12/II Radio, sexe et meurtre
"Wo wollen wir uns denn hinsetzen?" fragte Hillery Carpenter, als sie das Café in der Milabu Avenue betrat und sich umsah. Sie setzte sich an einen Tisch in einer Ecke und kurz darauf kam die Bedienung Aziza zu ihr. "Wat kann isch Ihne bringe?" "Wir hätten gerne einmal das Bauernfrühstück, einmal den Putenstreifensalat und zwei Tassen Kaffee," bestellte Hillery und Aziza schaute sie misstrauisch an. "Ah so... yeah, dat dauert denn so ne Weile, nä?" "Kein Problem, wir haben Zeit," lächelte Hillery und schaute nach draußen auf die Straße. Aziza war dies nicht recht geheuer und so verschwand sie schnurstracks in der Küche. Inzwischen hatte Carrie das Café betreten und sie ging zielstrebig auf Hillerys Tisch zu. "Hallo Hillery, darf ich mich setzen? Ist Mom auch hier?" fragte sie vorsichtig. "Ja. Hallo Carrie, jetzt haben wir auch mal die Gelegenheit, uns zu unterhalten," antwortete Hillery, jetzt in Gestalt ihrer Mutter. "Ich finde es unverantwortlich von dir, in diesem Zustand auf die Straße zu gehen!" motzte Carrie, doch Hillery schaute sie beleidigt an. "Wieso? Seit wann ist es verboten, gemeinsam mit seiner Mutter essen zu gehen? Wir haben eine Menge Spaß zusammen und wir verstehen uns blendend. Aber das kannst du wohl nicht verstehen." "Wenn herauskommt, dass du... also ihr... zu zweit seid..." Carrie wusste gar nicht, was sie sagen sollte, die ganze Situation war ihr mehr als unheimlich. "Warum isst du nicht uns?" bot Hillery ihr an. "Es wäre dann so eine Art Familienessen, das wäre doch schön, oder?" "Ja, ich kann mir wirklich nichts Schöneres vorstellen," nickte Carrie und schaute verstört in Hillerys teuflisch grinsendes Gesicht...
Starring
Morgan Brittany as Hillery Carpenter
Lisa Rinna as Carrie Carpenter
Melissa McCarthy as Dana Beseburgh (credit only)
Steven Culp as Ben Delany (credit only)
James Hyde as Hank Bennett
Juliett Mills as Tabatha Lopez (credit only)
Juliett Mills as Tabitha Bennett (credit only)
Nicholle Tom as Graaz Lopez
David Gallagher as Harry Crane (credit only)
Halle Berry as Eschke Doughter (credit only)
Jesse Metcalfe as Luis Figaro
Keshia Knight-Pulliam as Bambina Knirsh
Jan Hoag as Murgy Muschka
Danica Stewart as Aziza Barbere
Jacob Young as Chuck de Buck (credit only)
Landry Allbright as Ruthie Mackenzie
Guest Starring
Jessica Biel as Emba van de Driesche
Alexis Bledel as Sära van de Driesche
Tyne Daly as Hilde Schermutzki
Carmen Electra as Simona Rotzinger
Tina Fey as Starla Dreyfuss
"Weißt du, Carrie, ich hatte da eine total geniale Geschäftsidee," erzählte Hillery Carpenter ihrer Schwester. "Mom hat mich darauf gebracht und sie wird sich mit ihrem Vermögen auch daran beteiligen. Wir werden eine Modelagentur aufmachen und einen Namen haben wir auch schon: 'Melody Models'." "Hillery, was soll denn bitte Moms Vermögen sein? Ihr Vermögen ist doch deins, und du hast gar keins," fragte Carrie verwirrt und trank einen Schluck von ihrem Waldbeeren-Schnaps. "Das denkst du vielleicht, aber Mom und ich sind schlauer als du. Wir haben uns einfach Geld ausgedacht und haben damit die Geschäftsräume gekauft. Der Makler hat zwar ganz schön dumm geguckt, aber letztendlich konnte er nichts mehr dagegen machen. Und das alles habe ich nur unserer Mutter zu verdanken," lächelte Hillery zufrieden, klopfte sich auf die Schulter und lehnte sich in ihrem Stuhl zurück. "Du hast sie doch nicht mehr alle, ich rufe jetzt einen Arzt an, er soll dich sofort ohne Umwege einlochen!" Carrie zog ihr Handy aus der Handtasche und wählte ohne Umschweife Bens Nummer. Das wusste Hillery aber zu verhindern: Sie drückte auf einen Knopf unter der Tischplatte und schon explodierte Carries Handy in tausend kleine Einzelteile. "Du miese Bitch! Das hast du absichtlich gemacht!" schrie Carrie aufgebracht. "So redest du nicht mit deiner Mutter, haben wir uns verstanden? Solange du deine Füße unter meinen Tisch stellst, wird gemacht, was ich sage!" Hillery gab ihr eine schallende Ohrfeige und aß danach genüsslich einen Knusperkeks.
