1/I La magique est partout
Ein neuer Morgen begann in der Nähe der Ostküste in einer Stadt namens Melody Ville. Die Stadt war nicht besonders groß, mehr eine Kleinstadt in der Mitte der Neu-England-Staaten in den USA. An der Westseite der Stadt befand sich ein Berg, der von allen Bewohnern der Stadt nur "Magic Mountain" genannt wurde. Schon mehrmals wurde berichtet, dass es auf dem Berg nicht mit rechten Dingen zugehen würde, doch noch nie konnte jemand wirklich Beweise dafür aufbringen. Lieber machte man einen großen Bogen um den mysteriösen Berg. In Melody Ville gab es eine große Highschool, die von fast allen Jugendlichen besucht wurde. Außerdem gab es eine Kirchengemeinde, der alle wichtigen Personen der Stadt engagiert waren, denn der Glaube an Jesus war in Melody Ville eine der wichtigsten Tugenden. Immerhin wurde die Stadt damals von den Puritanern gegründet, als diese nach Amerika ausgewandert waren. Doch von den christlichen Geboten waren bei den meisten Bewohnern der Stadt nicht mehr viel übriggeblieben, denn fast alle hatten dunkle Geheimnisse, die nicht unbedingt an die Öffentlichkeit gelangen sollten.
Starring
Morgan Brittany as Hillery Carpenter
Lisa Rinna as Carrie Carpenter
Melissa McCarthy as Dana Beseburgh
Steven Culp as Ben Delany (credit only)
James Hyde as Hank Bennett (credit only)
Juliett Mills as Tabatha Lopez
Juliett Mills as Tabitha Bennett
Nicholle Tom as Graaz Lopez
Thad Luckinbill as Resse Lomax
Kelli McCarthy as Lena Lacroix
Jesse Metcalfe as Luis Figaro
Keshia Knight-Pulliam as Bambina Knirsh
Jan Hoag as Murgy Muschka (credit only)
Cassidy Rae as Valery Bennett
"Bis morgen lest ihr bitte das zweite Kapitel von Romeo und Julia – wir werden darüber einen Test schreiben." Mit diesen Worten schloss Lena Lacroix die Unterrichtsstunde ihres Englischkurses an der "St. Georg High School" und packte ihre Tasche, während die Schüler an ihr vorbei auf den Flur strömten. Jeder war froh, denn nun hatte die erste große Pause angefangen. Nur ein Schüler blieb auf seinem Stuhl sitzen und wartete, bis auch wirklich jeder seiner Mitschüler den Raum verlassen hatte, bevor nach vorne zum Lehrerpult ging. "Sie sind alle weg," begann Resse Lomax in einem erotischen Ton zu hauchen, "schließ die Tür ab." Stumm wie ein Fisch bewegte sich Lena zur Tür und drehte ihr Schlüsselbund im Schloss um, so dass niemand mehr von außen in den Raum gelangen konnte. "Du machst mich so tierisch an," stöhnte Resse, während er ihr die Kleider vom Leib riss. Als sie nackt vor ihm auf dem Pult saß, zog er sich ebenfalls aus und danach machten schliefen die beiden miteinander.
Als Hillery Carpenter aus dem Bus ausstieg, mit dem sie von New York nach Melody Ville gekommen war, wirbelte sie etwas Straßendreck auf und schaute sich verdutzt am Busbahnhof um. Dies war also die Stadt, in der sie das finden sollte, was sie schon seit langem suchte: Ihre missratene Schwester Carrie! Das letzte Mal hatten sich die beiden gesehen, kurz bevor Hillery durch Carries Schuld vom Balkon eines Hotels gefallen war. Danach lag Hillery sechs Monate im Koma und ihr Gesicht musste komplett neu zusammengesetzt werden, da es durch den Sturz total entstellt war. Nun sah Hillery zwar nicht mehr so aus wie vorher und auch ihr Gehirn war nicht mehr hundertprozentig intakt, doch sie wusste genau, wem sie die ganze Misere zu verdanken hatte. "Jetzt geht es dir an den Kragen, Carrie," zischte sie laut und machte sich auf den Weg in die Innenstadt von Melody Ville. Dabei rempelte sie mit voller Wucht eine alte Dame an, die dadurch zu Boden stürzte, doch das kümmerte Hillery nicht. Für sie gab es nur noch eines: Rache!
