11/II Hillery contre Hillery

"Es ist halb zwölf, hier ist MD-TV live! Und nun herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von Familienclash! Applaus, Applaus!" L’Ange betrat das Studio und sofort begann das Publikum wild zu kreischen und zu klatschen. Die Sendung "Familienclash" war eine der beliebtesten Sendungen in ganz Melody Ville mit fast 100 Zuschauern am Tag. "Vielen Dank, dass Sie wieder dabei sind, wenn es heißt: Familien schlagen sich die Köpfe ein! Heute ist das allerdings etwas anders, denn anstelle von zwei Familien tritt eine Familie gegen eine bunt zusammengewürfelte Gruppe aus Melody Ville an. Zu meiner linken Seite sehen Sie unsere Herausforderer, die Familie Bennett mit Tabitha, Tabatha, Hank, Graaz und Harry! Und zu meiner rechten Seite befindet sich die, tja, wie soll ich es sagen, ich nenne sie einfach die Gruppe mit Ruthie, Luis, Bambina, Hilde und Murgy!" Das Publikum im Studio klatschte wieder und L’Ange ging zur Familie Bennett. "Tabitha, du bist Sprecherin deiner Familie. Ist das auch im normalen Leben so oder nur heute in der Show?" "Was ist denn das für eine bescheuerte Frage? Ich habe alles im Griff, das glaub mal nur! Wann geht es denn endlich los? Wir sind doch hier nicht im Kindergarten!" Sie wollte L’Ange am Kragen packen, doch das gelang ihr nicht, da L’Ange ungreifbar war, und so packte sie ins Leere. Verdutzt schaute sie sich um und machte ein böses Gesicht. "So, dann stellt euch doch alle mal der Reihe nach vor!" "Ich bin Tabitha und stopfe euch das Maul!" "Ich bin Tabatha und gar nicht bieder!" "Ich bin Hank und ihr macht mich krank!" "Ich bin Graaz und nicht von Mars!" "Und ich bin Harry und liebe nur die Carrie!"



Starring
Morgan Brittany as Hillery Carpenter
Lisa Rinna as Carrie Carpenter
Melissa McCarthy as Dana Beseburgh (credit only)
Steven Culp as Ben Delany
James Hyde as Hank Bennett
Juliett Mills as Tabatha Lopez
Juliett Mills as Tabitha Bennett
Nicholle Tom as Graaz Lopez
David Gallagher as Harry Crane
Halle Berry as Eschke Doughter (credit only)
Jesse Metcalfe as Luis Figaro
Keshia Knight-Pulliam as Bambina Knirsh
Jan Hoag as Murgy Muschka
Danica Stewart as Aziza Barbere (credit only)
Jacob Young as Chuck de Buck (credit only)
Landry Allbright as Ruthie Mackenzie
Guest Starring
Chea Courtney as L’Ange
Tyne Daly as Hilde Schermutzki
Kathleen Noone as Nurse Edna

"Boah, ich stehe so sehr auf Pfirsicheis, da könnte ich mich reinlegen, boah, das ist so geil," schwärmte Carrie Carpenter, als sie gemeinsam mit ihrer Schwester Hillery im Café in der Milabu Avenue saß. Sie schob sich alle zwei Sekunden einen neuen Löffel mit Eis in den Mund und schluckte es laut schmatzend herunter. "Du bist ja so ordinär, das ist richtig peinlich," bemerkte Hillery abfällig. Sie hatte sich nur eine Tasse Cappuccino bestellt und spreizte beim Trinken graziös den kleinen Finger ab. "Musst du gerade sagen! Wer hat denn damals auf offener Straße mit diesem kleinem Stricher Ernesto herumgevögelt, bis die Bullen kamen, he?" keifte Carrie und bewarf Hillery mit einem Klumpen Eis. Dieser rutschte in ihre Bluse und ein kalter Schauer durchfuhr Hillery. "Das war alles nur Berechnung, Schätzchen, immerhin wusste ich, dass du mit Ernesto zusammen warst, und ich wollte dich in aller Öffentlichkeit denunzieren!" "Du hast das mit Absicht gemacht? Und mir hat Ernesto immer erzählt, er hätte dich dazu gezwungen, und deswegen habe ich ihn gebeten, dasselbe mal mit mir zu tun, aber er wollte nie! Jetzt weiß ich auch warum!" Carrie sprang entsetzt auf und packte Hillery an den Haaren. Danach nahm sie einen fetten Brocken Pfirsicheis in ihre Hand und zerdrückte ihn auf Hillerys Gesicht. "Lass mich los, ich ruf die Bullen!" kreischte Hillery in Panik, doch Carrie drehte ihr die Nase um 90 Grad um. "Was? Dass du ihnen erzählen kannst, ich schmeiße hier mit Eis? Das darf nicht sein!" Carrie zog eine Pistole aus ihrer Handtasche und schoss ihrer Schwester ohne Nachzudenken in die linke Schulter.