Inzwischen waren die Sommerferien in Melody Ville auch schon wieder vorbei und die gesamte Clique hatte sich wieder in ihrem Klassenraum eingefunden. So saßen also Graaz, Bambina, Emba und Luis voller froher Erwartung auf ihren Plätzen, als Hilde Schermutzki ins Zimmer kam. "Guten Morgen, Klasse 9a! Start frei in ein neues Schuljahr mit vielen bösen Überraschungen. Wie ihr alle wisst, ist direkt zu Beginn dieses Schuljahrs das einwöchige Schülerpraktikum angesagt. Anstatt wie vorher üblich, dass sich jeder selbst einen Platz suchen darf, habe ich mir dieses Jahr den kleinen Spaß erlaubt, euch die Plätze nach eigenem Gutdünken zuzuweisen." "Mist, und ich hatte mich extra so ins Zeug gelegt, um einen guten Platz am Straßenstrich zu bekommen," ärgerte sich Emba und haute vor Wut mit ihrer Faust auf den Tisch. "Emba, leiden Sie etwa an Aggressionen? Da habe ich ja genau das Richtige für Sie ausgesucht: Sie dürfen eine Woche in der Modelagentur von Melody Ville arbeiten. Es ist alles mit Miss Carpenter abgesprochen," lächelte Hilde und zwinkerte sie verächtlich an. "Luis, Sie werden im Krankenhaus als Blutkonserve benötigt. Machen Sie sich schon mal auf etwas gefasst. Bambina, da ihre Mutter Eschke mir genügend Schmiergeld gezahlt hat, dürfen Sie beim Fernsehen arbeiten." "Oh man, krass ey!" jubelte Bambina, "Ich muss sofort meine Mom callen!" Und jetzt zu meiner speziellen Freundin... Graaz Bennett!" lachte Hilde. "Ich heiße Lopez," antwortete Graaz schüchtern und lief rot an. "Wie auch immer, es kommt noch schlimmer! Simona Rotzinger erwartet Sie zum Rapport im Radio-Sender – Sie werden ihre neue Co-Moderatorin! Ha, da staunen Sie, was? So und nun husch husch ins Körbchen, es gilt noch viel zu tun!"
"Habe ich das eben richtig verstanden? Ihnen wurde ein vierblättriges Kleeblatt geklaut? Das kann ja jeder behaupten," fragte Hank Bennett ungläubig. Er saß an seinem Schreibtisch im Polizeipräsidium von Melody Ville und bearbeitete gerade eine Anzeige, die von Sära van de Driesche erstattet wurde. Hank hatte an diesem Tag seinen ersten Arbeitstag seit langem, denn er war zuvor ein ganzes Jahr wegen Diebstahl von Platzpatronen suspendiert gewesen. "Nein nein nein, mir wurde ein dreirädriges Fahrrad geklaut!" heulte Sära ungeniert und schnaubte sich mit einem bunten Stofftaschentuch die Nase. "Es war so schön, verstehen Sie, es war das einzige Dreirad mit einer lustigen Entenhupe, die hat immer so schön trööööt gemacht! Und jetzt ist es einfach weg, gestohlen, verschleppt! Ich kann seit Tagen gar nichts mehr essen, diese Angstzustände, sie rauben mir jeglichen Schlaf! Bitte, Sie müssen etwas unternehmen!" "Haben Sie schon einmal daran gedacht, einen guten Therapeuten aufzusuchen?" fragte Hank vorsichtig. "Was soll das? Glauben Sie mir etwa nicht?!" rief Sära entsetzt und Hank zuckte mit den Schultern. "Wer in dieser Stadt sollte allen Ernstes Interesse an einem Dreirad haben?" "Das kann ich Ihnen verraten: Es war Ruthie Mackenzie, ich habe sie genau gesehen, sie hat es ohne Skrupel an sich genommen! Dafür wird sie büßen müssen und wenn Sie mir nicht helfen, helfe ich ihr eben! Mahlzeit!" Sära griff in ihre Jackentasche und holte ein rohes Ei heraus. Dieses warf sie mit voller Wucht gegen die Wand hinter Hank und lief dann vollkommen hysterisch aus dem Gebäude. "Hmm, Eier hatten wir schon lange nicht mehr, davon kann Tabitha ein schönes Gericht zaubern," meinte Hank zu sich selbst und kratzte die Pampe vom Boden ab.