In der Pause stand die Clique um Graaz Lopez, eines der reichsten Mädchen in Melody Ville, unter einem Baum und die Jugendlichen sprachen über die üblichen Dinge wie Liebe, Sex und Zärtlichkeit. Zu der Clique gehörten neben Graaz auch noch ihre Cousine Valery Bennett, Luis Figaro, ein angehender Bäckerlehrling, Resse Lomax und Bambina Knirsh, eine dunkelhaarige Schönheit. "Wo ist denn Resse? Ich dachte, er wäre eben mit uns bei Englisch gewesen?" wunderte sich Valery, während sie genüsslich in ihren grünen Apfel biss. "Keine Ahnung," zuckte Luis mit den Schultern und legte seinen Arm um Graaz. "Nimm deinen Arm da weg, ich bin nicht scharf auf Körperkontakt mit dir," wehrte diese jedoch seine Annäherungsversuche ab und stellte sich neben Bambina, die sich derweil schamlos im Genitalbereich kratzte. "Man, diese neue Enthaarungscreme hätte ich besser doch nicht genommen, das juckt ja wie Sau," jammerte Bambina in einem weinerlichen Ton, doch statt Mitleid erntete sie von anderen aus der Clique lediglich schadenfrohes Gelächter.
"So, bitte sehr, ihre essbare Unterwäsche und die extra für sie angefertigte Peitsche aus Schlangenleder. Das macht dann 75 Dollar und 50 Cent." Carrie Carpenter stand hinter der Ladentheke ihres Sado-Maso-Shops und bediente gerade einen schleimig aussehenden Kunden, der Carrie mit seinen Blicken fast auszuziehen schien. "Auf Wiedersehen und beehren Sie uns recht bald wieder," lächelte ihm sie zu, nachdem sie das Geld kassiert hatte und der Mann mit schnellen Schritten den Laden verließ. Fröhlich ließ Carrie das Geld in der Kasse verschwinden und ging dann zur Tür um das Schild "Mittagspause" aufzuhängen. "Dana, wir machen jetzt Pause! Gehst du rüber zum Italiener und holst uns was zum Essen?" rief sie ihrer Kollegin zu, die ein paar neue aufblasbare Gummipuppen in ein Regal stellte. "Klar, was willst du haben?" "Für mich eine kleine Pizza mit Gurken und Leberpastete, aber nur wenn sie weniger als 6 Dollar kostet. Ansonsten ohne Belag, okay?" "Okay, ich glaube, ich werde heute nur einen Salat essen. Ich muss dringend auf mein Gewicht achten. Letzten Monat habe ich doch tatsächlich ein halbes Kilo zugenommen. Mein Arsch sieht aus, als hätte ich den eines Elefanten," seufzte Dana tief, doch Carrie klopfte ihr freundschaftlich auf die Schulter. Dabei warf sie einen Blick auf Danas Hinterteil und bemerkte, dass deren Hose viel zu tief hing, so dass man ihre Unterwäsche sehen konnte. "Das macht doch nichts, Hauptsache der String-Tanga passt noch und Ben steht doch auf deine Pölsterchen, oder?" Dana lächelte schüchtern, zog sich ihre Hose etwas nach oben und verließ dann den Laden.
"Mit Milch, mit Zucker oder schwarz?" fragte Valery ihre Mutter Tabitha, als diese mit ihrer Tante Tabatha in Valerys Café "Les Femmes" zu Gast war. Tabitha und Tabatha waren Zwillingsschwestern, die sich äußerlich aufs Haar glichen, doch vom Charakter waren beide so unterschiedlich wie Tag und Nacht. Während Tabatha eine lebenslustige Person war, die auch mal gerne über die Strenge schlug, war Tabitha eine äußerst strenge Frau, die nur selten lachte. Außerdem war sie Vorsitzende des Kirchenvereins. Verheiratet war Tabitha schon seit langem mit Hank Bennett, einem charmanten Polizisten, und aus dieser Ehe war Valery entstanden. "Du weißt doch, dass ich keinen Kaffee trinke!" zeterte Tabitha und schlug Valery das Tablett aus der Hand, dass nun scheppernd zu Boden krachte. "Tabitha, denk an deinen Blutdruck," versuchte Tabatha ihre Schwester zu besänftigen. "Ach was, Blutdruck hin oder her, dieses kleine Miststück hier, dass sich meine Tochter nennt, kennt noch nicht mal meine Trinkgewohnheiten! Und überhaupt, sie geht noch zur Schule, ist gerade mal 17 Jahre alt und leitet dann schon ein Café! Das lässt sich einfach nicht miteinander vereinbaren!" rief Tabitha aufgebracht und sprang von ihrem Stuhl auf. "Aber Mama, du hast mir das Café doch selbst zum Geburtstag geschenkt...," fiel Valery ihr ins Wort, während sie sich bückte und das Tablett wieder aufhob. "Ja und? Du hättest das Geschenk ja nicht annehmen müssen! Und was fällt dir ein, dich gegen mich aufzulehnen, du kleine Hurenschlampe!" Tabitha packte Valery am Hinterkopf und zog sie so fest an den Haaren, dass Valery die Tränen übers Gesicht liefen. "Schluss jetzt mit dem Theater!" ging Tabatha selbstbewusst dazwischen. "Komm, Tabitha, du verpasst sonst noch deinen Arzttermin. Bis dann, Valery." Sie lächelte Valery noch einmal mitleidig an, bevor sie Tabatha an der Hand nahm und mit ihr das Café verließ.
