesagt, dass ich eine Woche diese Tropfen nehmen muss. Dann werde ich wieder sehen können." "Soll ich sie für dich einstecken?" fragte Graaz freundlich. "Ja, das ist sehr lieb von dir," bedankte sich Valery und überreichte Graaz die Augentropfen. Diese warf sie kurzerhand ins Gras. "Was hast du eigentlich im Englischtest?" wollte Luis von Resse wissen. "Ich habe eine 1+," erwiderte dieser. "Ja, aber nur weil du Lena fickst," fügte Bambina hinzu. "Ja, und sie sagt, ich mache meinen Job sehr gut." "Aua, pass doch auf, du dumme Pute," motzte Luis Valery an, nachdem sie ihn mit ihrem Blindenstock gehauen hatte. "Nimm doch etwas Rücksicht, du Idiot. Sie ist blind!" erinnerte Graaz ihn an diese Tatsache. Jetzt betraten sie den Steg, der in den See reinragte. "Ich mach jetzt eine fette Arschbombe!" rief Resse aus, kurz bevor er zum Sprung ansetzte und dann ins Wasser eintauchte. Die anderen entledigten sich ebenfalls ihrer Kleidung und sprangen auch ins Wasser. "Hey, wo seid ihr denn alle?" Valery stand einsam und verlassen auf dem Steg. "Komm doch auch rein, Valery," meinte Bambina. "Sie ist blind, du Hirschkuh!" beschimpfte Resse sie. "Ach, halt dein Maul, du Lehrerficker!" Valery trat einen Schritt nach vorne und fiel ins Wasser. Alle begannen zu lachen. Doch Valery tauchte nicht wieder auf. Sie war spurlos verschwunden...