"Oh man, ist das toll, ich fühle mich echt wie der berühmte hässliche Schwan," meinte Emba, als sie sich bei ihrem ersten Fotoshooting für Hillerys Modelagentur im Spiegel betrachtete. "Du siehst wirklich super heiß aus, soll ich dir ein paar Eiswürfel holen?" fragte die Assistentin Starla Dreyfuss, während sie Emba mit einem dornigen Kamm die Haare zerrupfte. "Starla! Kommst du bitte mal her, ich habe mit dir ein Hühnchen zu rupfen!" rief Hillery Carpenter plötzlich aus ihrem Büro. "Ich bin gleich wieder da, mach dich schon mal frei, der Doktor kommt gleich," lachte Starla hysterisch, bevor sie zu Hillery ging. "Also, was ist los?" "Du Miststück, wieso heuerst du einfach eine Praktikantin von der 'St. George High School an'? 'Melody Models' hat noch nie jemanden von dieser Schule engagiert! Noch nie, und dabei gibt es die Agentur schon seit zwei Stunden!" kreischte Hillery entsetzt und haute ihrer Assistentin eine runter. "Tut... tut mir leid, das wusste ich nicht," heulte Starla und stützte sich mit einem Arm an der Wand ab. "Es ist dein Job, zu wissen, welche Praktikanten ich will! Schick sie sofort nach Hause in die Gosse, wo sie herkommt!" "Was? Aber das kann ich nicht machen, sie wird Rotz und Wasser heulen." "Du feuerst diese Praktikantin und nimmst eine andere. Ist das so schwer zu verstehen? Übersteigt das wirklich deinen geistigen Horizont, Starla? Ich muss mich doch schwer wundern!" "Das kann ich nicht machen, Hillery. Sie ist so sexy, ich möchte sie am liebsten gerne behalten und mit nach Hause nehmen," sagte Starla kleinlaut. "Wie heißt die kleine Schlampe?" wollte Hillery wissen. "Emba. Emba van de Driesche. Hillery, bitte beruhige dich! Oh Gott, das wird ein Unglück geben!" Starla schlug bestürzt die Hände über dem Kopf zusammen und wartete nur darauf, dass ihre Chefin vor Wut explodierte.
"Was soll daas? Isch habe doch nichts gemaacht!" beharrte Murgy Muschka, als sie im Gericht von Melody Ville auf der Anklagebank saßen. "Ach nein? Das sehe ich aber ganz anders!" zischte die Richterin Ruthie Mackenzie und schaute kurz in die Unterlagen, die vor ihr lagen. "Wie in dieser Akte steht, haben Sie mich vor ein paar Wochen umgebracht! Und, was sagen Sie jetzt, Sie billige Haferschlampe?" "Wie kann isch Ihnen umgebracht haben, wenn Sie hier sitzen, hä? Wo ist dabei Logik? Sie sind so böse und unbarmherzig, Richterin Ruthie, ich werde Beschwerde machen, darauf Sie können wetten!" wetterte Murgy und versuchte auf Ruthie loszugehen, doch die Gerichtsdiener hielten sie fest. "Naaa, hören’s auf damit!" Murgy holte mit ihr dicken Pranke aus und verpasste den Männern mehrere Ohrfeigen. "Sperrt sie ins hinterste Verließ bei Brot und Wasser!" ordnete Ruthie an und unterschrieb noch ein entsprechendes Dokument. In diesem Moment klopfte es an der Tür und Sära van de Driesche kam in den Gerichtssaal. "Was willst du denn hier? Hast du dich nicht in der Tür geirrt? Der Kindergarten ist eine Tür weiter links!" fuhr Ruthie sie an, doch Sära hörte ihr gar nicht zu. "Ich zeige Sie an wegen Dreiradraub! Wer weiß, was sie mit ihm gemacht haben! Bestimmt haben Sie es missbraucht und dann irgendwo im Wald abgestellt! Aber nicht mit mir, hier ist die Anzeige gegen Sie!" Sära hielt eine Papierserviette in der Hand, auf der "Anzeige gegen Ruthie Mackenzie" stand, eigenhändig von ihr daraufgeschrieben. "Hahaha! Ich lache – und das kommt wirklich nicht oft vor! Und nun zisch ab, du kleine Göre, ich will dich hier nie wieder sehen!" drohte Ruthie ihr mit lauter Stimme, doch Sära dachte gar nicht daran. "Nein nein nein, ich will mein Dreirad haben! Ich will, ich will, ich will!" knatschte Sära und ließ sich schluchzend zu Boden fallen. "Halten Sie Ihr dreckiges Maul! Mein Gott, steht doch nicht so blöd da rum, stellt die Heulboje endlich ab! Oh Gott, meine Ohren!" jammerte Ruthie Mackenzie und schaute mit Genugtuung zu, wie die Gerichtsdiener Sära van de Driesche an den Füßen aus dem Raum zerrten.
