19/III Il était une fois...
Nachdem Mary Frances den Zauberspruch ausgesprochen hatte, war die Zirkusvorstellung vorbei und alle Besucher begaben sich wie in Trance nach Hause. Derweil saß Dana Beseburgh mit einem großen Märchenbuch auf ihrem Schoß im Schaukelstuhl neben der Wiege ihres Baby Dinah und begann daraus vorzulesen. Um die Märchen besser zu verdeutlichen, waren auch hübsche Bilderchen auf jeder Seite gezeichnet. "Ein Jahr nach dem Tod von Schneewittchens Mutter, da vermählte sich der König aufs Neue. Aber seine Auserwählte war in Wahrheit eine böse Hexe. Verzehrt von Eifersucht stellte sie dem Zauberspiegel Tag für Tag ein und dieselbe Frage..." Kaum hatte Dana angefangen, das Märchen von Schneewittchen vorzulesen, begann das Buch plötzlich zu glühen und ein Bild erwachte förmlich zum Leben. In einem altertümlichen Schloss stand niemand Geringeres als Mary Frances vor dem großen Wandspiegel und stellte diesem eine entscheidende Frage. "Spieglein, Spieglein an der Wand, wer hat die schönsten Klamotten im ganzen Land? Und sag bloß die Wahrheit, sonst setzt es was!" drohte sie und auf dem Spiegel erschien das Gesicht von Romina. "Du hast die schönsten Klamotten von allen, Mary Frances. Doch Mäckie Mäckenzie, hinter dem Magic Mountain, hat noch tausend Mal schönere als du!" Die Miene von Mary Frances verfinsterte sich zusehends, da sie keine Konkurrenz vertragen konnte – doch sie hatte auch schon eine Idee, wie sie ihre Rivalin ausschalten konnte. Auf der Anrichte in dem düsteren Keller lag ein kleiner, runzeliger Apfel, den Mary Frances nun in die Hand nahm. Mit einer Spritze pumpte sie eine Flüssigkeit hinein. Ein fieses Grinsen auf ihrem Gesicht zeigte, dass sie etwas Böses damit vorhatte...
Starring
Mackenzie Rosman as Mäckie Mackenzie
Dustin Milligan as Raffi de Mahaffy
Melissa McCarthy as Dana Beseburgh
Steven Culp as Ben Delany (credit only)
James Hyde as Hank Bennett (credit only)
Juliett Mills as Tabatha Lopez (credit only)
Juliett Mills as Tabitha Bennett (credit only)
Nicholle Tom as Graaz Lopez (credit only)
David Gallagher as Harry Crane (credit only)
Halle Berry as Eschke Doughter
Jesse Metcalfe as Luis Figaro
Keshia Knight-Pulliam as Bambina Knirsh
Jan Hoag as Murgy Muschka
Nicollette Sheridan as Alaska Lennox (credit only)
Jennifer Love Hewitt as Mary Frances
Landry Allbright as Ruthie Mackenzie (credit only)
Guest Starring
Thaily Amescua as Romina duVall
Jessica Biel as Emba van de Driesche
Alexis Bledel as Sära van de Driesche
Andrea Evans as Trudy Mackenzie
"Und, war es schön im Zirkus? Für Kinder ist so was ja immer ein großes Ereignis. Ich weiß noch damals, wie ich mit deiner Großmutter in San Souleil...," begann Trudy Mackenzie auf ihre Nichte Mäckie einzureden, als diese in die gemeinsame Wohnung zurückkam. "Stopp, kein Wort mehr! Ich habe tierische Kopfschmerzen, also halt die Schnauze!" zischte Mäckie und stackste in ihren Pumps in die Küche, um sich ein Glas Limonade zu holen. Da ihre Absätze allerdings fast 50 Zentimeter hoch waren, knickte sie unglücklich um und knallte mit einem lauten Schrei auf den Boden. "Aua! Hilfe!" begann sie sofort zu knatschen und Trudy eilte zu ihr, um ihr wieder auf die Beine zu helfen. "Och, du kleiner Unglücksrabe," versuchte sie ihre Nichte zu trösten. "Tut es sehr weh?" "Bist du bescheuert? Natürlich tut es weh! Trag mich sofort auf die Couch!" befahl Mäckie und Trudy tat alles, was in ihrer Macht stand, um ihr zu helfen. Nachdem sie sie auf die Couch verfrachtet hatte, wobei sich Mäckie extra steif wie ein Brett gemacht hatte, um es ihrer Tante zu erschweren, machte sich in Mäckies Magen ein störendes Hungergefühl bemerkbar. "Oooh, dieser furchtbare Hunger! Ich will was zu essen, aber pronto!" krähte sie in die Küche. "Was möchtest du denn essen? Ich könnte dir einen Apfel schälen," schlug Trudy vor und Mäckie nickte. "Aber ohne Kerne! Und bitte mundgerechte Stücke, sonst verschlucke ich mich nachher noch und du bist Schuld!" In der Küche langte Trudy mit ihrer Hand in den Obstkorb und zog den erstbesten Apfel heraus, um ihn für Mäckie zu schälen. Sie konnte natürlich nicht ahnen, dass es sich dabei um den Apfel handelte, den Mary Frances präpariert hatte. "So bitte, guten Appetit," reichte Trudy ihrer Nichte einen Teller mit den Apfelstückchen, und Mäckie stürzte sich mit einem Heißhunger darauf. Doch kaum hatte sie einen kleinen Bissen davon genommen, wirkte das Gift im Bruchteil einer Sekunde und Mäckie brach regungslos zusammen.
