1/I Life is a Bitch

Ihr gesamter Körper fühlte sich an wie eine Bombe, die ihrem Höhepunkt entgegensteuerte und kurz vor der Explosion stand. Mit rhythmischen Bewegungen tanzte sie auf dem knallharten Stab, der dem Mann gehörte, welcher unter ihr lag und ihr hilflos ausgeliefert war. Nachdem sie einen lauten Extaseschrei ausgestoßen hatte, krallten sich ihre scharfen Fingernägel in das willenlose Fleisch ihres Sexpartners. Einigen Augenblicke später sank sie in sich zusammen, rollte sich zur Seite und holte tief Luft. Ihr gewaltiger Brustkorb, der durch mehrere Operationen auf eine stattliche Größe herangewachsen war, senkte sich auf und ab. „Wo ist das Koks,“ röchelte sie und fegte mit einer Bewegung den Nachttisch leer. „Wo ist das verdammte Koks,“ wiederholte sie beinahe schreiend und richtete sich mit einem Ruck auf. Sie erhielt keine Antwort. Als sie einen Blick auf ihren Sexpartner warf, stellte sie fest, dass er mit starren Augen in den zerwühlten Laken lag. Sein Mund stand weit offen und seine Glieder waren schlaff. Er atmete nicht mehr. Sie brauchte einige Sekunden, bis sie erkannte, was geschehen war. Sie bebte vor Angst und überlegte messerscharf, was sie nun tun sollte. Eine rasche Flucht erschien ihr als einziger Ausweg.

In einem kleinen Zwei-Zimmer-Apartment im Herzen Hollywoods lag die rothaarige Agnes Burke auf der zerschlissenen Couch und schrieb in ihr Tagebuch: „Liebes Tagebuch, gestern sind Dad und ich in L.A. angekommen. Es ist alles so anders als in Oklahoma, aber ich glaube, dass ich mich gut einleben werde. Die Leute sind freundlich, und das Wetter ist wundervoll. Auch Onkel Robert ist cooler, als ich ihn mir vorgestellt hatte. Wahrscheinlich liegt es daran, dass er nur zehn Jahre älter als ich ist und meinem Dad gar nicht ähnelt. Sein Apartment ist natürlich nicht gerade der beste Platz zum Leben, eine typische Junggesellenbude eben. Aber Dad und ich müssen uns mit dem zufrieden geben, was wir bekommen. Ich hoffe, dass Dad hier in L.A. die Kurve kriegt und bald wieder einen Job findet. Die letzten Wochen und Monate waren einfach grauenvoll. Es kann also nur besser werden. Heute Abend arbeite ich zum ersten Mal in Onkel Roberts Restaurant. Ich bin schon gespannt, was mich dort erwartet. Bis morgen, deine Agnes.“ Das 18-jährige Mädchen klappte das Buch zu und drehte sich auf den Rücken. Sie starrte auf die vergilbte Decke und dachte nach. „Das ist die Chance auf dein neues Leben,“ dachte sie sich und begann zu lächeln. Es konnte wirklich nur noch besser werden – davon war sie zumindest zu diesem Zeitpunkt noch fest überzeugt.



Starring
AnnaLynne McCord as Devon Bradford
Deborah Ann Woll as Agnes Burke
Brandon Beemer as Nathan Leigh
Kayla Ewell as Priscilla Avens
Guillermo Diaz as Juan-Pablo Ramos
Chris Messina as Robert Burke
Philipp Rhys as Rico Escobar
Kelly Carlson as Eden Bradford
with Rob Lowe as Alan Burke
and Lesley-Anne Down as Lady Swanford
Guest Starring
Jacqueline MacInnes Wood as Natasha Leigh

Der Abend war bald gekommen. Agnes stand vor dem Spiegel in dem kleinen Badezimmer und kämmte sich ihre langen Haare. Derweil drehte sich der Schlüssel in der Wohnungstür und ihr Vater Alan kam von der Jobsuche nach Hause. Es hatte wieder nicht geklappt. Auf dem Rückweg hatte er sich einige Flaschen Bier gekauft, die er nun mit lautem Geklirre auf dem Wohnzimmertisch abstellte. Alan schaltete den Fernseher ein, öffnete eine der Flaschen und ließ sich müde und missmutig auf die Couch fallen. Agnes spürte, dass ihr Vater abermals kein Glück gehabt hatte. Daher hielt sie es für besser, ihn nicht darauf anzusprechen. Agnes legte den Kamm weg und ging ins Wohnzimmer, wo sie sich ihre Handtasche schnappte. "Ich gehe dann jetzt ins Restaurant. Ich weiß nicht, wie lange ich arbeiten muss. Vielleicht wird es spät. Du brauchst nicht auf mich zu warten. Bestimmt bringt mich Onkel Robert nach Hause," sagte sie zu ihrem Vater. "Ist gut," brummte Alan und schaute seine Tochter nicht einmal an. Agnes kannte dies nur zu gut. Jetzt würde er sich bewusstlos saufen und morgen den ganzen Tag nicht aus dem Bett kommen. Sie biss sich auf die Unterlippe, um bloß kein Wort des Tadels auszusprechen, und machte sich dann auf den Weg.