"So, und jetzt geh ich wohl mal zur anderen Gruppe!" rief L’Ange fröhlich aus und ging auf die andere Seite des Studios. "Ruthie, wie geht es dir? Schon gut vorbereitet für die Strapazen, die dich gleich erwarten werden?" "Halten Sie ihr dreckiges Maul! Ich bin immer gut vorbereitet, du kranke Fummelziege! Na los, gib die Karten her, ich will die Antworten sehen!" "Haha, immer zu einem Scherz aufgelegt, du bist ja ein richtiger Schlawiner, Ruthie," lachte L’Ange und amüsierte sich prächtig. "Ihr seid die Titelverteidiger und bereits zum zweiten Mal dabei, aber stellt euch doch noch einmal kurz und knapp vor!" "Ich bin die Ruthie und ihr seid alles Schlampen!" "Ich bin Bambina, da lachen die Hühner!" "Ich bin Luis und fliege nur mit Tui!" "Ich bin Hilde und mich schreibt man ohne Tilde!" "Isch bin Murgy und isch tret euch in die Tonne!" Das Publikum applaudierte und L’Ange ging mit den Worten "Start frei für Runde eins!" nach vorne ans Pult. Tabitha und Ruthie kamen ebenfalls dorthin, denn als Teamkapitäne mussten sie die erste Runde gegeneinander bestreiten. Sie reichten sich mit einem festen Druck die Hände und grinsten sich schief an. "In dieser Runde müssen die drei häufigsten Begriffe gefunden werden. Zehn Leute haben wir gefragt, nennen Sie etwas, dass Kinder gerne essen!" Tabitha schlug sofort mit voller Wucht auf den Buzzer. "Hirsebrot!" "Tabitha sagt Hirsebrot," wiederholte L’Ange und das brachte Tabitha in Rage. "Wenn ich einen Papagei brauche, sage ich Bescheid!" schrie sie, bis schließlich das obligatorische Geräusch ertönte, wenn der Begriff nicht auf der Liste stand. "Was soll denn das? In meiner Kindheit gabs nicht anderes als Hirsebrot, da haben wir oft tagelang gehungert und haben uns über jeden Krümel gefreut! Sind wir hier im Zirkus oder was?!" "Ruthie, das ist deine Chance!" "Ich sage Schokoladeneis mit Mandelsplittern und Knusperkeksen." Es machte "Bing" und genau das stand an der ersten Stelle auf der Tafel. "Die Punkte gehen an Ruthies Gruppe!" verkündete L’Ange freudig und das Publikum klatschte wieder.

"Willst du dir nicht mal überlegen, ein Bett im Krankenhaus für ein Jahr zu mieten? Einer von euch beiden liegt irgendwie immer hier," bemerkte Ben Delany in einem trockenen Ton, als er auf Carrie zukam, die im Foyer des Krankenhauses saß. "Kümmere dich um deinen eigenen Kram, Ben, ich bin nicht hier, um mir deine weisen Ratschläge anzuhören! Und, wie geht es meiner verlausten Schwester? Wird sie durchkommen oder muss ich beim Bestatter anrufen?" Carrie wäre natürlich der zweite Fall lieber gewesen, aber das konnte sie schließlich nicht laut aussprechen – auch wenn ohnehin inzwischen fast ganz Melody Ville wusste, dass Carrie und Hillery sich abgrundtief hassten. Deswegen war es auch so verwunderlich, dass sie trotzdem immer wieder etwas miteinander unternahmen. "Wir untersuchen sie gerade noch, das kann noch etwas dauern. Und, was machst du jetzt noch so? Ich könnte dich gerade noch so zwischen Visite und Mittagessen einschieben, wir könnten in die Besenkammer gehen." "Oh ja, du bist genauso geil wie Pfirsicheis," meinte Carrie und Ben schaute sie nur fragend an. "Musst du nicht verstehen!" lachte sie und zog Ben an der Hand hinter sich her. In diesem Moment erschien Schwester Edna auf dem Flur. "Dr. Delany! Schnell herkommen! Es ist etwas Merkwürdiges passiert!" kreischte sie schrill und Ben und Carrie drehten sich erschrocken zu ihr um.