Nachdem sie mit Genugtuung zugeschaut hatte, wie Mäckie in den Apfel gebissen hatte und somit ums Leben gekommen war, stand Mary Frances nun wieder vor dem Zauberspiegel und stellte ihm eine neue Frage. "Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die beste Sängerin im ganzen Land?" Erneut erschien das Gesicht von Romina und sie lächelte ihr Gegenüber freundlich an. "Du bist die beste Sängerin, Mary Frances. Doch Bambina Knirsh, hinter dem Magic Mountain, singt tausend Mal besser als du!" "Habe ich es mir doch gedacht!" zischte Mary Frances. "Zeig mir die Elende, du Spiegel!" Rominas Gesicht verschwand und im Spiegel war nun Bambina zu sehen, die zu Hause auf ihrer Couch rumgammelte und Unmengen von Chips in sich reinstopfte – und das aus lauter Liebeskummer, da sie sich durch die Aktion im Zirkus unglücklich in ihren besten Freund Luis verliebt hatte. Es klopfte an ihrer Zimmertür und ihre Mutter Eschke betrat mit ihrem Kameramann Max im Schlepptau das Zimmer. "Meine sehr verehrten Zuschauer, mein Name ist Eschke Doughter, ich berichte hier live vom Ort des Grauens für den geschätzten Sender MD-TV! Sie können sich gar nicht vorstellen, was hier heute los ist, in diesem kleinen Ort namens Melody Ville, wo fließend Wasser immer noch als Luxus gilt! Vor mir sehen Sie nun das One-Hit-Wonder Bambina Knirsh, welches uns in ein paar Minuten Rede und Antwort über das abrupte Ende ihrer Karriere stehen wird. Wir bleiben am Ball, liebe Zuschauer, schalten Sie bloß nicht um, wir haben die Stars, die anderen nicht!" Eschke setzte ein billiges Lächeln auf und warf ihr Haar galant in den Nacken, um sexy auszusehen. "Bist du total durchgeknallt, Mom? Ey, das ist ja so stylisch scheiße von dir!" schrie Bambina und warf mit einem Pantoffel nach ihrer Mutter. "Immer draufhalten, Max, immer draufhalten!" befahl Eschke ihrem Kameramann, während sie den Rückzug nach draußen antrat. "Shit, das war mein favourite Pantoffel, was mache ich denn now," verzweifelte Bambina, als sie die jämmerlichen Reste ihres Filzpantoffels betrachtete. Genau in diesem Moment kam von draußen ein kleines Päckchen durch das offene Fenster geflogen. "Ey, voll krass, ey," freute sich Bambina wie ein kleines Kind und brachte den Inhalt des Pakets zum Vorschein: Es waren gläserne Pantoffeln, die wie angegossen saßen. Kaum hatte Bambina sie angezogen, begannen sich ihre gammeligen Klamotten aufzulösen und ein schimmerndes Ballkleid umhüllte sie einige Augenblicke später. Plötzlich konnte sie vor ihrem Fenster das Wiehern von Pferden hören und sie rannte wie in Trance vors Haus, wo bereits eine weiße Kutsche auf sie wartete. Ohne zu zögern stieg Bambina ein und die Kutsche setzte sich mit rasantem Tempo in Bewegung.