Agnes betrat das Restaurant "Burke’s Law", welches ihrem Onkel Robert Burke gehörte und nach einer uralten Krimiserie benannt worden war, die in Los Angeles spielte. Es lag am Sunset Boulevard, mitten in Hollywood, und wurde von allerlei reichen Gästen bevölkert. Onkel Robert verdiente gutes Geld mit dem Geschäft, war aber auf dem Boden der Tatsachen geblieben und führte ein bescheidenes Leben. Von Materialismus hielt er nichts. Als Agnes den Innenraum betrat, sah sie ihren Onkel am Kücheneingang stehen. Er unterhielt sich gerade mit einer Angestellten. Agnes ging auf ihn zu und umarmte ihn zur Begrüßung. "Nochmals vielen Dank, dass ich hier arbeiten darf. Du weißt ja, dass Dad und ich auf das Geld angewiesen sind. Wir wollen dir schließlich nicht ewig zur Last fallen." "Ich hätte euch ohne Probleme eine eigene Wohnung finanzieren können. Aber du kennst ja deinen Dad: Er ist zu stolz, um meine Hilfe anzunehmen," meinte Robert achselzuckend und zeigte Agnes dann die Küche. "Hier ist deine Schürze. Du hast doch schon mal gekellnert, oder?" "Ja, ich habe zu Hause in der Kirchengemeinde beinahe jede Woche beim Altentreff ausgeholfen. Das war immer so liebreizend," erinnerte sich Agnes und ihre Augen glänzten. "Nun, ich denke, meine Gäste haben etwas höhere Ansprüche als die Menschen in deiner Kirchengemeinde, aber mit etwas Übung wirst du das schon meistern," war Robert ganz zuversichtlich und führte Agnes weiter herum.

Eine halbe Stunde später hatte sich das Restaurant bis auf den letzten Platz gefüllt. Nun wurde es ernst für Agnes – sie musste ihre ersten Gäste bedienen. Dabei handelte es sich um zwei junge Frauen, die in die neueste Mode von Gucci und Versace eingehüllt waren und teures Geschmeide in den Ohren, um den Hals und um ihre Handgelenke trugen. Noch nie zuvor hatte Agnes solche reichen Menschen aus nächster Nähe gesehen. Vorsichtig balancierte sie das Tablett mit zwei Gläsern Champagner fehlerfrei zu dem Tisch der beiden Frauen, doch kaum war sie dort angekommen, glitt ihr das Tablett aus der Hand und eines der beiden Gläser goss seinen Inhalt über das Kleid der einen Frau. Diese kreischte laut auf und hielt sich vor Schreck die Hände vors Gesicht. Agnes wäre vor Scham am liebsten im Erdboden versunken. Sie lief rot an und merkte, wie ihr die Schweißperlen auf die Stirn traten. "Das... das tut mir so leid... ich weiß gar nicht... wie das passieren konnte," stammelte sie. "Du bist eine unfähige Kuh! Ich verlange, dass du für die Reinigung aufkommst!" keifte die blonde Frau und schaute Agnes mit boshaften Augen an. "Aber Devon, beruhige dich doch," redete ihre brünette Begleiterin auf sie ein, "das ist doch alles halb so wild. Hast du mir nicht eben noch erzählt, dass du das Kleid sowieso nicht magst?" "Du hast ja recht," lachte Devon plötzlich auf, " was soll’s, dann gehen wir eben gleich ein neues kaufen. Oder direkt zwei." "Sie sind mir wirklich nicht mehr böse?" fragte Agnes zögerlich. "Ach was, du hast mir doch einen Gefallen getan. Endlich habe ich einen Grund, das Kleid wegzuwerfen," winkte Devon ab und ihre goldenen Ohrringe funkelten im Licht der Deckenlampen. "Aber du darfst uns gerne noch einmal zwei Gläser Champagner bringen." "Aber natürlich," nickte Agnes eifrig und machte sich sofort wieder auf den Weg in die Küche.