"Man, ich hab voll keinen Bock auf Romeo & Julia. Wer hat sich den Schrott eigentlich ausgedacht?" maulte Bambina, als sie in Graaz’ Zimmer auf dem Bett lag und gegen die Decke starrte. "William Shakespeare, falls du es noch nicht wissen solltest," klärte Graaz sie auf und kam mit einem Tablett mit Keksen und Limonade ins Zimmer, das sie gerade aus der Küche geholt hatte. "Oh lecker, krieg ich einen?" Bambina richtete sich auf und langte nach einem Keks, doch Graaz gab ihr eins auf die Finger. "Erst das Tischgebet," ermahnte sie ihre Freundin und faltete ihre Hände. "Lieber Gott, danke für diese köstliche Speise. Wir denken an die Leute, die es noch schlechter haben als wir." Bambina schaute sie etwas misstrauisch an, doch nachdem Graaz aufgehört hatte zu sprechen, grabschte sie sich drei Kekse auf einmal und schlang sie gierig hinunter. Nebenbei krümelte sie noch das Bett von Graaz voll. "Ich stelle dir jetzt eine entscheidende Frage, Bambina, und du musst mir ehrlich antworten," fing Graaz langsam an zu sprechen. "Worum geht’s? Schieß los," forderte Bambina sie auf, nachdem sie hastig ein Glas Limonade hinuntergespült hatte. "Es fällt mir schwer darüber zu sprechen, aber ich hatte heute das Gefühl, dass es mir... dass es mir Spaß gemacht hat, als Luis mich berührt hat...," sprach Graaz es stockend aus und wurde dabei rot im Gesicht. "Oh Graaz, er hat doch bloß seinen Arm um dich gelegt," fing Bambina an zu lachen, "soll ich dir mal zeigen, was dir noch viel mehr Spaß machen wird?" "Was denn?" fragte Graaz unbedarft. "Setz dich einfach neben mich," meinte Bambina und klopfte auf den freien Platz neben sich. Graaz tat wie ihr befohlen und ließ sich neben Bambina nieder. Kurz darauf beugte sich Bambina zu Graaz vor und gab ihr einen Kuss auf die Lippen. "Sag mal, spinnst du?" schrie Graaz entsetzt und es gab eine schallende Ohrfeige für Bambina. Diese schnappte sich ihre Handtasche und rauschte aus dem Zimmer, während Graaz geschockt auf ihrem Bett sitzenblieb.
Einsam und verlassen irrte Hillery durch die nächtlichen Straßen von Melody Ville. Sie kannte niemanden in der Stadt und wusste nicht, wo sie ihr Haupt zur Nacht betten sollte. Auf einmal blieb sie wie vom Donner gerührt stehen: Auf der anderen Straßenseite sah Hillery ihre Schwester Carrie entlangspazieren. "Gleich dreh ich dir den Hals um!" murmelte sie wütend und ballte ihre linke Hand zu einer Faust zusammen. In der Nähe gab es eine alte Steintreppe, und Hillery hatte den bösen Plan, Carrie diese Treppe hinunterzustoßen. Hillery postierte sich neben der Treppe, so dass Carrie sie nicht sehen konnte. Ihr Herz schlug so schnell, dass sie das Gefühl hatte, es würde ihr gleich aus der Brust springen. Ganz still verharrte Hillery in dieser Position, bis sie schließlich herannahende Schritte vernahm. Die Person bog nun um die Ecke und betrat die erste Treppenstufe. Plötzlich schnellte Hillery aus ihrem Versteck hervor und schubste die Person so kräftig, dass diese das Gleichgewicht verlor und kopfüber die Treppe hinunterstürzte. Nach einem kurzen Schrei gab es einem dumpfen Aufprall und danach war es wieder still. "Ich wünsche dir eine angenehme Nachtruhe, Carrie," grinste Hillery und wollte sich auf den Weg zum Busbahnhof machen, doch sie hatte sich getäuscht: Die Person, die am unteren Treppenrand mit einer schweren Kopfverletzung lag, war nicht Carrie, sondern Hillery selber...