"Wunderbar, so soll es sein," klatschte Mary Frances vergnüglich in die Hände, als sie zusah, wie Bambina in der weißen Kutsche die Hauptstraße von Melody Ville hinunterfahr. Doch das war noch nicht genug für die geisteskranke Psychiaterin: Sie wollte noch mehr Unheil über die Stadt bringen. Zum dritten Mal wandte sie sich an den Spiegel und stellte diesem eine neue Frage. "Spieglein, Spieglein an der Wand, wer hat den meisten Sex im ganzen Land?" "Du hast den meisten Sex im Land, Mary Frances, aber Emba van de Driesche, hinter dem Magic Mountain, hat noch tausend Mal mehr Sex als du!" antwortete Romina in einem sanften Ton und Mary Frances’ Augen verengten sich zu kleinen Schlitzen. "Fragt sich nur, wie lange noch, liebste Emba," grinste sie diabolisch und das Spiegelbild zeigte nun die verwahrloste Wohnung von Emba und Sära van de Driesche. "So du kleine Rotzgöre, dass du mir bloß nichts anstellst, während ich mich mal wieder auf der horizontalen Ebene amüsiere," zischte Emba, während sie sich ihre Lippen fingerdick mit Lipgloss einschmierte, ihre Haare mit Puder einsprühte und anschließend in ihre drei Nummern zu kleinen Hotpants schlüpfte. "Was ist horizon... horizitinal?" quakte Sära, die in der Zwischenzeit mit ihrem Puppenhaus spielte, in dem es noch chaotischer aussah als in ihrer richtigen Wohnung. Sära war für ein paar Tage aus dem Heim in Bramsenbach-Dromsenbusch nach Hause geschickt worden, da es durch einen Wasserschaden unbewohnbar geworden war. "Das erkläre ich dir ein andermal, das ist im Moment zu kompliziert für dich und würde dich nur zusätzlich verwirren," meinte Emba abwertend und warf noch einen letzten Blick in den großen Wandspiegel, bevor sie in ihre schwarzen Lackstiefelchen stieg und zur Wohnungstür ging. "Um sechs Uhr liegst du im Bett, verstanden? Warte nicht auf mich, es wird sehr spät!" Mit diesen Worten verließ Emba die Wohnung und war voller Vorfreude auf den Abend.
"Mäckie, ich hole noch die Wäsche aus dem Keller, du wolltest ja unbedingt das Fozzie-Shirt für morgen haben, erinnerst du dich? Du hast gesagt, du wolltest deine Mitschüler damit beeindrucken – weißt du das noch?" rief Trudy aus dem Flur ins Wohnzimmer und wartete auf eine Antwort ihrer Nichte Mäckie, doch es kam keine. "Mäckie, bist du taub oder was? Ich hab dir schon so oft gesagt, dass du dein Hörgerät richtig anziehen sollst! Alles muss man dir dreimal sagen, es ist doch zum Auswachsen!" Trudy stellte den Wäschekorb auf die Erde und schaute nach Mäckie, die kreidebleich zwischen den Samtkissen auf der Couch lag. "Mäckie, es langt! Mit solchen Sachen macht man keine Spielchen, wenn dann mal wirklich was passiert, glaubt dir keiner! Wenn man davon absieht, dass dir sowieso schon lange keiner glaubt, nachdem du damals behauptest hast, Ruthie hätte die Kringel auf ihren Kniestrümpfen selbst draufgemalt, weißt du das noch, Mäckie? Ich hoffe doch! Mäckie, ich rede mit dir!" Trudy packte ihre Nichte an den Schultern und versuchte sie hochzuziehen, doch sie rührte sich kein bisschen. Sie gab ihr links und rechts eine saftige Ohrfeige, aber auch das nützte nichts. "Oh... mein... Gott! Mäckie! Medusa wird es mir verzeihen! Meine arme kleine Mäckie!" Tränen liefen über Trudys Gesicht und sie prügelte auf Mäckies Körper ein. "Was tun Sie denn da? Wie können Sie mein Engelchen so misshandeln?" mischte sich plötzlich Raffi de Mahaffy ein, der auf einmal im Türrahmen erschien. "Sie ist tot, Raffi, meine Mäckie ist tot!" jammerte Trudy und Raffi lief auf sie zu. Er schubste Trudy unsanft zur Seite und versuchte dann ebenfalls Mäckie wachzurütteln. Doch es half nichts: Mäckie war verstorben.