"Was war denn das eben?" wurde Agnes von ihrer Kollegin Priscilla Avens gefragt, die die ganze Szene aus gebührendem Abstand beobachtet hatte. Priscilla war ungefähr in Agnes’ Alter und hatte glatte schwarze Haare, die ihr Gesicht umrahmten. "Kein Grund zur Sorge, ich habe alles unter Kontrolle," erwiderte Agnes engelsgleich. "Vor den beiden solltest du dich in Acht nehmen," meinte Priscilla. "Wieso? Wer ist das denn?" "Devon Bradford und ihre beste Freundin Natasha Leigh. Wir waren auf derselben Highschool, und sie haben mir und vielen anderen das Leben zur Hölle gemacht. Die beiden sind solche Schlampen." "Benutz bitte nicht solche Wörter, Priscilla. Ich finde die beiden sehr nett," erwiderte Agnes und ging dann in die Küche. Priscilla schaute ihr mit zusammengekniffenen Augen nach. "Du wirst dich noch wundern," dachte sie sich. Plötzlich wurde ihr schwindelig und sie musste sich mit der linken Hand an der Wand abstützen, um nicht umzukippen. "Nein, nein, lasst mich in Ruhe," flüsterte sie leise zu sich selbst und packte sich mit ihrer anderen Hand an den Kopf.

Während sich Priscilla mit verzerrtem Gesicht auf die Toilette flüchtete, kehrte Agnes mit den zwei neuen Champagnergläsern an Devons und Natashas Tisch zurück. Diesmal verlief alles fehlerfrei. "Danke Schätzchen," lächelte Devon. "Du bist neu, oder? Wir haben dich hier noch nie gesehen." Agnes nickte. "Ich komme aus Oklahoma." "Du Ärmste." "Meinem Onkel gehört das Restaurant." "Dein Onkel ist sexy. Also den würde ich gerne mal richtig rannehmen. Meinst du, du könntest da was arrangieren?" fiel Devon mit der Tür ins Haus. "Wie bitte?" fragte Agnes erschrocken. "Hör nicht auf sie," mischte sich Natasha ein und schaute Devon eindringlich an. "Wir gehen gleich noch ins 'Angel Eyes'. Natürlich erst, nachdem wir Devon ein neues Kleid gekauft haben. Hast du vielleicht Lust, mitzukommen?" richtete Natasha ihren Blick dann auf Agnes. "Also, ich weiß nicht... ich muss arbeiten," warf Agnes zögerlich ein. "Frag doch einfach deinen Onkel, ob er dir freigibt." "Oder noch besser: Mach dich einfach so aus dem Staub. Merkt doch eh keiner, wenn du plötzlich weg bist," meinte Devon. Agnes dachte kurz nach und warf dann alle Zweifel über Bord. "Ok, ich komme mit," sagte sie schließlich. Devon reichte ihr das dritte Champagnerglas, und dann stießen die jungen Frauen miteinander an. "Auf eine heiße Nacht!"

Im "Angel Eyes", einer der beliebtesten Nachtclubs in ganz Los Angeles und Umgebung, herrschte um diese Uhrzeit bereits reger Betrieb. Der Barkeeper Rico Escobar war gerade dabei, einige Flaschen zu sortieren, als der Türsteher Juan-Pablo Ramos von der Herrentoilette kam und am Tresen vorbeilief. Rico hob seinen Blick und schaute Juan-Pablo hinterher, was dieser mitbekam. "Starrst du etwa auf meinen Arsch?" schnauzte er Rico an und ballte seine Faust. "Wie kommst du denn darauf?" schluckte Rico und machte sogleich einen Schritt rückwärts. "Dann hast du ja noch mal Glück gehabt. Andernfalls könntest du dein hübsches Gesicht jetzt von der Wand abkratzen. Du verdammte Schwuchtel," drohte Juan-Pablo ihm und bezog dann wieder seinen Posten vor dem Eingang des "Angel Eyes". Rico atmete einmal tief durch und widmete sich anschließend wieder seinen Flaschen.