"Emba van de Driesche! Bewegen Sie Ihren fetten Arsch sofort her!" rief Hillery in einem strengen Ton und Emba kam ahnungslos auf Zehenspitzen angetrippelt. "Hallo. Was gibt’s?" "Ich bin Hillery Carpenter, Besitzerin von 'Melody Models', und das ist meine Mutter, ebenfalls Besitzerin dieser Agentur." Hillery zeigte zwei Mal auf sich selbst. "Tun Sie uns einen Gefallen, ziehen Sie diesen Fetzen aus, und gehen dahin wo der Pfeffer wächst. Starla, überprüfe bitte ihre Taschen beim Gehen, das kleine Flittchen klaut bestimmt, was das Zeug hält." "Was? Was meint die alte Ziege? Ich verstehe das nicht," zuckte Emba mit den Schultern. "Emba, es liegt nicht an dir," meinte Starla in einem sanften Ton, doch Hillery unterbrach sie abrupt. "Ich meine Sie fliegen raus, Sie dämliches Stück Scheiße. Sind Sie wirklich so schwer von Begriff?" "Was habe ich denn getan?" Emba verstand die Welt nicht mehr. "Sie kommen von der falschen Schule! Muss ich mir hier eigentlich tausend Mal wiederholen? Ist es denn die Possibility!" Hillery trat Emba vor ihr Schienbein, so dass sie schreiend zu Boden stürzte. Starla schaute mitleidig auf Emba herab. "Weißt du Hillery, wenn ich den Job nicht brauchen würde, würde ich jetzt gehen." "Aber du brauchst ihn, oder? Niemand anders würde so eine Schlampe wie dich überhaupt einstellen, also mach jetzt weiter! Sieht aus, als wenn du heute nichts zu essen kriegen würdest!" Hillery lachte diabolisch. "Komm, Mom, wir gehen jetzt." Sie hakte sich bei sich selbst ein und verließ dann das Gebäude.
"So, guck mal, wenn du hier auf den Knopf drückst, kommen die Jingles, und da drüben, die rote Taste mit dem neckischen Fleck, ist der Regler für die Musik," erklärte Simona Rotzinger, die angesagteste Radio-Moderatorin bei "Radio Melody", ihrer neuen Praktikantin Graaz Lopez. Sie war allerdings nicht nur die angesagteste Moderatorin bei diesem Sender, sondern auch die Einzige, und moderierte normalerweise 23 Stunden am Tag. Aus diesem Grund wohnte sie auch im Studio und es sah aus wie im Schweinestall. "Hallihallohallöchen! Hier ist wieder 'Radio Melody', es ist 16 Uhr und jetzt ist Zeit für unsere tägliche Rubrik 'Sex in the Afternoon'!" begrüßte Simona ihre Hörer. "Unsere erste Anruferin heißt Barbarella und sie hat ein echtes Problem: Sie würde sich gerne an einen arabischen Scheich verkaufen lassen, doch sie weiß nicht, wie sie es ihrem Mann erzählen soll. Gleich nach den Bubsigirls mit 'Nous le faisons à chaque jour' reden wir mit ihr!" Simona drehte die Musik auf und erhob sich dann von ihrem Moderationssessel. "So, da du ja jetzt hier bist, kann ich endlich mal eine Woche in Urlaub fahren. Ich freu mich schon irrsinnig auf die Malediven. Bis in einer Woche dann! Bussi Bussi!" Simona schnappte sich ihren Koffer und lief wie auf heißen Kohlen aus dem Sender. "Aber... aber... wie soll ich denn... Hilfe!" rief Graaz entsetzt aus und Panik machte sich in ihr breit. Als der Musiktitel zu Ende war, öffnete Graaz das Mikrophon wieder und sprach leise herein. "Hallo? Ist da jemand?" "Nein, es ist keiner da! Geh weg!" antwortete die Stimme am anderen Ende der Leitung und trällerte danach mit einer Trillerpfeife. Durch den Lärm betäubt sackte Graaz bewusstlos zusammen und knallte mit ihrem Kopf auf den Fußboden. Graaz war einem Telefonterror-Anschlag zum Opfer gefallen.