Nach einem Fußmarsch von ungefähr 20 Minuten durch den Melody Forrest gelangte Emba auf eine kleine Lichtung. "Der wohnt ja echt am Arsch der Welt," maulte sie. "Naja, hoffentlich lohnt es sich. Sein Nick klingt ja vielversprechend: Der böse Wolf. Ich hoffe nur, dass er nicht zu sehr behaart ist. Das ist nämlich endeklig," sprach sie zu sich selbst, während sie auf das Haus zuging. Die Tür stand einen Spalt offen und Emba trat ein. "Hallo, ich bin da. Lass uns ficken!" rief sie mit schriller Stimme und riss sich theatralisch die Bluse auf. Es kam jedoch keine Reaktion und Emba schaute sich zu allen Seiten um. In der Küche stand allerlei dreckiges Geschirr und Fliegen schwirrten über den Tellern, auf denen noch Essensreste zu sehen waren. "Das ist ja fast wie zu Hause," freute sich Emba und es steigerte ihre Lust umso mehr. Vorsichtig stieg sie die Treppe ins obere Stockwerk hinauf. Bei jedem Schritt knarzte die Treppe gefährlich, da sie schon mehr als nur morsch war. Oben angekommen öffnete sie die Tür des Schlafzimmers, in dem ein riesengroßes Himmelbett stand. Emba fielen fast die Augen aus vor Staunen und hastig entledigte sie sich ihrer Kleidung, um unter die kratzige Decke zu schlüpfen. Doch sie war nicht alleine, denn unter der Decke bemerkte sie, dass äußerst behaarte Beine neben ihr lagen. "Böser Wolf, bist du das? Ich bin ja sooo kitzelig," lachte Emba schrill auf und eine männliche Stimme antwortete ihr mit "Ja, ich bin’s". "Aber warum hast du denn so beharrte Beine?" "Damit ich dich besser kitzeln kann!" "Und warum hast du so einen langen buschigen Schwanz?" "Damit ich dich besser zum Schreien bringen kann!" "Und warum hast du so eine lange Zunge? Oh sag nichts, ich kann es mir schon denken! Tu, was du nicht lassen kannst!" lachte Emba in einem frivolen Ton und legte ihren Kopf in den Nacken, um sich ihrem Chatpartner vollkommen hinzugeben. Doch das hätte sie besser nicht getan, denn unter der Decke lauerte der größe böse Wolf, der sie nur ein paar Sekunden später mit einem Happs verschlang.
In einem rasenden Tempo fegte die Kutsche durch die Straßen von Melody Ville an der großen Lagerhalle vorbei zur "St. George High School" und dort an der nächsten Ecke rechts zum Ortsausgang. Bambina wurde mit voller Wucht in den Sitz gepresst und konnte sich keinen Zentimeter bewegen, da ihr total schlecht wurde und sie schon grün im Gesicht anlief. Nach einer halben Stunde Fahrt hielt die Kutsche schließlich vor der City Hall in Bramsenbach-Dromsenbusch. Dort sollte an diesem Abend eine große Wohltätigkeitsveranstaltung zugunsten des Waisenhauses stattfinden, welches bei der Flutkatastrophe im letzten Jahr einen enormen Schaden erlitten hatte. Wie von Zauberhand öffnete sich die Tür der Kutsche und Bambina stolperte heraus. Sie fiel vor die Füße von niemand Geringerem als Luis Figaro. "Hallo Bambina!" begrüßte er sie und half ihr wieder auf die Beine. "Boah ey, ich hätte almost gekotzt, kannst du das believen?" erwiderte Bambina. "Und was hast du hier überhaupt verloren, ey?" "Das gleiche könnte ich dich fragen. Meine Tante arbeitet für das Waisenhaus und ich musste mitkommen. Sollen wir reingehen?" Bambina hakte sich bei Luis ein und die beiden betraten die City Hall. Der Ball bereits in vollem Gange. Die Gäste tanzten Wiener Waltzer, tranken Champager und amüsierten sich. "Sweety pie, was ist das hier für eine schlunzige Scheiße, what geht hier ab, ey," regte sich Bambina auf, während sie mit knurrendem Magen nach dem Buffet Ausschau hielt. "Das habe ich dir doch eben schon erklärt. Ich wusste gar nicht, dass du so schwer von Begriff bist. Wollen wir tanzen?" "Oh ja, ich will die ganze Nacht abdancen, round and round till the end of time! Aber das geht voll nicht zu dieser Musik, da wird mein Magen total aua von, verstehst du das denn nich? Können wir nicht die Mücke maken und woanders walken?" "Das geht nicht, Bambina. Ich habe meiner Tante versprochen, hier zu sein, und deswegen werde ich nicht gehen," meinte Luis wütend und verschränkte die Arme vor der Brust. "Du bist ja so krass scheiße, das ist ja total nicht zum Fassen, ey," motzte Bambina ihn an und drehte sich dann von ihm weg, um die City Hall zu verlassen. Inzwischen war es schon nach Mitternacht und der letzte Bus von Bramsenbach-Dromsenbusch fuhr in fünf Minuten vom Busbahnhof ab. Bambina hetzte die Treppenstufen hinab und dabei brach der Absatz ihres rechten Schuhs ab. Sie knallte kopfüber die Treppe hinunter und verlor dabei den Schuh. Als sie am Treppenabsatz aufschlug, verwandelte sie sich auf der Stelle in einen Kürbis.