Inzwischen waren Devon, Natasha und Agnes vor dem "Angel Eyes" angekommen und hatten sich in die Besucherschlange gestellt. Als sie kurz vor der Tür waren, fiel Agnes plötzlich ein, dass sie ja noch gar keine 21 war. "Das lass mal unsere Sorge sein," meinte Devon süffisant und begrüßte dann Juan-Pablo. Der kannte Devon schon seit ihrem 15. Lebensjahr und hatte sie und Natasha schon damals regelmäßig in den Club geschleust – im Austausch gegen Geld und sexuelle Gefälligkeiten. "Buenas noches, bonito," hauchte Devon ihm entgegen und zwinkerte ihm zu. Juan-Pablo wusste, was das bedeutete – noch heute Nacht würden sie es wieder wild in einer Seitengasse des "Angel Eyes" miteinander treiben. Er grinste breit und wollte Devon und Natasha schon in den Club lassen, bis ihm Agnes ins Auge stach. "Wer ist das?" fragte er misstrauisch. "Das ist Agnes. Sie ist aus Oklahoma," erwiderte Devon mit einem gewissen Unterton in der Stimme. Juan-Pablo verstand. Er nickte und ließ die drei jungen Frauen dann ins "Angel Eyes".

Im Nachtclub angekommen, gingen Agnes vor Staunen bald die Augen über. So viele attraktive Menschen hatte sie noch auf einen Haufen gesehen. "Wer will einen Drink?" rief Devon ausgelassen und steuerte auf die Bar zu. "Hallo Rico! Machst du uns bitte drei Martinis? Zum Aufwärmen ist das genau das Richtige." "Wir trinken Alkohol?" fragte Agnes schüchtern. "Aber natürlich, Dummchen. Wir sind doch zum Spaß hier," erwiderte Devon und hakte sich bei Agnes ein. Unterdessen näherte sich ein dunkelhaariger Mann den drei jungen Frauen. Er tippte Natasha von hinten auf die Schulter, so dass sie sich erschrocken umdrehte. "Nathan! Musst du mich so erschrecken!" fuhr sie den Mann an. "Wer ist das?" flüsterte Agnes Devon ins Ohr. "Natashas Bruder," klärte Devon sie auf und nahm dann die drei Martinis im Empfang. Agnes musterte Nathan von Kopf bis Fuß und stellte fest, dass sie noch so einen gutaussehenden Mann gesehen hatte. Ihr wurde leicht schwindelig, und das, obwohl sie noch keinen Tropfen Alkohol zu sich genommen hatte. "Hi, ich bin Agnes," sagte sie schüchtern und streckte Nathan zur Begrüßung die Hand hin. Nathan schaute Agnes jedoch nur einmal kurz an, murmelte ein "Hi" zurück und widmete sich dann wieder seiner Schwester. "Wir müssen reden. Es ist sehr wichtig." Ohne ihre Antwort abzuwarten, zog er Natascha davon. Agnes schaute den beiden erstaunt nach.

Auf der oberen Ebene des "Angel Eyes" stand Eden Bradford, Devons ältere Schwester, an der Brüstung und schaute auf die tanzenden Menschen herab. Sie trug ein eng anliegendes Kleid und hatte ihre blonden Haare zu einer wallenden Mähne frisiert. In der Hand hielt sie ein Cocktailglas, aus welchem sie ab und zu einem Schluck nahm. Plötzlich trat eine ältere Frau an sie heran. "Guten Abend, Eden," meinte sie mit gedämpfter Stimme und stellte sich neben sie. "Und, wie viel hast du heute schon verdient?" "Das geht Sie einen Scheißdreck an, Lady Swanford," zischte Eden. "Nicht in diesem Ton, du Flittchen! Du enttäuschst mich. Ich dachte, dass dir deine Freiheit mehr wert ist. Oder willst du doch lieber in den Knast? Nur ein Anruf bei der Polizei und du wirst die nächsten 30 Jahre hinter Gittern verbringen." "Was wollen Sie denn noch von mir?" stöhnte Eden auf. "Ich will mehr Geld." "Wie soll ich das anstellen? Ich kann mich schließlich nicht vierteilen!" "Ich bin mir sicher, du findest eine Lösung," lächelte Lady Swanford, "und die ist oftmals näher, als man denkt." Mit diesen Worten verschwand die Frau so schnell, wie sie gekommen war. Eden schaute verzweifelt nach unten und erblickte auf der Tanzfläche ihre Schwester Devon gemeinsam mit ihren Freundinnen. "Die Lösung ist oftmals näher, als man denkt," ließ sich Eden Lady Swanfords Worte noch einmal durch den Kopf gehen und schmiedete dann einen Plan.

Letzte Aktualisierung: 04.03.2011

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