Da Ruthie die Punkte gewonnen hatte, war L’Ange an das Pult ihrer Gruppe gegangen. "Bambina, ich habe gehört, deine Mutter arbeitet beim Fernsehen? Da lebt man sicher ganz gut, oder?" "Ja, das stimmt, und ich wette meinen Arsch darauf, dass sie zum Programmdirektor gehen und dafür sorgen kann, dass diese Sendung hier eingestellt wird. Cool oder? Wer hat sich diesen Scheiß hier eigentlich eingedacht?" fluchte Bambina und wedelte wild mit den Armen umher. "Bambina, zehn Leute haben wir gefragt, nennen Sie etwas, dass Kinder gerne essen!" "Schweinebraten mit Sauerkraut?" fragte Bambina unsicher, doch sie hatte Glück: Es stand auf Platz 2 in der Liste. "Juhu, wir haben gewonnen! Wir kriegen den Preis! Oh Gott, ich platze vor Aufregung!" kreischte sie, doch Ruthie sorgte mit einer schallenden Ohrfeige dafür, dass sie schwieg. "Halte deine törichte Klappe! Du blamierst uns alle, aber das ist ja nichts neues! Ein Glück, dass ich mir rechtzeitig einen Platz im Sanatorium besorgt habe!" zischte Ruthie und scheuerte ihr links und rechts eine. Als nächstes war Luis an der Reihe. "Luis, mir wurde gesagt, du arbeitest nach der Schule immer in einer Bäckerei. Vielleicht hilft dir das ja jetzt weiter, denn wir haben zehn Leute gefragt, nennen Sie etwas, dass Kinder gerne essen!" "Äh... Salz!" antwortete Luis und sein Kopf war in diesem Moment so leer wie sonst auch. Doch Salz stand nicht auf der Liste und Luis bekam von seinen Teammitgliedern eins mit dem Knüppel übergebraten. "Das ist eure Chance, die Punkte zu stehlen!" rief L’Ange aufgeregt und sofort sammelten sich die Bennetts zu einer Traube, um zu beratschlagen. "Hilde, jetzt aber schnell, zehn Leute haben wir gefragt, nennen Sie etwas, dass Kinder gerne essen!" "Mir fällt nichts ein, dooo, isses denn die Möglichkeit!" kreischte Hilde und sie war total durch den Wind. Wieder ertönte das Falsch-Geräusch und L’Ange hüpfte hinüber zu den Bennetts. "Und was sagt ihr?" Der Reihe nach sagten Harry, Graaz, Tabatha und Hank ihre Vorschläge. "Kartoffelpudding!" "Ähm... Jesus hat uns alle lieb!" "Traubensaft mit sauren Gürkchen!" "Blubberbläschen!" "Tabitha, du musst dich entscheiden, du bist der Teamkapitän, jetzt wird es spannend!" sprang L’Ange aufgeregt auf und ab. "Schweig still und halt endlich die Klappe, wir haben nicht ewig Zeit! Ich sage 'Jesus hat uns alle lieb', weil man der Graaz vertrauen kann!" Doch auch dies stand nicht auf der Liste. "Die Punkte bleiben bei Ruthie! Applaus, Applaus!" rief L’Ange. "Na warte bis wir zu Hause sind, dann kannst du was erleben!" drohte Tabitha ihrer Nichte Graaz und lief vor Wut rot an.

"Was gibt es denn so dringendes?" Carrie zog schnell ihre Hand aus Bens Hose und danach folgten die beiden Schwester Edna in Hillerys Zimmer. "Die Ergebnisse des Bluttests sind da, und es ist kaum zu glauben, was dabei herausgefunden wurde." "Und das wäre?" wollte Ben wissen. "Das glauben Sie ja gar nicht, ich kann es auch immer noch nicht fassen," meinte die Krankenschwester kopfschüttelnd. Jetzt reichte es Ben und er verpasste Edna eine saftige Ohrfeige. "Das war nur eine Vorwarnung! Wenn Sie jetzt nicht endlich sagen, was los ist, prügele ich Sie windelweich!" "So Marke Hau-mich-blau, Sie verstehen?" fügte Carrie garstig hinzu und Edna nickte beschämt. "Also, was ist nun?" fragte Ben wütend und hob schon wieder vorsichtshalber seine Hand, um der Frau noch eine zu scheuern. "Bei den Ergebnissen ist herausgekommen, dass... dass... dass Miss Hillery Carpenter... ich fasse es ja immer noch nicht... ihre eigene Mutter ist!" Kaum hatte sie diesen Satz ausgesprochen, fiel sie in Ohnmacht und schlug sich ihren Kopf mit einem dumpfen Schlag am Waschbecken auf. "Ich bin geschockt. So geschockt war ich in meinem ganzen Leben nicht," meinte Carrie und hielt sich erschrocken ihre Hand vor den Mund. Hillery, die das Ganze auch mitbekommen hatte, lag mit einem matten Gesichtsausdruck in ihrem Bett und überlegte. "Lasst mich bitte mit meiner Mutter alleine," sagte sie schließlich. "Ich habe einiges mit ihr zu klären." "In Ordnung. Aber sei nicht zu hart zu dir... äh... zu ihr, ach, was auch immer." Ben packte Edna mit der einen Hand und zog Carrie mit der anderen Hand hinter sich nach draußen.