Es war zwanzig nach zwölf, als sich auf dem Markplatz von Melody Ville eine große Menschentraube versammelte. "Sie ist tot. Heute früh war sie noch putzmunter. Doch kurz nachdem sie den Apfel gegessen hatte, war sie tot," schluchzte Trudy Mackenzie. "Ich kann meine Schwester nicht finden. Emba ist weg. Sie hat ihr Handy ausgeschaltet. Sie wollte sich mit dem bösen Wolf im Wald treffen. Aber das war schon vor Stunden," plärrte Sära van de Driesche und schnaubte in ihre Schmusedecke, die sie stets mit sich rumtrug. Luis kam angelaufen und hielt den Kürbis hoch. "Das ist Bambina," verkündete er mit Tränen in den Augen. "Um Mitternacht hat sie sich vor meinen Augen in einen Kürbis verwandelt. Ich kann mir das nicht erklären!" "Meine sehr verehrten Zuschauer, mein Name ist Eschke Doughter, ich berichte hier live vom Ort des Grauens für den geschätzten Sender MD-TV! Sie können sich gar nicht vorstellen, was hier heute los ist, in diesem kleinen Ort namens Melody Ville, wo Fernsehen immer noch als ein Werk schwarzer Magie bezeichnet wird! Und darum geht es auch in diesen Sekunden, denn die Bewohner der ganzen Stadt sind in Aufruhr, weil irgendetwas Magisches in der Luft liegt. Aber: Nichts genaues weiß man nicht, denn man kann es weder sehen noch riechen! Wir bleiben am Ball, liebe Zuschauer, schalten Sie bloß nicht um, wir haben die Stars, die anderen nicht!" Eschke setzte ein billiges Lächeln auf und warf ihr Haar galant in den Nacken, um sexy auszusehen. "Aber Moment mal!" schritt Raffi de Mahaffy ein. "Da ist doch was faul. Tod durch vergifteten Apfel, der böse Wolf und Verwandlung in einen Kürbis. Hier sind Märchen im Spiel. Jemand hat sie so verändert, dass alle beteiligten Personen sterben." "Das ist doch ganz bestimmt das Werk dieser alten Hexe Murgy Muschka. Letztes Halloween hat sie einfach die Uhr vorgedreht und plötzlich war Ostern schon vorbei. Als ich wieder zu mir kam, war mein Baby bereits ein halbes Jahr alt," protestierte Dana Beseburgh. "Ich habe gaaar niiichts gemaaaacht!" versuchte sich Murgy zu verteidigen. "Ich glaube eeeeher, dass Ruthie Mackenzie an allem Schuld ist." "Jetzt ist aber Schluss. Meine Ruthie hat rein gar nichts mit der Sache zu tun," verteidigte Trudy ihre Tochter. "Aber wer ist dann der Übeltäter?" überlegte Raffi laut. In diesem Moment kam Mary Frances in ihrem Pick-up angerauscht. Auf der Ladefläche lag der Spiegel, in dem sie Romina gefangen hielt. Diesen wollte sich im Melody Lake versenken, um alle Spuren zu verwischen. Doch die Bewohner von Melody Ville versperrten ihr den Weg. "Aus dem Weg. Ich habe es eilig," zischte Mary Frances. "Nicht so schnell, Miststück. Zeig uns erst, was du da transportierst," forderte Raffi sie auf. "NEIN! Das werdet ihr niemals erfahren." Doch Trudy stand bereits auf der Ladefläche. Als sie in den Spiegel blickte, traute sie ihren Augen nicht. "DU?" Romina lächelte sie an. Ohne zu zögern trat sie mit ihrem Pumps auf den Spiegel, so dass dieser zerbrach. Somit war der Bann gebrochen und Mäckie, Emba und Bambina wurden wieder zum Leben erweckt...