Inzwischen war die Vorrunde beendet und Ruthies Gruppe war letztendlich ins Finale eingezogen. Bambina hatte den ersten Teil des Finales gespielt und hatte dabei klägliche 53 Punkte erspielt. Um zu gewinnen musste man allerdings 201 Punkte erreichen. "Möchtest du noch jemanden grüßen, Bambina?" "Ja, ich grüße meine Mom Eschke Doughter, hallo Mami, kennst du mich? Winke winke! Und dann grüße ich noch meine neuen Freunde aus der Schwimmgruppe, ich kann jetzt nämlich bald schwimmen, bald mache ich mein Seepferdchen, krass oder?" lachte Bambina hysterisch, doch plötzlich kam Ruthie und schubste sie grob zur Seite. "Schieb ab, du dumme Hure, wir haben hier ein Finale zu bestreiten und keinen Kaffeeklatsch!" zischte sie und stellte sich kerzengerade neben L’Ange. "Was glotzt du denn so doof? Na los, fang an!" "Ruthie, du hast 27 Sekunden Zeit! Zehn Leute haben wir gefragt, nennen Sie etwas, dass rot ist!" "Wackelpudding!" "Etwas, dass tropft!" "Nase!" "Etwas, dass juckt!" "Mein Arsch!" "Etwas, dass im Müll landet!" "Gebrauchte Slips!" "Etwas, dass niemand will!" "Diese Sendung! Sind wir jetzt endlich fertig?" fauchte Ruthie und schaute sich mit einem garstigen Blick um. "Ja! Möchtest du noch jemanden grüßen?" "Nein! Wozu denn, ist doch eh alles nur Geldmacherei hier!" "Okay, dann kommen wir jetzt zu den Ergebnissen!" Mit leuchtenden Augen beobachtete Ruthie, dass alle ihre Antworten die Top-Antworten waren und am Ende erreichte die Gruppe beachtliche 207 Punkte. "Wir haben gewonnen!" kreischte Luis verzückt und auch Murgy drehte sich vor Freude im Kreis. "Hurra, hurra!" Sie wollte ihre Teamkollegen überstürzt umarmen, doch aufgrund ihres Gewichtes ging das gründlich daneben. Sie begrub Luis, Bambina und Hilde mit einem großen Platscher unter sich.

Hillery Carpenter stand am Fenster ihres Zimmers im Krankenhaus und schaute nach draußen. Sie wusste nicht, was sie sagen sollte, sie hatte so viele Fragen. "Warum hast du mir nie gesagt, dass ich meine Mutter bin?" fing sie schließlich an zu reden und ging zum Spiegel. "Wie lange wolltest du mich noch im Unklaren lassen?" "Es tut mir leid, Hillery, aber ich hatte keine andere Wahl," antwortete sie sich selber. "Die Zeiten waren sehr hart damals und es ging einfach nicht anders." "Ich weiß nicht, wie ich das so schnell verkraften soll!" Hillery lief ein paar Schritte im Zimmer herum und starrte vor sich hin auf den Boden. "Die arme Carrie... sie ist bestimmt genauso geschockt wie ich...," murmelte sie, doch dann zeigte sich plötzlich ein teuflisches Grinsen auf ihrem Gesicht. "Sag mal, Mom, magst du Carrie eigentlich?" "Nein, wieso sollte ich? Diese Kreatur ist eine Schande für unsere ganze Familie! Sie muss sterben, je eher, desto besser!" "Das trifft sich hervorragend, Mom, ich wünsche mir auch nichts anderes als Carries Tod. Sag mal, wollen wir uns nicht gegen sie verbünden? Zu zweit hätten wir es viel leichter, denn zwei gegen einen ist in diesem Fall mehr als fair! Was meinst du dazu?" "Das ist eine geniale Idee! Darauf müssen wir anstoßen!" Hillery holte eine Flasche Whisky aus ihrem Nachttisch und goss sich zwei Gläser ein. Eins nahm sie in die rechte Hand und das andere in die linke Hand. Danach stieß sie mit sich selber an und trank die Gläser nacheinander aus. "Es ist schön, dich gefunden zu haben, Mom," lächelte sie und umarmte sich danach...

Letzte Aktualisierung: 10.06.2010

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